Um 45 Milliarden Euro Deutschland baut Schuldenberg ab

Die Gesamtschulden von Bund, Städten und Gemeinden sind 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozent gesunken. Sogar die Schuldengrenze des EU-Stabilitätspakts rückt wieder in Reichweite.

Alexanderplatz in Berlin
picture alliance/ Robert Schles

Alexanderplatz in Berlin


Der deutsche Staat hat seinen Schuldenberg weiter abgetragen. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte standen Ende September mit 1929,8 Milliarden Euro in der Kreide. Das waren 2,3 Prozent oder 45,0 Milliarden Euro weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Der Staat profitiert dabei von der guten Konjunktur mit steigender Beschäftigung, wodurch Steuer- und Beitragsaufkommen zulegen. Zudem entlasten niedrige Zinsen auf der Kostenseite.

Die Bundesbank rechnet damit, dass die Staatsverschuldung im zu Ende gehenden Jahr erstmals seit 2002 unter die Marke von 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes sinken kann, die im EU-Stabilitätspakt als Obergrenze festgelegt ist.

"Alle Ebenen des Öffentlichen Gesamthaushalts haben Schulden abgebaut", betonten die Statistiker. Der Bund reduzierte sie um 1,4 Prozent auf 1226,3 Milliarden Euro, die Länder sogar um 3,4 Prozent auf 572 Milliarden Euro. "Bis auf Hamburg und Schleswig-Holstein haben alle Bundesländer ihre Schulden verringert", hieß es. "In beiden Ländern waren Kreditaufnahmen im Zusammenhang mit dem Komplex um die HSH Nordbank ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung." Den höchsten Rückgang meldete Sachsen mit 13,9 Prozent, gefolgt von Baden-Württemberg (-12,5) und Bayern (-11,4).

Der Schuldenstand der Gemeinden sank um 5,5 Prozent auf 131,1 Milliarden Euro. Besonders starke Rückgänge gab es in Mecklenburg-Vorpommern (-9,4 Prozent) und Sachsen (-8,9). Die Sozialversicherung war zum Ende des dritten Quartals mit 403 Millionen Euro verschuldet, was einem Rückgang von 7,3 Prozent entspricht. In der Statistik werden nur Verbindlichkeiten gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich geführt, wozu beispielsweise Kreditinstitute und private Unternehmen gehören.

mik/Reuters



insgesamt 47 Beiträge
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matzesalm 20.12.2018
1. Und jetzt?
Was kann ich mir davon kaufen? Das Geld muss investiert werden in die Digitale Zukunft, Breitbandausbau für jeden Haushalt. Infrastruktur allgemein. Schulen und öffentliche Gebäude. Und nicht zu vergessen erneuerbare Energie. Man sieht ja das auf dem freien Markt die Umweltziele keine so große Rolle spielen. Da muss der Bund mitmachen, Investieren, Fördern und natürlich auch überwachen. Sparen ist schön und gut, aber man kann sich auch kaputt sparen.
coyote38 20.12.2018
2. Naja ...
Zunächst einmal profitiert der Staat von Mario Draghis Nullzinspolitik, wodurch die Neuverschuldung nahezu umsonst funktioniert und die Zinslast des Bundes einfach nur im Zuge der Neuverschuldung drastisch reduziert ... und da sind wir dann auch ungefähr bei den im Artikel genannten 45 Mrd. —- Wer - wie immer - GAR NICHT profitiert, sind die Bürger, denen die gleiche Summe pro Jahr (aus den gleichen Gründen) an Altersvorsorge vernichtet wird.
krautrockfreak 20.12.2018
3. Also, dann her mit einer Entlastung der Bürger und weg mit dem Soli!
Ausreden kann es nun ja keine mehr geben und somit muss die Devise sein "weg mit dem Soli", der schon lange keiner mehr ist, sondern nur dem Schröpfen der Steuerzahler dient.
Dr. Kilad 20.12.2018
4. Es sollte endlich damit Schluss sein,
dass staatliche Schulden einzig der Umverteilung dienen.
bommipit 20.12.2018
5. Zu 1....
Es kann aber nicht sein das der Staat zum Beispiel, auf Kosten der Steuerzahler, Ladesäulen aufstellt und die Stromkonzerne die Gewinne erzielt und davon nur den Steueranteil bezahlt. Ist in den Siebzigern mit den Atomkraftwerken auch gemacht worden. Der Staat hat bezahlt und die Stromkonzerne haben kassiert.
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