Wiesbaden - Es ist eine Statistik, die langweilig klingt - es aber in sich hat: Die Import- und Exportpreise in Deutschland haben im Juli auf Jahressicht so hohe Teuerungsraten verzeichnet wie seit Jahren nicht mehr.
Der Index der Einfuhrpreise lag um 9,9 Prozent über dem Vorjahresniveau, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Im Juni hatte die Jahresteuerung bei 9,1 Prozent gelegen. Bereits damals war das Wachstum nach Angaben der Statistiker so hoch wie seit November 2000 nicht mehr. Diese Entwicklung bestätigte sich nun erneut im Juli.
Für die deutliche Verteuerung der Einfuhren sorgte vor allem eine Explosion der Preise für Rohöl und Erdgas. Diese lagen auf Jahressicht um 30,4 Prozent höher und waren im Monatsvergleich 0,1 Prozent gestiegen. Rohöl verteuerte sich binnen Jahresfrist um 35,4 Prozent und Mineralölerzeugnisse um 27,5 Prozent. Die steigenden Preise könnten auch beim Endverbraucher für höhere Ausgaben sorgen: Unternehmen und Handel geben steigende Rohstoffpreise zumindest teilweise an die Verbraucher weiter.
Der Einfuhrpreisindex ohne Erdöl und Mineralölerzeugnisse lag im Juli um 7,5 Prozent höher als im Vorjahr, während er im Vergleich mit Juni unverändert blieb. Die Ausfuhrpreise kletterten im Juli zum Vorjahr um 4,1 Prozent und blieben im Vergleich zum Vormonat stabil. Allerdings waren auch diese 4,1 Prozent ein Rekord: Es war die höchste Jahresteuerungsrate seit Juni 1982.
böl/dpa/ddp/Dow Jones
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