Athen - Die ersten Ergebnisse der Untersuchung lassen das Ausmaß des Rentenbetrugs erkennen: In mindestens 320 Fällen wurde die Rente an Bankkonten gezahlt, auf denen keine anderen Transaktionen mehr stattfinden oder bei denen Kinder und andere Bevollmächtigte der bereits seit Jahren Verstorbenen die Rente kassierten.
Das bürokratische Chaos in den Behörden erlaubte in einigen Fällen sogar die Auszahlung von Renten an Menschen, die älter als 110 Jahre sein sollten, berichtete der staatliche Rundfunk am Donnerstag. Jetzt werde die Sache unter die Lupe genommen, hieß es aus Kreisen des Ministeriums für Arbeit und Soziales. Es wird vermutet, dass es mindestens tausend solcher Fälle geben könnte.
"Wir prüfen jetzt gründlich alle Renten für diese Altersgruppe", sagte der griechische Vizeminister für Arbeit und Soziales, Giorgos Koutroumanis. Er kündigte an, der Staat werde juristisch gegen alle vorgehen, die "vergessen hatten" den Tod eines Verwandten zu melden und dementsprechend die Rentenzahlung zu stoppen.
Das gleiche Problem treibt auch die japanischen Behörden um. Sie hatten jüngst eine landesweite Aktion gestartet, um den Verbleib und das Wohlergehen sämtlicher in Japan registrierter Älterer zu klären. Auslöser war der Fund des Skeletts eines vor Jahrzehnten verstorbenen Mannes in Tokio, dem die Stadt eigentlich zu seinem 111. Geburtstag gratulieren wollte. Im Fall des Mannes ermittelt die Polizei derzeit wegen Betrugs, da die Regierung seinen Angehörigen weiterhin die Rente auszahlte.
Allein in der Stadt Kobe im Westen des Landes sei der Verbleib von 105 der insgesamt 847 Menschen ungeklärt, die über hundert Jahre alt sind, sagte ein Vertreter der Stadt. In Osaka werden derzeit 64 von 857 über Hundertjährigen vermisst.
Zu der Sorge um die älteren Menschen kommt die Befürchtung der Behörden, dass Angehörige das japanische Sozialsystem ausnutzen, um für ihre verstorbenen Familienmitglieder weiterhin Bezüge zu kassieren.
mik/dpa
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