Ruhestand mit 63 Regierung verwehrt Beamten die abschlagsfreie Rente

Beamte sollen nach Willen der Bundesregierung keine abschlagsfreie Rente mit 63 bekommen. Sie haben aber noch Chancen auf Mütterrente.

Rentnerin in Stuttgart: Keine abschlagsfreie Rente für Beamte
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Rentnerin in Stuttgart: Keine abschlagsfreie Rente für Beamte


Berlin - Die Bundesregierung will die abschlagsfreie Rente mit 63 nicht auf die Bundesbeamten übertragen. Das Land Bayern hatte angekündigt, die von Union und SPD im Bund beschlossenen Rentenreformen auch auf seine Landesbeamten zu übertragen. Doch nun teilte die Bundesregierung mit, dass "gesetzliche Rentenversicherung und die Beamtenversorgung zwei nicht miteinander vergleichbare Alterssicherungssysteme" seien.

Bei der Mütterrente sei hingegen die Prüfung einer möglichen Übertragung noch nicht abgeschlossen, teilte die Bundesregierung am Dienstag in Berlin mit.

Die abschlagsfreie Rente funktioniert wie folgt: Wer mindestens 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hat, kann nun mit 63 Jahren ohne Abschlag in Rente gehen. Phasen von Arbeitslosigkeit sollen mit angerechnet werden, ebenso Zeiten der Kindererziehung, der Pflege von Familienangehörigen und Zeiten mit Bezug von Insolvenzgeld.

Die Mütterrente funktioniert so: Etwa 9,5 Millionen Frauen, deren Kinder vor 1992 zur Welt kamen, sollen Kindererziehungszeiten in der Rente besser honoriert bekommen. Pro Kind brutto knapp 28 Euro monatlich mehr im Westen, gut 26 Euro mehr im Osten. Dies ist eine Verdopplung des bisher bezahlten Zuschlags.

ssu/dpa-AFX

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klausi3456 12.08.2014
1. Hat sich das immer noch nicht rumgesprochen?
"Wer mindestens 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hat, kann nun mit 63 Jahren ohne Abschlag in Rente gehen." DAS GILT NUR FÜR DIE GEBURTSJAHRGÄNGE 1951 und 1952!!!! Für jedes weitere Jahr werden 2 Monate addiert.
nils197 12.08.2014
2. zählen
auch die jahre der Ausbildung und des Wehrdienst mit?
cdrenk 12.08.2014
3. Zu kurz
Wenn die Beamten Gleichbehandlung wollen, mögen sich deren Renten am Niveau der BfA orientieren. Rosinenpicken sollte man nicht übertreiben...
medermark 12.08.2014
4. Ist ja wohl auch das mindeste
Diese Regelung zuungunsten der Beamten ist ja auch das absolute Minimum. Auch wenn Frau Beamtin und Herr Beamter -unterstützt von ihren parteiischen Gesinnungsgenossen in der Verfassungsgerichtsbarkeit- Studienzeiten selbstverständlich als Lebensarbeitszeit angerechnet werden haben wollen, ist das zweifelsohne nicht angemessen. Kurz: Auf 45 Arbeitsjahre, was ja die Voraussetzung für die Rente mit 63 ist, kommt kein Beamter. Zudem führt der tendenziell geringere Abnutzungsgrad der Beamtentätigkeit zu einer beamteten Lebenserwartung von zusätzlichen 5 Jahren im Vergleich zum Rest der Bevölkerung. Auch dies ein Privileg, das den Ruhestand mit 63 bei Beamten entbehrlich macht. Zudem kosten die hohen Beamtenpensionen, für die nie etwas eingezahlt wurde und die deutlich höher als die Renten sind, den Steuerzahler viel Geld. Auch gelegentliche Betriebsrenten beim normalen Arbeitnehmer gleichen dies in keinster Weise aus. Ganz abgesehen davon, dass insbesondere Westrentner von den jährlichen 3 Prozent Pensionserhöhungen bei Beamten nur träumen können. Höchste Zeit wenigstens in dieser Frage gegenüber der privilegiengierigen und oft schamlos staatsparasitär agierenden Beamtenkaste in dieser Frage standhaft zu bleiben.
kuschl 12.08.2014
5. Beamte bestens versorgt
Das Gesetz spricht von RENTE, für die eingezahlt wurde, nicht von Pensionen. Wenn die Beamten Gleichstellung wollen, sollen sie einzahlen und auf das prozentuale Niveau der Renten herunterkommen. Das würde Gerechtigkeit in der Altersversorgung bringen!
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