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02.09.2010
 

Laufzeitdebatte

Alten Atomreaktoren droht nach fünf Jahren das Aus

AKW-Brunsbüttel: Wäre von den Plänen betroffenZur Großansicht
REUTERS

AKW-Brunsbüttel: Wäre von den Plänen betroffen

Kurze restliche Lebensdauer für alte Reaktoren: Die sieben ältesten Atomkraftwerke müssen laut einem Zeitungsbericht möglicherweise binnen fünf Jahren vom Netz. Eine Entscheidung könnte bereits am Wochenende fallen.

Berlin - Die deutschen Kraftwerksbetreiber müssen sich möglicherweise schneller als gedacht von ihren in die Jahre gekommenen Reaktoren trennen. Laut "Süddeutscher Zeitung" sollen die sieben ältesten deutschen Atomkraftwerke möglicherweise binnen fünf Jahren vom Netz. Die Bundesregierung diskutiere einen entsprechenden Vorschlag des Bundesumweltministeriums, schreibt die Zeitung.

Demnach sollen die Betreiber der Anlagen nur fünf Jahre Zeit erhalten, ihre Kernkraftwerke gegen gezielte Terrorangriffe aus der Luft zu schützen. Maßstab soll ein gezielter Absturz eines Airbus-Flugzeugs vom Typ A320 sein, wie der SPIEGEL bereits berichtet hatte. Die älteren deutschen Reaktoren sind für solche Kräfte nicht ausgelegt, sie müssten mit einer völlig neuen Hülle ausgerüstet werden.

Eine Entscheidung könnte laut "SZ" am Sonntag fallen: Dann will die Bundesregierung in einer Spitzenrunde die zentralen Fragen rund um die Atomkraft klären.


Daneben zeichnet sich laut Zeitungsbericht eine Obergrenze für die geplanten Laufzeitverlängerungen ab. Die für Verfassungsfragen zuständigen Ministerien für Inneres und Justiz hätten sich darauf geeinigt, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dafür höchstens ein Drittel der bisherigen Laufzeit von 32 Jahren zu empfehlen. Das bedeutet, dass die Reaktoren durchschnittlich etwa zehn Jahre länger am Netz bleiben könnten. Nur mit dieser maximalen Frist lässt sich nach Auffassung dieser Ressorts das Atomgesetz ohne Zustimmung des Bundesrates ändern.

Teile der CSU allerdings rechnen mit einer Laufzeitverlängerung, die "deutlich über" zehn Jahre hinausgeht. "Wir gehen davon aus, dass es näher an 15 Jahren als an zehn Jahren liegt", sagte CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich in der Nacht zu Donnerstag vor Journalisten in seinem fränkischen Wahlkreis. Merkel hatte sich indirekt für eine Laufzeitverlängerung von zehn bis 15 Jahren ausgesprochen.


Friedrich sagte weiter, es könne dabei durchaus unterschiedliche Laufzeiten für die verschiedenen Kernkraftwerke geben. "Aber es wird natürlich am Ende im Durchschnitt eine Laufzeitverlängerung geben, bei der ich davon ausgehe, dass sie über zehn Jahre liegt - deutlich", fügte er hinzu. Darüber müssten aber zunächst weitere Gespräche geführt werden.

Die FDP will sich jede Art der Verlängerung gut bezahlen lassen. Neben der Brennelementesteuer müsse es "weitere Zahlungen der Konzerne zur Förderung von erneuerbaren Energien geben", sagte FDP-Umweltkoordinator Michael Kauch der "Financial Times Deutschland".

yes/AFP/Reuters

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