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08.09.2010
 

Neue Altersstudie

Arbeitnehmer gehen später in Rente

Deutsche Rentner: Immer später in den RuhestandZur Großansicht
dpa

Deutsche Rentner: Immer später in den Ruhestand

Die Deutschen beginnen ihren Ruhestand nicht mehr so früh wie bisher. Das durchschnittliche Renteneintrittsalter liegt einer Regierungsstudie zufolge inzwischen bei 63 Jahren - 2002 war es noch ein Jahr weniger. Gleichzeitig steigt die Angst vor dem sozialen Abstieg im Alter.

München - Die Menschen in Deutschland gehen immer später in Rente. Nach einer Studie im Auftrag der Regierung sei das Renteneinstiegsalter seit dem Jahr 2002 um zwölf Monate gestiegen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Inzwischen beginne der Ruhestand im Durchschnitt mit 63 Jahren. Der Anteil der Menschen, die auch nach ihrem 60. Geburtstag einer Arbeit nachgingen, sei auf 33 Prozent gestiegen.

Trotz dieser Veränderungen müsse es mit Blick auf die Rente mit 67 künftig noch mehr Arbeitsmöglichkeiten für Über-60-Jährige geben, berichtet die Zeitung aus der Studie "Deutscher Alterssurvey", die im Auftrag des Bundesfamilienministeriums erstellt wurde. Nur so sei das Ziel, das Renteneintrittsalter weiter zu erhöhen, tatsächlich zu erreichen.

Seit 1996 werden für die Studie die Lebensumstände von Menschen im Alter zwischen 40 und 85 Jahren in Deutschland untersucht. Ihr zufolge arbeiten die Bürger nicht nur länger, immer mehr Menschen nutzen inzwischen auch die Altersteilzeit als Brücke in den Ruhestand. Im Jahr 2008 bemühte sich dem Bericht zufolge bereits jeder Zehnte im Alter zwischen 55 und 59 Jahren und jeder Vierte zwischen 60 und 64 darum, von einer Vollzeitstelle in die Altersteilzeit zu wechseln.

Deutliche Unterschiede bei der Berufsdauer gibt es weiterhin zwischen Männern und Frauen, wie die Zeitung berichtete. Bei den Männern arbeiteten knapp vierzig Prozent über den 60. Geburtstag hinaus in einer festen Stelle, bei den Frauen sind es 32 Prozent in West- und 25 Prozent in Ostdeutschland.

In der Untersuchung zeigte sich der Zeitung zufolge auch, dass fast ein Drittel aller Bürger im Alter zwischen 40 und 85 Jahren ein großes Bedürfnis haben, sich sozial zu engagieren - ohne dass sie bisher wissen, wie. Darum will sich Familienministerin Kristina Schröder (CDU) in Zukunft stärker kümmern. Schröder sagte der Zeitung, die Studie bestätige, dass immer mehr Menschen sich gerne "Zeit für Verantwortung nehmen" wollten. "Das ist ein Schatz, den wir heben wollen." So könnten die sogenannten jungen Alten eine wichtige Rolle bei der Betreuung alter und kranker Menschen spielen.

Jeder Dritte fürchtet den sozialen Abstieg

Die sozialen Unterschiede im Alter würden zudem immer größer, zitierte die Zeitung aus der Studie. Die Schere zwischen den Gutverdienenden, die sich gut versorgt fühlen, und denen, die sich echte Sorgen machen, gehe immer weiter auseinander. Rund 60 Prozent aller älteren Menschen hätten ihre finanzielle Lage als gut oder sehr gut bezeichnet. Zugleich nehme die Zahl derer zu, die gravierende Einschnitte befürchteten. Inzwischen habe fast jeder Dritte Angst vor einem deutlich sinkenden Lebensstandard.

In Deutschland und anderen Ländern streiten Politiker und Bürger über die Rente mit 67. Die Gewerkschaften lehnen die Rente mit 67 als verkappte Rentenkürzung ab. Die SPD hat eine Kursänderung bei der Rente mit 67 beschlossen. Der von ihr vor drei Jahren in der Großen Koalition festgelegte Einstieg in das höhere Rentenalter ab 2012 soll bis mindestens 2015 verschoben werden. Mindestens die Hälfte der 60- bis 64-Jährigen soll sozialabgabenpflichtig beschäftigt sein, bevor die Rente mit 67 kommt. Die Bundesregierung lehnt dies ab.

In Frankreich waren am Dienstag nach Gewerkschaftsangaben über zwei Millionen Menschen aus Protest gegen die geplante Rentenreform auf die Straße gegangen. Im Nachbarland soll das Renteneintrittsalter auf 62 Jahre erhöht werden.

ffr/AFP/Reuters

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insgesamt 12 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
08.09.2010 von KeyWest:

Das stimmt so nur zum Teil... 1. Schritt: Ermitteln der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge Zu den ruhegehaltfäigen Dienstbezügen gehören das Grundgehalt das zuletzt bezogen wurde und der Familienzuschlag * maximal * der Stufe 1 = [...] mehr...

08.09.2010 von emma: Gute Idee:

...und selbstverständlich anteilig nach Dienstjahren. mehr...

08.09.2010 von stanis laus: Sind wir gleich? Oder wo sind wir eigentlich.

Diskutiert werden sollte die Pension für Abgeordnete ab 67. Auf dem gleichen Niveau wie für alle Arbeitnehmer. mehr...

08.09.2010 von Peter Sonntag: Deutsche gehen durchschnittlich mit 63 in Rente

Und warum wohl ? Weil sie so fleißig sind und das Bruttosozialprodukt erhöhen wollen? Oder weil sie mit ihren Steuern die soziale Gerechtigkeit noch möglicher machen wollen ? Nee, einfach nur, weil sie das Geld brauchen, und [...] mehr...

08.09.2010 von emma: Regierungsstatistik - schon klar...

Vielleicht sollte man bei dieser schönen Statistik in Betracht ziehen, dass die heutigen Arbeitnehmer mit einem Alter von über 60 Jahren meist unkündbar auf festen Planstellen sitzen und wohl größtenteils im Öffentlichen Dienst zu [...] mehr...

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Rentengarantie

ddp
Die Rentengarantie wurde 2009 von der Großen Koalition beschlossen. Die Schutzklausel sieht vor, dass Rentenkürzungen in wirtschaftlich schwachen Zeiten ausgeschlossen sind. Mit der gesetzlichen Garantie wird sichergestellt, dass die Renten in Deutschland auch dann stabil bleiben, wenn die Löhne sinken sollten. Rentner werden somit vor sinkenden Altersbezügen geschützt.

Die damalige Bundesregierung hatte für 2010 und die Folgejahre keine Lohnsenkungen erwartet. Die Rentengarantie war daher eine reine Vorsichtsmaßnahme. Das Gesetz war eine Reaktion auf eine Debatte über mögliche Rentenkürzungen im Jahr 2010.


So viel Rente gibt es im Schnitt (in Euro)
Bundesland Männer Frauen
Baden-Württemberg 1055,39 516,05
Bayern 983,41 496,12
Berlin 1039,27 684,06
Brandenburg 1035,67 677,38
Bremen 1044,16 507,53
Hamburg 1069,70 596,02
Hessen 1051,61 493,95
Mecklenburg-Vorpommern 1000,65 652,84
Niedersachsen 1024,05 459,31
Nordrhein-Westfalen 1118,28 457,83
Rheinland-Pfalz 1013,52 429,57
Saarland 1119,18 390,32
Sachsen 1059,04 682,58
Sachsen-Anhalt 1031,79 649,76
Schleswig-Holstein 1017,89 482,99
Thüringen 1030,28 669,74
Bundesdurchschnitt 1049,27 528,23
Quelle: Deutsche Rentenversicherung. Angaben für gesetzl. Altersrenten, Stand: 31.12.2008

Alles zur Rente ab 67

So steigt das Rentenalter

Wann Sie mit Ihrer vollen Rente rechnen können
Jahrgang Alter*
1946 65
1947 65+1
1948 65+2
1949 65+3
1950 65+4
1951 65+5
1952 65+6
1953 65+7
1954 65+8
1955 65+9
1956 65+10
1957 65+11
1958 66+0
1959 66+2
1960 66+4
1961 66+6
1962 66+8
1963 66+10
ab 1964 67+0
* in Jahren + Monaten
Ab 2012 steigt das Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 Jahre. Die Umstellung beginnt mit dem Geburtsjahrgang 1947. Menschen, die in diesem Jahr geboren wurden, müssen einen Monat länger arbeiten, wenn sie ihre Rente vollständig erhalten wollen. Bis 2023 kommt dann für die einzelnen Jahrgänge jeweils ein Monat Mehrarbeitszeit hinzu. Ab 2024 geht es weiter mit Zweimonatsschritten. Ab dem Geburtsjahrgang 1964 gilt so schließlich das neue Rentenalter 67.

Das sind die Ausnahmen

So viele Abschläge zahlen Sie

Das ändert sich bei der Witwenrente

So ändert sich Ihr Versicherungsbeitrag

Das ändert sich für Schwerbehinderte

Das ändert sich bei den Erwerbsminderungsrenten






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