Wirtschaft


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27.01.2012
 

Schuldenschnitt für Griechenland

Ackermann fordert Obolus von der EZB

Josef Ackermann: Jeder müsse seinen Beitrag leistenZur Großansicht
DPA

Josef Ackermann: Jeder müsse seinen Beitrag leisten

Die Verhandlungen zur Griechenland-Rettung gehen in die heiße Phase. Das Land braucht offenbar noch mehr Milliarden als bislang geplant, Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann will deshalb einen neuen Retter ins Boot holen: Er fordert die Europäische Zentralbank auf, sich am Schuldenschnitt zu beteiligen.

Hamburg - Der Schuldenschnitt für Griechenland steht unmittelbar bevor. Private Gläubiger sollen dem geplagten Land Schulden im Wert von rund 100 Milliarden Euro stunden - für 30 Jahre. Nun mahnt der Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, jeder müsse seinen Beitrag zur Rettung Griechenlands leisten - auch die Europäische Zentralbank.

Ackermann ist Chef des Internationalen Bankenverbands IIF, dieser verhandelt mit den Griechen über den Schuldenschnitt. Bislang sei man dem Land sehr weit entgegengekommen, betonte Ackermann. Die Institute seien bereit, auf fast 70 Prozent ihrer Forderungen zu verzichten. Die gestundeten 100 Milliarden Euro machen rund 50 Prozent der griechischen Schulden bei Privatgläubigern aus. Weitere Verluste entstehen den Gläubigern, weil sie für die gestundeten Schulden für die kommenden Jahrzehnte nur vergleichsweise geringe Zinsen bekommen sollen.

Im Gegenzug fordert Ackermann nun eine Beteiligung der EZB. Diese hatte sich bislang dagegen gesträubt. Seit fast zwei Jahren kauft sie Anleihen europäischer Krisenstaaten auf. Bisher war das für die Notenbank ein zwar riskantes, aber auch gutes Geschäft: Sie streicht hohe Zinsen ein und kann zudem mit Kursgewinnen rechnen. Wenn sie sich nun am Schuldenschnitt beteiligt, würden ihr Verluste drohen.

Das wäre nicht nur ein bitterer Verlust für die Notenbank, sondern auch für die Steuerzahler. Denn die Gewinne der EZB fließen den nationalen Notenbanken zu - und die schütten sie wiederum an den Staat aus. Deutschland erhält gemäß seinem Anteil an der EZB also rund 27 Prozent.

Der Druck auf die EZB wächst inzwischen deutlich. EU-Währungskommissar Olli Rehn hatte am Donnerstag vor einer neuen Milliardenlücke gewarnt, weil Griechenlands Wirtschaft schneller schrumpft als erwartet. Eine genaue Summe nannte er nicht. Nach Angaben aus EU-Kreisen sind aber wohl zusätzliche zwölf Milliarden Euro nötig.

ssu/kha/dpa-AFX/Reuters

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insgesamt 12 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
29.01.2012 von schnitteuk:

Sie haben aber schon begriffen, dass: - Die Banken keineswegs ihre "ganzen" Anleihen bei der EZB abgeladen haben, sondern immer noch in großem Umfang halten (sonst wären die Verhandlungen zwischen Athen und den [...] mehr...

28.01.2012 von Nihil novi: Jep

Das muss man erstmal hinkriegen. Erst läd er sein ganzen Griechenlandanleihen die er 1 zu 1 erstanden hat (Nennwert) bei der EZB ab, hat jetzt nur noch welche im Portfolio für die er keine 40% mehr vom Nennwert bezahlt hat [...] mehr...

28.01.2012 von weltsichtig: Private Beteiligung ist sowieso ein Auslaufmodell

Die Beteiligung privater Gläubiger am Schuldenschnitt in Griechenland ist ein einmaliger Ausrutscher und wird zukünftig nicht mehr vorkommen. Unsere Staatenlenker haben nämlich gemerkt, dass sich die Investoren trotz aller [...] mehr...

28.01.2012 von nick999: Teilweise richtig

Die EZB hat in der letzten Zeit z.B. griechische Staatsanleihen für 30-50% des Nennwertes gekauft. Ein Schuldenschnitt bis zum EZB-Einkaufswert (+vereinbarte Zinsen) wäre angemessen. Auf der anderen Seite wird die EZB von [...] mehr...

28.01.2012 von Gebetsmühle: finanztransacktionssteuer jetzt!

ackermann als einer der hauptschuldigen an der finanzkriese fordert also wieder mal einen "obolus" des steuerzahlers. das kann man machen, aber dann muss man ackermann entlassen und die deutsche bank verstaatlichen. [...] mehr...

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