New York - Nach Auswertung des Stresstests ging zunächst ein Aufatmen durch die Branche: Die Zahl der Geldhäuser, die als gefährdet einzustufen waren, fiel erheblich geringer aus als zunächst befürchtet.
Diese Entwarnung könnte sich als gefährlicher Irrtum erweisen, wie das "Wall Street Journal" schreibt. Die Stresstests legen nämlich nicht vollständig dar, wie sich die Banken in Staatsanleihen verschuldeter europäischer Länder engagiert hatten. Etliche Banken hätten kein so umfassendes Bild vom Umfang der von ihnen gehaltenen Anleihen geliefert wie von den Behörden behauptet.
Angaben über bestimmte Anleihen seien in Einzelfällen einfach unter den Tisch gefallen, in anderen sei die Summe der gehaltenen Bonds um Short-Positionen bereinigt worden. Die Zeitung bezieht sich dabei auf Aussagen von Branchenvertretern und eigenen Angaben der Banken. Danach wiesen einige Institute wie etwa Barclays
und Credit Agricole
ein deutlich niedriges Engagement in Anleihen verschuldeter Staaten aus.
Die neuen Studienergebnisse stellen ein wichtiges Ziel der Stresstests in Frage: Eigentlich sollten sie Bankern weltweit die Zuverlässigkeit des europäischen Finanzsystems demonstrieren und das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen. Vertreter mehrerer Banken gaben dem Bericht zufolge an, sie hätten sich lediglich an die Vorgaben des unabhängigen Ausschusses der europäischen Bankenaufseher CEBS gehalten. Eine Sprecherin des CEBS wollte im "WSJ" keine Stellung nehmen.
Der Bericht der Zeitung sorgte für Aufregung bei Börsenhändlern: Bankenwerte gerieten unter Druck, Aktien der Deutschen Bank
waren am Vormittag mit minus 1,7 Prozent der drittschwächste Dax-Wert, Titel der Commerzbank
sackten um 1,5 Prozent ab. Die Papiere der Societé Generale waren mit minus 3,2 Prozent schwächster Wert im EuroStoxx 50. Credit Agricole
, BNP Paribas
und Banco Santander
gaben ebenfalls um mehr als zwei Prozent nach. Barclays
fielen in London gar um 3,3 Prozent. Der Euro-Kurs gab um 0,5 Prozent nach.
Beim Stresstest mussten 91 Banken in Europa unter anderem offenlegen, wie viele Anleihen europäischer Staaten sie halten. Stichtag für die Zahlen war der 31. März. Zu der Zeit waren die Sorgen um das Engagement von Banken in Anleihen verschuldeter Staaten und die Zuverlässigkeit des europäischen Finanzsystems groß.
mik/apn/dpa
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Es muss auch keiner Finanzexperte zu sein um zu wissen , das keine Bank , die nächste weltweite Finanzkrise überstehen wird. Diese Stresstests sind ein Witz. mehr...
Wurde offiziell nicht erwähnt in den Nachrichten der gleichgeschalteten DDR2-Medien: Hypo Real Estate Holding - FAIL Hat den Stresstest nicht bestanden. rolli mehr...
>Seid versichert, das Banken- und Finanzsystem wird alles überleben. Wir haben nichts besseres und es wird danach nichts besseres geben - eins wird es allemal: immer teurer für den Endkunden, denn der zahlt die ganze Kontroll- [...] mehr...
sicher nicht schreiben. Wenn es nach den SPON-Thread-Teilnehmern ginge, wäre unser Finanz- und Bankensystem mindestens schon seit 2008 hinüber - eher früher. Sind ja alle Banken- und Finanzexperten hier. Und wenn die [...] mehr...
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