Berlin - Die schwere Wirtschaftskrise hat die Gewerkschaften nur vorübergehend verstummen lassen. Im Aufschwung melden sie sich umso lautstarker zurück: Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Michael Sommer, fordert nun satte Lohnzuwächse für Arbeitnehmer. "Es kann nicht sein, dass die Beschäftigen vielfach für die Krise bezahlen", sagte Sommer dem "Hamburger Abendblatt".
Im Abschwung hätten Arbeitnehmer wegen der Kurzarbeit merkliche Gehaltseinbußen hinnehmen müssen, sagte Sommer weiter. Die Gewerkschaften hätten sich zudem mit hohen Forderungen zurückgehalten und stattdessen eine "moderate Lohnpolitik" gemacht. "Aber im Aufschwung halten wir uns nicht mehr zurück", sagte der Gewerkschaftschef und kündigte an: "Jetzt sind unsere Leute mal wieder dran." Ähnliche Ansprüche hatte bereits die IG Metall und die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, die im DGB organisiert sind, erhoben.
Arbeitgeber warnen vor schweren Auswirkungen
Allerdings müssen sich die Gewerkschaften auf harte Gegner einstellen. Die Chefs der großen Verbände BDA und BDI warnten die Arbeitnehmervertreter bereits davor, den Aufschwung abzuwürgen. Jetzt schloss sich auch der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, an. In einem Gastbeitrag für "Bild am Sonntag" schrieb er: "Nach dem tiefsten und brutalsten Einbruch der jüngeren Wirtschaftsgeschichte steht der Aufschwung noch auf wackeligen Beinen. Unsere Betriebe hatten einen erschreckenden finanziellen Aderlass."
Der Gesamtmetall-Chef sagte weiter: "Wir sind bereit, diesen Kurs der Stabilisierung unserer Betriebe und unserer Beschäftigung fortzuführen. In diesem Sinne ist unser Tarifabschluss vom März angemessen und vertretbar - zwei Pauschalzahlungen für dieses Jahr und ab Frühjahr 2011 eine Erhöhung von 2,7 Prozent."
IG Metall-Vorsitzender Berthold Huber verteidigte hingegen die Forderungen der Gewerkschaften. "Arbeitnehmer müssen etwas vom Aufschwung abbekommen. Höhere Löhne sind gerecht und vernünftig. Sie sind gut für die Menschen und für die Konjunktur", schrieb er für die Zeitung.
yes/Reuters/dpa
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Deswegen kann man den Gewerkschaften auch nicht vorwerfen, daß sie Schuld daran, sind, wenn sich die Löhne in den letzten Jahren nur unterdurchschnittlich weiterentickelt haben, da die Gewerkschaften ja nur für einen kleinen [...] mehr...
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