Von Michael Kröger
Berlin - Zehn Milliarden Euro für 60 Kilometer Bahnstrecke, das ist schon ein Wort. Zu dieser Summe könnten sich die Baukosten für die neue ICE-Verbindung von Wendlingen nach Ulm addieren, wenn man den Ausführungen der Verkehrsplaner Vieregg und Rössler folgt. Im Auftrag der Landtags- und der Bundestagsfraktion der Grünen haben die Berater das Projekt noch einmal durchgerechnet - und stellten dabei sämtliche Annahmen der Deutschen Bahn in Frage.
Ihr Ergebnis: Im günstigsten Fall stehen am Ende der mehr als acht Jahre veranschlagten Bauzeit inklusive Inflation rund 5,3 Milliarden Euro auf der Rechnung - deutlich mehr als die von der Bahn in der jüngsten Kalkulation ausgewiesenen 2,89 Milliarden Euro. Allerdings halten es die Gutachter selbst für eher unwahrscheinlich, dass der errechnete Aufpreis ausreicht. Im Ernstfall könnten die Kosten sogar auf rund zehn Milliarden steigen.
Als Kostentreiber identifizierte Gutachter Martin Vieregg insbesondere den aufwendigen Tunnelbau. Die Bahn habe bisher die Kosten für einen Kubikmeter Tunnel auf etwa ein Viertel der Kosten veranschlagt, die sie für die ICE-Strecke Ingolstadt-Nürnberg veranschlagt habe. Dabei seien die geologischen Verhältnisse am Albaufstieg in Baden-Württemberg viel schwieriger.
Für Winfried Hermann, den Verkehrsexperten der Grünen im Bundestag, ist die Sache damit klar: "Das Gesamtprojekt wird fast das Doppelte von dem kosten, was politisch beschlossen wurde. Die Entscheidungen sind also in Unkenntnis der wahren Kosten getroffen worden." Daher müsse CSU-Verkehrsminister Peter Ramsauer die Neubaustrecke und damit auch "Stuttgart 21" stoppen. "Hier gilt: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende."
Aus Sicht der Bahn sind solche Forderungen aus der Luft gegriffen. Die Berechnung von Vieregg-Rössler entbehre jeder Grundlage, sagt Bahn-Sprecher Martin Walden. Das Gutachterbüro habe schon in der Vergangenheit Kostenberechnungen angestellt, die sich im Nachhinein als falsch erwiesen hätten. Dagegen gebe es viele gute Gründe, die für das Projekt sprächen.
Aber wie sehen diese Gründe aus? Und was spricht gegen "Stuttgart 21"? In der aufgeheizten Stimmung ist die sachliche Diskussion oft in den Hintergrund getreten. SPIEGEL ONLINE trägt deshalb die wichtigsten Punkte der Befürworter und der Gegner zusammen.
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Liebe Diskutantinnen und Diskutanten, weiter geht es bitte hier: http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=20647 mehr...
Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, dass für einen Bauarbeiter S21 das wichtigste soziale Projekt überhaupt sein kann? mehr...
Ich nenne ihnen nur das Beispiel Rüstungsindustrie. Die leben recht gut vom Staat und jedes ausufernde Budget läßt sich durch schlaue Verträge rentabel machen. Lassen sie uns doch an ihrem reichen Erfahrungsschatz teilhaben, [...] mehr...
Das Problem ist nicht, dass Milliarden ausgegeben werden, weil das werden sie auf jeden Fall: http://stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2624843_0_7894_-stuttgart-21-auch-k-21-ist-ein-milliardenprojekt-.html Das Problem ist, [...] mehr...
Haben sie eigentlich noch was anderes zu tun ? Wie wärs mit arbeiten und Geld bzw. Steuern verdienen um solche Projekte zu ermöglichen ? Auf die Straße gehen Rentner, Studenten, Arbeitslose bzw. Freizeitanarchisten. Für so [...] mehr...
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