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31.08.2010
 

Joboffensive

China wirbt um ausländische Manager

Ölpipelines in China: Die Regierung wünscht sich schlagkräftigere Staatsunternehmen.Zur Großansicht
REUTERS

Ölpipelines in China: Die Regierung wünscht sich schlagkräftigere Staatsunternehmen.

Die Regierung in Peking geht auf Abwerbe-Tour. Um ihre Staatskonzerne fit zu machen, wollen die chinesischen Behörden internationale Führungskräfte einstellen. Das Problem: Die ausländischen Top-Kräfte müssen sich politisch fügen.

Peking - China boomt und wächst unaufhaltsam - doch die Staatskonzerne hinken der weltweiten Konkurrenz hinterher. Das soll sich ändern: Die Chinesische Regierung hat angekündigt, Top-Positionen in zwölf seiner größten staatseigenen Konzerne mit internationalen Talenten zu besetzen.

Zwar gab es solche Aktionen schon früher, doch mit der Ankündigung vom Montag startet das größte Abwerbe-Manöver für Führungskräfte in der chinesischen Geschichte.

Peking will zwischen 30 und 50 Staatskonzerne als nationale "Champions" etablieren. Der Plan erstreckt sich über alle Branchen, von Fluggesellschaften über Banken bis zu Ölkonzernen. Zwar gehören einige der Staatsbetriebe bereits zu den Größten der Welt, weil sie in der riesigen chinesischen Volkswirtschaft einen Sonderstatus genießen. Trotzdem gelten sie den Behörden als international nicht wettbewerbsfähig genug. Konzerne wie die China Telecom oder der Ölmulti Petro China arbeiten hart daran, noch effizienter und profitabler zu werden.

Deswegen hat die staatliche Verwaltungsbehörde SASAC ("State-owned Assets Supervision and Administration Commission") in einer zweiseitigen Zeitungsanzeige angekündigt, sie suche "heimische und ausländische Kandidaten", um die Firmen zu stärken.

Diese befinden sich in einem ständigen Zwiespalt: Einerseits sollen sie Geld verdienen, andererseits zwingt die kommunistische Regierung sie zu kostspieligen Initiativen, etwa Investitionen in armen Regionen oder für ein chinaweites UMTS-Netz. Neue Manager sollten sich klar sein, dass politische Entscheidungen Vorrang hätten, sagt der Pekinger Unternehmensberater Albert Louie. "Abwerben heißt nicht, ihnen Entscheidungsgewalt zu geben", sagt Louie, "die wichtigen Entscheidungen trifft immer noch die Regierung."

Das könnte es den Chinesen erschweren, Ausländer für die Positionen zu finden. Den Spagat zwischen Expertise und Loyalität würde die Regierung eher mit Einheimischen schaffen oder mit Chinesen, die sie aus dem Ausland zurückholt. Albert Louie nennt das Beispiel Dongfeng Motor, Chinas größtem Autohersteller: "Die dortigen Manager sind loyal zur Partei und wissen gleichzeitig, wie man solch riesige Unternehmen führt."

Die SASAC legte sich allerdings nicht fest. Jede Stelle habe ihre eigenen Kriterien, hieß es aus der Behörde auf die Frage, ob denn Chinesen bevorzugt würden. Im vergangenen Jahr startete der Luftfahrtkonzern Aviation Industry Corp. Of China eine weltweite Kampagne, um Manager zu rekrutieren. Nach sechsmonatiger Suche bekamen aber sechs Chinesen die Vorstandsjobs.

Die Staatsbehörde vereinigt 123 Konzerne unter ihrem Dach, darunter die Bank of China oder der Versicherer China Life Insurance, viele sind unter den Größten der Welt. PetroChina ist hinter Exxon Mobil die Firma mit dem zweitgrößten Marktwert weltweit.

Die SASAC teilte mit, die Profite der Staatskonzerne seien im ersten Halbjahr 2010 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 60 Prozent gestiegen. Die Staatsindustrie profitierte enorm vom Konjunkturprogramm der Regierung - Autobahnbau und andere Infrastrukturprojekte sorgten für mehr Nachfrage in klassischen staatlich dominierten Sektoren wie der Zement- oder Stahlindustrie.

Der private Sektor fühlt sich indes im Stich gelassen. Die Lücke zwischen Staatsbetrieben und Privatwirtschaft ist so groß, dass die chinesische Presse einen Slogan erfunden hat: "Guo jin, min tui" - oder auf Deutsch: "Der Staat hebt ab, die Privaten bleiben zurück."

jaw/AP

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insgesamt 2154 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
23.08.2010 von rainz:

Danke! Je mehr Bürgen diese unfragbaren Fragen stellen, umso eher bekommen wir vielleicht unsere Politikdarsteller mal dazu, uns zu erzählen für wen solche Gesetze, Regelungen und Abkommen gut sein sollen (ausser sie selbst [...] mehr...

23.08.2010 von eeezy: Irgendwie verstehe ich dass mit den Importzöllen nicht so richtig...

...kann mir das mal jemand erklären? Wieso kann China auf in Europa produzierte Waren so hohe Importzölle erheben dass sich nur noch die Produktion vor Ort lohnt....und die EU darf im Gegenzug nichtmal mickrigste Importzölle auf [...] mehr...

23.08.2010 von Burkhardt1949: Eins verstehe ich nicht

Wie kann China als WTO Mitglied hohe Einfuhrzölle auf PKW erheben? Und warum werden dann keine hohen Eifuhrzölle auf Textilien , Schuhe, Spielzeuge aus China in der EG erhoben usw um unsere Arbeitsplätze zu schützen? Schlafen [...] mehr...

22.08.2010 von tao chatai:

Werter Diomedes, wie immer zwei exzellente Post an mich;ich brauche etwas Zeit zu antwarten;bei mir ist schon 8:30 abends und die Maedels rufen an.... hier noch ein guter Link der Sie auch heute Nacht beschaeftigen koennte [...] mehr...

22.08.2010 von ray4901: ich meinte

ich wollte nicht alte Kamellen aufwärmen, ich denke eher so an aktuellere Naturkatastrophen und Industrieunfääle und ähnliches. Und die Art und Weise wie diese kommuniziert und dann auch effizient bewältigt werden. Beim übrigen [...] mehr...

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Import nach Deutschland aus ausgewählten Ländern 2009
in Milliarden Euro Veränderung zum Vorjahr in Prozent
gesamt 674 -16,4
Niederlande 58 -14,6
Frankreich 55 -13,9
China 55 -8,8
Italien 40 -15,3
USA 40 -14,1
Großbritannien 33 -20,3
Russland 25 -33,0
Quelle: Statistisches Bundesamt, vorläufige Daten

Vier Risiken für Chinas Wirtschaft


Export aus Deutschland in ausgewählte Länder 2009
in Milliarden Euro Veränderung zum Vorjahr in Prozent
gesamt 808 -17,9
Frankreich 82 -12,6
USA 54 -24,6
Niederlande 54 -17,7
Großbritannien 53 -17,2
Italien 51 -17,7
China 37 +7,0
Russland 21 -36,6
Quelle: Statistisches Bundesamt, vorläufige Daten

Länderlexikon China

Fläche: 9.572.900 km²

Bevölkerung: 1341,335 Mio. Einwohner

Hauptstadt: Peking

Staatsoberhaupt: Hu Jintao

Regierungschef: Wen Jiabao

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