Schuldenkrise: 62 Prozent der jungen Griechen haben keinen Job

Arbeitslose in Athen: 1,35 Millionen Menschen ohne Job Zur Großansicht
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Arbeitslose in Athen: 1,35 Millionen Menschen ohne Job

Die Krise auf dem griechischen Job-Markt verschärft sich. Im November stieg die Quote auf 27 Prozent. Besonders dramatisch ist es bei den Bürgern unter 24 Jahren: Hier hat die Arbeitslosigkeit mittlerweile 62 Prozent erreicht.

Athen - Die Arbeitslosigkeit in Griechenland klettert auf neue Rekordwerte. Vor allem für junge Menschen unter 24 Jahren spitzt sich die Lage zu - knapp 62 Prozent hatten im November keinen Job, verglichen mit 50 Prozent im Vorjahresmonat. Das teilte das Statistikamt am Donnerstag mit. Die Arbeitslosenquote stieg insgesamt auf 27 Prozent nach 26,8 Prozent im Vormonat. Im November 2011 hatte die Quote bei 20,8 Prozent gelegen, im November 2008 waren es noch gut acht Prozent gewesen. Insgesamt waren 1,35 Millionen Menschen in Griechenland arbeitslos.

Griechenland steckt im sechsten Jahr einer tiefen Rezession. Das Land ist seit fast drei Jahren auf internationale Hilfskredite angewiesen. Die Regierung hat massive Einsparungen und Steuererhöhungen vorgenommen, diese haben der Konjunktur schwer geschadet und zur Schließung von Tausenden von Firmen geführt.

Die Wirtschaft schrumpfte 2012 nochmals um 6,5 Prozent. Im Vergleich zur Situation vor einem Jahr stand Griechenland im vierten Quartal 2012 mit einem um sechs Prozent gesunkenen Bruttoinlandsprodukt (BIP) am schlechtesten in Europa da, wie die Statistikbehörde Eurostat ermittelte.

Das Arbeitsinstitut des griechischen Gewerkschaft-Dachverbands (GSEE) warnte vor einer weiteren Verschlechterung am Arbeitsmarkt. Mit dem weiteren Schrumpfen der Wirtschaft könnte die Arbeitslosenquote die 30-Prozent-Marke übertreffen. Die griechische Wirtschaftsleistung dürfte 2013 zum sechsten Jahr in Folge sinken. Die Schätzungen liegen bei einem Minus von 4,5 Prozent. Der soziale Friede sei gefährdet, hieß es in dem Bericht. Für den 20. Februar haben die griechischen Gewerkschaften erneut zu einem Generalstreik aufgerufen.

In Griechenland ist die Arbeitslosenhilfe bisher auf ein Jahr begrenzt. Das neue Spar- und Reformprogramm sieht vor, dass Langzeitarbeitslose ab 2014 für ein weiteres Jahr Hilfe in Höhe von monatlich 200 Euro erhalten sollen.

cte/dpa/AP

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insgesamt 89 Beiträge
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1. Traurig, insbesondere
bayernmuenchen 14.02.2013
für die Jugend. Allerdings liegt die Ursache im Land selbst. Noch sind lange noch nicht alle Strukturen neu ausgerichtet
2. Querdenker sagt:
spon-facebook-10000120661 14.02.2013
aber unsere Dauerretter bestätigenund loben das Land weil sie so dolle Fortschritte machen. ach ja, Lagarde will auch schnell noch einen Schuldenerlass für GR. wie schön.
3.
herr_meiermann 14.02.2013
Zitat von sysopDie Krise auf dem griechischen Job-Markt verschärft sich. Im November stieg die Quote auf 27 Prozent. Besonders dramatisch ist es bei den Bürgern bis 24 Jahre: Hier hat die Arbeitslosigkeit mittlerweile 62 Prozent erreicht. 62 Prozent der jungen Griechen haben keinen Job - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/62-prozent-der-jungen-griechen-haben-keinen-job-a-883467.html)
Sind das die "Opfer" die dem Erhalt unserer "Gemeinschaftswährung" gebracht werden müssen? Keine Perspektiven für junge Menschen in Südeuropa? Bei uns ist die Lage ähnlich. Nur wird die Statistik (noch) durch Leiharbeit/Praktika/unsichere Zeitarbeitsverhältnisse geschönt. Aber über rückläufige Geburtenraten wird gejammert. Wen wundert's...
4. Die Verantwortung
schillerfocke 14.02.2013
für diese ungeheuerliche Zahl an arbeitslosen Jugendlichen ohne Zukunftsaussicht hat insbesondere die Kanzlerin unseres Landes. Sie beschädigt die Zukunft Europas und deren Kinder. Wie lange will man das zulassen? Und wo wird Europa enden? Pfui, Frau Merkel, schämen Sie sich !
5.
pepe_sargnagel 14.02.2013
Zitat von bayernmuenchenfür die Jugend. Allerdings liegt die Ursache im Land selbst. Noch sind lange noch nicht alle Strukturen neu ausgerichtet
Auch die Studenten, welche zumeist noch unter 30 sind haben keine besseren Aussichten in Griechenland. Das ist nicht nur schade, sondern könnte schlimme Konsequenzen haben. Eine "verlorene Generation" schuldet denjenigen später nichts, welche dann ihren Lebensabend in Rente oder Pesnion verbringen wollen. Da aber die "Jungen" dann regieren wird sie kaum ein Gesetz abhalten die "Dankbarkeit" auf Ihre Art und Weise zu zeigen. So könnte man bspw. die Renten und Pensionen aussetzen oder sich noch subtileres einfallen lassen, um den Alten dann zu zeigen wie es ist, wenn man keinen Platz in der Gesellschaft hat und diesen auch mit Mühen nicht bekommt. Ich beobachte das mit Besorgnis! Auch in Deutschland werden immer mehr Absolventen in der Warteschleife geparkt. Die guten machen noch Dr.-Arbeit und die schlechteren machen Aufbaustudiengänge. Hauptsache nicht arbeitslos... Die unter 25-jährigen übrigens müssen von der BA umgehend in Maßnahmen vermittelt werden. So senkt man die Jugendarbeitslosigkeit natürlich geschickt auf Staatskosten, denn der Steuerzahler bezahlt dann etwaige Weiterbildungen und der Arbeitgeber spart sich die kostenintensiven Weiterbildungen, weil er die Kosten umlegt. Immer mehr Arbeitgeber (auch öffentliche) bezahlen auch keine Anfahrtskosten mehr für Bewerbungsgespräche. Ja gehts noch? Das ist doch wohl ein eindeutiges Zeichen, wie sehr man sich um den Bewerber kümmert und wie groß der Fachkräftemangel doch sein muss, wenn man dem Arbeitgeber schon bei der Bewerbung zeigt, dass er dem Unternehmen nichts wert ist.
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Hauptstadt: Athen

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Karolos Papoulias

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