Hamburg - Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zeigt sich finanziell äußerst kreativ, um das seit Jahren umstrittene Projekt des Militär-Transportflugzeugs A400M zu retten. Das geht aus der Vertragsergänzung mit dem Hersteller EADS hervor, die am vergangenen Freitag dem Bundestag zugeleitet wurde und die dem SPIEGEL vorliegt. Darin lässt sich der CSU-Politiker auf eine Reihe kostspieliger Zugeständnisse ein:
Die Zugeständnisse sollen der EADS-Tochter Airbus offenbar etwas Luft bei dem Projekt verschaffen. Für das Unternehmen wird das 20 Milliarden teure A440M-Projekt zunehmend zum Problem. Der Bau verzögert sich immer weiter, die Kosten schnellen in die Höhe. Die Produktion stand mehrfach vor dem Aus und konnte nur durch Zugeständnisse der Abnehmer gerettet werden. An dem sollen europaweit bis zu 40.000 Jobs hängen.
Der Haushaltsexperten der Grünen hält die Zugeständnisse für nicht akzeptabel: "Wer 1,5 Milliarden zusätzlich für eine schlechtere und geringere Leistung bezahlt, hat schlecht verhandelt", sagte Alexander Bonde dem SPIEGEL.
Am Freitag hatte sich Guttenberg mit sechs Vertretern der deutschen Rüstungsindustrie getroffen, um die künftige Zusammenarbeit zu besprechen. Eine von ihm zuvor angekündigte härtere Gangart ist zumindest gegenüber EADS offenbar nicht zu erwarten. Guttenberg unterstützt nun auch deren ebenfalls umstrittenes Milliardenprojekt, die Entwicklung der ersten europäischen Drohne "Talarion".
ssu
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