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26.08.2010
 

Möbelimperium

Betrugsprozess gegen Schieder-Manager hat begonnen

Schieder-Möbel-Gründer Demuth: Fehlentscheidungen und FehlverhaltenZur Großansicht
dpa

Schieder-Möbel-Gründer Demuth: Fehlentscheidungen und Fehlverhalten

Tiefer Fall eines Vorzeigeunternehmers: Schieder-Firmengründer Rolf Demuth hatte den größten Möbelhersteller Europas geschaffen. Jetzt steht er als Bilanzfälscher vor Gericht - und sein Imperium wurde zerschlagen.

Detmold - Mammutprozess um den Zusammenbruch des einstmals größten europäischen Möbelherstellers Schieder: Seit Donnerstag müssen sich Firmengründer Rolf Demuth und drei seiner früheren Manager wegen schweren Betrugs und Kreditbetrugs verantworten. Sie sollen Bilanzen gefälscht und sich so von Banken und Investoren immer wieder Kapital erschlichen haben, bis Schieder 2007 pleiteging. Den Schaden beziffern Ermittler auf 234 Millionen Euro. Die Firma mit 11.000 Mitarbeitern wurde zerschlagen.

Zum Prozessauftakt am Landgericht Detmold äußerten sich zunächst nur die mitangeklagten Geschäftsführer. Der 71 Jahre alte Demuth verschob seine Aussage auf den nächsten Verhandlungstag, weil er akute Herzprobleme hat. Er erschien jedoch auf der Anklagebank.

Ein angeklagter Ex-Controller in der Geschäftsführung bestätigte die Anklage im Wesentlichen. Er sprach von einem menschlichen Versagen: "Ich bereue es sehr." Zugleich betonte der 50-Jährige: "Eine persönliche Bereicherung von mir hat es nie gegeben." Der Controller schilderte, dass er auf Anweisung gehandelt habe. Aus eigener Tasche müsse er einem der Schieder-Gläubiger noch 300.000 Euro zurückzahlen. Seine sämtlichen Vermögenswerte seien futsch. "Das ging so weit, dass an meinen Fernseher ein Kuckuck klebte."

Die Manager sollen mit den Betrügereien zwischen 2004 und 2007 den wirtschaftlichen Niedergang der Firma verschleiert haben. Konzernabschlüsse der Gruppe sollen manipuliert worden sein. Lagerbestände wurden laut Anklage überbewertet oder erfunden. Dadurch sollte die finanzielle Schieflage der Schieder-Gruppe vor allem vor Kredit- und Kapitalgebern verheimlicht werden.

"Nie in krimineller Absicht gehandelt"

Der 45 Jahre alte ehemalige federführende Geschäftsführer betonte, er habe nie in krimineller Absicht gehandelt. Die Lage bei Schieder habe sich immer mehr zugespitzt. "In dieser Situation kam es zu Fehlentscheidungen und Fehlverhalten. Aber nichts folgte einem Kalkül." Seine berufliche Existenz sei heute nahezu vernichtet. Er fühle sich in der Anklageschrift zu Unrecht als "skrupelloser Bilanzfälscher und Serientrickser" dargestellt, sagte der 45-Jährige.

Alle drei mit Demuth angeklagten Geschäftsführer hatten das Unternehmen vor der Insolvenz verlassen. Später brachten Mitarbeiter der Pleite-Firma die Ermittlungen mit ersten Hinweisen ins Rollen.

Am 16. September geht der Prozess weiter. Dann will sich auch Firmengründer Demuth äußern. Er hatte das Unternehmen mit Stammsitz in Schieder-Schwalenberg bei Detmold in den 1960er Jahren aufgebaut und zu einem Imperium mit Werken in Deutschland, Polen und Italien gemacht. Für den Prozess wurden bis April 2011 zunächst 38 Verhandlungstage angesetzt. Der Vorsitzende Richter betonte, es seien im Vorfeld keine Absprachen der Prozessparteien zur Verkürzung getroffen worden sei: "Dazu ist das Ganze zu komplex."

mik/dpa

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26.08.2010 von Regulisssima: Wie der Herr,...

Wenn man sich die Praktiken, wie unser beamteter Politfilz mit Geld umgeht, ansieht, kommen Zweifel, ob die Richtigen auf der Anklagebank sitzen. mehr...

26.08.2010 von spiegelsven2010: Endlich trifft es mal die Verantwortlichen!

Ich kenne diese Kollegen noch aus früherer Tätigkeit im Schieder-Konzern und kann aus Erfahrung nur sagen, dass diese "Manager" über Leichen gehen und nicht davor zurückschrecken, mal eben zig Leute zu entlassen, um ein [...] mehr...

26.08.2010 von Navitrolla: Mal langsam...

Oder den Fall zu kennen, erwarte ich hier etwas differenziertere Urteile. Die Leute, die jetzt anfangen auf die Angeklagten einzudreschen sind meistens die gleichen, die laut aufschreien, wenn Unternehmen an irgendwelche [...] mehr...

26.08.2010 von mimas1789: Täter stellen sich mal wieder als Opfer dar

Die können mir nicht erzählen, dass ihnen nicht klar war, was sie gemacht haben. Deswegen Schadensersatz UND Knast für die Brüder. Und der Chef der Bande hat sicher sein Silber auch zeitig in Sicherheit gebracht und, ach du [...] mehr...

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