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07.09.2010
 

KfW-Überweisungspanne

Staatsanwaltschaft sieht keine Indizien für Untreue

Ehemalige Zentrale von Lehman Brothers: Überweisung kurz vor der PleiteZur Großansicht
AP

Ehemalige Zentrale von Lehman Brothers: Überweisung kurz vor der Pleite

Ein schwerwiegender Fehler bleibt ohne juristische Folgen: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat das Ermittlungsverfahren gegen führende Manager der KfW eingestellt. Sie hatten noch am Tag der Pleite dem US-Investmentbank Lehman Brothers rund 320 Millionen Euro überwiesen.

Frankfurt am Main - Die Millionen-Überweisung der Staatsbank KfW nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers bleibt für die zuständigen Manager ohne juristische Folgen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat die Ermittlungen in der Sache eingestellt, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Die Strafverfolger hatten wegen des Verdachts der Untreue gegen den KfW-Vorstand und den früheren Bereichsleiter für Risikokontrolle ermittelt. Es hätten sich jedoch "weder Beweise noch Indizien dafür ergeben", dass die Manager mit der Möglichkeit der Überweisung und dem Verlust des Geldes gerechnet hätten.

Die KfW hatte am Morgen des 15. September 2008 rund 320 Millionen Euro an Lehman Brothers überwiesen. Kurz zuvor hatte die US-Bank an dem Montagmorgen bei den zuständigen US-Behörden Insolvenzantrag gestellt. Der Pleiteantrag von Lehman sei für die beschuldigten Manager "völlig überraschend" gekommen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. In der Finanzwelt und der Öffentlichkeit sei damals bekannt gewesen, dass zuvor am Wochenende die US-Zentralbank, Lehman und andere Banken über Rettungsmöglichkeiten verhandelt hatten.

Zwar seien bei der KfW vor dem Septemberwochenende 2008 Probleme bei Lehman bekannt gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Jedoch wurde bei der Staatsbank damals demnach eine Insolvenz von Lehman nicht in Betracht gezogen, "vielmehr wurde für möglich gehalten, dass die damals viertgrößte Investmentbank der Welt von einer anderen Bank übernommen" oder vom Staat gestützt wird. Deswegen seien bei der KfW die laufenden Geschäfte mit Lehman nicht eingestellt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Die KfW unterhielt mit Lehman seit 1992 bestimmte Währungsgeschäfte. Die Überweisung am 15. September 2008 war Teil dieser Geschäftsbeziehung. Im Zuge des Insolvenzverfahrens bei Lehman erhielt die KfW später wieder 200 Millionen Euro zurück.

mik/AFP

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insgesamt 4 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
08.09.2010 von kuriosos: boarg

Leute , ehrlich, beim kleinen mann bedeutet unwissenheit schützt vor strafe nicht, doch wohl eher im alltagsgebrauch das wenn ich falsch parke und hinterher sage öh das schild konnte man aber nicht gut sehen, das der [...] mehr...

07.09.2010 von Regulisssima: Nur ein Wort

Kaum spricht einer das Wort "Staatsbanken" aus, ist der Raum mit dem Geruch eines Abwasserkanals erfüllt. mehr...

07.09.2010 von saul7: ++

Ein schwerer Fehler von Bankmanagern bleibt ungesühnt, und die wirtschaftlichen Folgen tragen die Bürger des Landes. Was muß eigentlich noch passieren, um solche Leute effektiv bestrafen zu können?? mehr...

07.09.2010 von L0k3: ...

Öhm beim kleinen Mann heißt es immer Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Ich finde wir sollten Dummheit und Unwissenheit auch bei den Herrn Manager als Strafkriterium anwenden. Die Ausrede "Wir wußten ja nicht das die [...] mehr...

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Lehren aus dem Kollaps

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"Die Banken setzen die Lehren aus der Krise Schritt für Schritt um. Schwerpunkt dieser Reformen ist das Risikomanagement: Die gewohnten Modelle werden gründlich überarbeitet, Stresstests intensiver eingesetzt. Die Banken haben ihr Eigenkapital erhöht, die Fremdfinanzierung ihrer Geschäfte abgebaut, ihre Liquiditätspuffer verstärkt, die Abhängigkeit von kurzfristigen Geldern verringert und die Strukturen von Forderungen und Verbindlichkeiten noch mehr miteinander in Einklang gebracht. Überkomplexe Finanzprodukte sind zugunsten mehr standardisierter und transparenter Produkte aus dem Angebot verschwunden. Die Leitlinien für die Kundenberatung wurden überarbeitet, und besonders für Verbriefungen und Derivate entstehen derzeit übersichtlichere und solidere Marktinfrastrukturen. Nicht zuletzt passen die Banken aber auch ihre Vergütungsmodelle an. Ziel ist dabei, die Vergütung noch besser am nachhaltigen Erfolg und den längerfristigen Interessen der Aktionäre auszurichten."

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Niall Ferguson, Historiker an der Harvard-Universität und Autor

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