Peking - Der Investor Warren Buffet und Microsoft-Gründer Bill Gates laufen Gefahr sich mit ihrer spektakulären Milliardärs-Spendenaktion eine deutliche Abfuhr abzuholen - zumindest in China: Wie das "Handelsblatt" berichtet, werden die Amerikaner bei einem geplanten Dinner in Peking wohl vor vielen leeren Stühlen stehen. Von 50 geladenen chinesischen Milliardären haben erst zwei zugesagt.
Das ehrgeizige Ziel, dass sich Amerikas Wohltäter Nummer Eins gesteckt haben: Mit der Kampagne "The Giving Pledge", die im Juni startete, wollen sie hunderte Milliardäre weltweit überzeugen, den Großteil ihres Vermögens zu Lebzeiten oder im Todesfall zu spenden. Doch in China scheint die Idee auf wenig Begeisterung zu stoßen. "Einige wenige der Eingeladenen haben die Einladung abgelehnt, andere haben zunächst nachgefragt, ob sie zu Spenden genötigt werden", erklärte Ray Yip von der Bill & Melinda Gates-Stiftung der Zeitung.
Wie der "Daily Telegraph" meldete, plane die Stiftung jetzt nochmal nachzuhaken und persönliche Briefe zu verschicken. Darin solle den Eingeladenen nochmal schriftlich versichert werden, dass mit der Einladung zu dem Dinner noch keine Spendenzusage verbunden sei.
Immerhin einen weiteren Mitstreiter haben Gates und Buffet schon vor dem Dinner gewonnen: Der Abriss- und Altwaren-Unternehmer Chen Guangbiao gab bekannt, sich dem Aufruf der Amerikaner anzuschließen. Sein ganzes Vermögen von mehr als fünf Milliarden Yuan, umgerechnet 577 Millionen Euro, soll nach seinem Tod wohltätigen Zwecken zufließen, zitierten Zeitungen am Dienstag aus einem offenen Brief des 42-Jährigen. Seine Zusage sei "ein Geschenk" für die beiden Wohltäter aus den USA anlässlich ihres China-Besuches diesen Monat. ihr Engagement habe ihn "tief bewegt".
Die geteilten Reaktionen zeigen, dass Gates wohl kulturelle Unterschiede nicht einkalkuliert hat. Das amerikanische Wohltätigkeitsmodell passt mit chinesischen Vorstellungen nur schlecht zusammen. Während in den USA bei Wohlhabenden die Devise gilt "Tue Gutes und rede darüber", trennen sich reiche Chinesen ungern für wohltätige Zwecke von ihrem Geld. "Reiche Leute in China interessieren sich mehr für das Wohlergehen ihrer Familie", sagt Jin Jinping von der Universität Peking gegenüber dem "Handelsblatt".
Die ansonsten gerne öffentlich auftretenden chinesischen Milliardäre haben sich derweil in Stillschweigen gehüllt. So ist noch nicht klar, wer eigentlich genau eingeladen ist. So sind bisher nur wenige Namen der illustren Gästeliste bekannt: Zhang Xin, die Geschäftsführerin und Mitgründerin von SOHO China, einem Immobilienunternehmen, der Chef des Getränkeherstellers Wahaha, Zong Qinghou, und der Vorsitzende des Auto- und Batterie- Herstellers BYD, Wang Chuanfu, in dessen Unternehmen der US- Milliardär Buffett investiert hat, sind nach Zeitungsberichten unter den Gästen.
Eigentlich würde es China nicht an Superreichen mangeln: Nach den USA ist China das Land mit den meisten Milliardären der Welt, 130 wurden letztes Jahr gezählt. Ihr ermitteltes Vermögen war in einem Jahr auf 571 Milliarden Dollar gestiegen.
Auch in Deutschland war Gates Spendenaufruf nicht auf große Gegenliebe gestoßen: Gates hatte versucht, ihm persönlich bekannte deutsche Milliardäre für seine Spendeninitiative zu gewinnen. Doch auch die zeigten sich bisher ablehnend. Wenigstens in den USA hatten Gates und Buffet Erfolg: Die beiden gaben im August bekannt, dass ihre Kampagne von 40 US-amerikanischen Großindustriellen unterstützt werde.
kim/dpa
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nur mal zur Erinnerung: China ist nach wie vor ein kommunistischer Staat - oder zumindest von einer Partei regiert, die sich so nennt. In einer Diktatur kommunismustischen oder sozialistuschen Anstriches sorgt doch der Staat für [...] mehr...
nach wie vor finde ich die idee von herrn buffet zwar löblich, halte sie aber im kern der sache für falsch. spenden um benachteiligten zu helfen sich selbst zu helfen sind an und für sich gut. aber wie wir bis jetzt gesehen haben [...] mehr...
kann man keinen verpflichten oder auffordern, gerade nicht die Superreichen, denen jedes Mitgefuehl fuer arme Leute total abhanden gekommen ist. Es ist einfacher, einen Armen um ein paar Groschen fuer einen anderen Armen zu [...] mehr...
PS: "Armen" sollte natürlich in Anführungszeichen. mehr...
Sozialistische Länder kennen eben keine Eigenverantwortung. Ich habe daher mit genau diesem Resultat für Deutschland und China gerechnet. Für Wohltaten ist der totale Staat zuständig, wer selbst Gutes tut macht sich verdächtig. [...] mehr...
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