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Absturz der griechischen Wirtschaft: Erst Depression, dann Explosion

Von Corinna Jessen, Athen

Geschäfte machen dicht, die Arbeitslosigkeit klettert mancherorts auf bis zu 70 Prozent: In Griechenland wird erst jetzt das ganze Ausmaß der Krise sichtbar. Das radikale Sparpaket der Regierung stürzt die Wirtschaft in eine tiefe Rezession, selbst brave Familienväter drohen mit einem Aufstand.

Wirtschaft am Boden: Griechische Depression Fotos
DPA

Das Marienfest ist in der griechisch-orthodoxen Welt der Höhepunkt des Sommers. In einer der vielen Kirchen erbitten die Gläubigen die Gnade der Mutter Gottes, nicht selten auf den Knien rutschend. Das Gleiche empfiehlt die Zeitung "Ta Nea" der griechischen Regierung: Sie müsse auf ein Wunder der "Gnadenreichen" hoffen, damit das Land aus seiner schweren Krise erlöst werde. Ohne dieses Wunder drohe dem Mittelmeerstaat ein "heißer Herbst".

Dabei hat sich die Regierung in Athen so sehr bemüht. Mit drakonischen Sparmaßnahmen senkte sie das Haushaltsdefizit um schier unglaubliche 39,7 Prozent - nachdem ihre Vorgänger jahrelang Steuern verschwendet und Statistiken gefälscht hatten. Insgesamt wurden die Staatsausgaben um zehn Prozent zurückgefahren, 4,5 Prozentpunkte mehr als von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) vorgegeben.

Das Problem: Der Sparkurs beeinflusst mittlerweile das gesamte Wirtschaftsleben. Die Kaufkraft sinkt, der Konsum bricht ein, die Zahl der Insolvenzen und der Arbeitslosen steigt. Im zweiten Quartal schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt um 1,5 Prozent. Die Steuereinnahmen, die für die Konsolidierung des Staatshaushalts dringend nötig wären, brechen weg. In der griechischen Gesellschaft gärt ein Gemisch aus Angst, Perspektivlosigkeit und Wut.

Die Erwerbslosenquote liegt bei bis zu 70 Prozent

Nikos Meletis ist akkurat gekleidet, sein Mittelklassewagen sauber gepflegt. Er hat einmal gut verdient im Schiffsbau von Perama, gegenüber der Insel Salamis. "Noch lebe ich von meinen Rücklagen", sagt der 54-jährige Schweißer. Er steht vor den vertäuten Schiffen, auf denen sich nichts regt. Bis zu 300 Tageslöhne im Jahr hat er früher nach Hause gebracht. In diesem Jahr hat er gerade einmal 25 Tageslöhne zusammen. Dafür gibt es 25 Versicherungsmarken. 100 braucht er, damit er sich und seine Familie krankenversichern kann, seine Frau hat Krebs. "Womit soll ich das Krankenhaus bezahlen?", fragt Meletis. Arbeitslosengeld gibt es für höchstens ein Jahr, in Höhe von maximal 460 Euro im Monat. Und das nur, wenn er für die zurückliegenden 15 Monate mindestens 150 Marken vorweisen kann.

Kaum einem Arbeiter in der Schiffbauerzone von Perama gelingt das noch. In der Stadt liegt die Erwerbslosenquote bei 60 bis 70 Prozent. Das hat eine Studie der Universität von Piräus ergeben. Zwar geben 77 Prozent der griechischen Reeder an, mit der Qualität der Arbeit in Perama zufrieden zu sein. Doch fast 50 Prozent schicken ihre Schiffe für Reparaturen in die Türkei, nach Korea und China. In Griechenland seien die Kosten zu hoch, es gebe zu viel Bürokratie und zu viele Streiks - ständige Arbeitskämpfe verzögern immer wieder die Auslieferung.

Perama ist ein Extremfall, gewiss. Aber der Niedergang der Werften steht exemplarisch für die geringe Wettbewerbsfähigkeit der griechischen Wirtschaft. Kaum eine Branche kann bei der Produktivität mit der internationalen Konkurrenz mithalten. Für das Gesamtjahr erwarten Experten einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um vier Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland hofft die Regierung auf ein Plus von bis zu drei Prozent.

Überall brechen die Umsätze weg

Das Sparpaket von Ministerpräsident Georgios Papandreou hat das Wirtschaftsleben regelrecht erschüttert. Im Öffentlichen Dienst wurden die Löhne und Gehälter um bis zu 20 Prozent gekürzt, zu harten Einschnitten kam es auch bei den Renten, außerdem wurden zahlreiche Steuern erhöht. Die Folge: Die Menschen haben immer weniger Geld zur Verfügung, überall brechen die Umsätze weg. Für ein Land, in dem 70 Prozent der Wirtschaftsleistung auf den privaten Konsum entfallen, ist das eine Katastrophe.

Das Ausmaß des Niedergangs lässt sich bei einem kurzen Spaziergang durch Athens Geschäftsstraßen erkennen. In jedem vierten Schaufenster auf der Stadiou-Straße hängt das rote Schild "Enoikiazetai" - zu vermieten. 17 Prozent der Athener Geschäfte müssen Insolvenz anmelden, hat der griechische Einzelhandelsverband ESEE errechnet.

Und in der Provinz ist es nicht besser. Chalkidona war noch vor wenigen Jahren ein Knotenpunkt für den Lastwagenverkehr rund um Thessaloniki. Zwei Hauptstraßen durchziehen das triste Nest, gesäumt von Grillstuben und Ladengeschäften für die Trucker. Maria Lialiambidou hat ihr Haus direkt an der Durchfahrtstrasse. Für die Konditorei im Erdgeschoss bekam sie früher 350 Euro Miete, das hat ihre Witwenrente von 320 Euro deutlich aufgebessert. Doch nun kann Kostas, der Konditor, den alle immer "Pfennigfuchser" nannten, die Miete nicht mehr zahlen. "Enoikiazetai" heißt es jetzt auch hier auf einem riesigen Banner.

Aber niemand möchte den Laden mieten. Auch an der Fleischerei ist keiner interessiert, die ein paar Meter weiter leer steht. "Grillstube Sakis" blinkt es leuchtend auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Sakis hält noch durch, ab und an ist ein Tisch bei ihm besetzt. "Eigentlich gibt es hier keine Arbeit mehr für mich", sagt seine albanische Hilfskraft, die sich in Griechenland Eleni nennt. "Viele meiner Landsleute gehen zurück nach Albanien, da ist es auch nicht schlimmer als hier. Mal sehen, wann ich fahren muss."

"Es brodelt wie in einem Dampfkessel"

Das ganze Land steckt in einer Depression. Überall scheint es nur abwärtszugehen, die Spirale dreht sich unaufhörlich weiter, ein Ausweg ist nicht in Sicht. Das Schlimmste jedoch ist: Kaum einer hat noch Hoffnung, dass es eines Tages besser wird.

Besonders deutlich macht das die Arbeitslosenquote. 2009 lag sie bei 9,5 Prozent, in diesem Jahr dürfte sie auf 12,1 Prozent klettern, für 2011 erwarten Ökonomen einen Wert von 14,3 Prozent. Doch das sind nur die offiziellen Zahlen, vorgelegt hat sie der Generalsekretär der OECD, Angel Gurría. Der griechische Gewerkschaftsdachverband GSEE hält die Angaben für viel zu optimistisch. Die Arbeitnehmervertreter gehen von 20 Prozent für 2011 aus. Das würde der Erwerbslosenquote von 1960 entsprechen, als Hunderttausende Griechen auswandern mussten. Gleichzeitig sei die Kaufkraft auf das Niveau von 1984 zurückgefallen, heißt es beim GSEE.

Menelaos Givalos ist Professor für politische Wissenschaften an der Universität Athen. Im Fernsehen stimmt er die Zuschauer bereits darauf ein, dass die richtig schlimmen Zeiten noch bevorstehen. Ab September, prognostiziert er, werde es eine große Entlassungswelle geben - mit "extremen sozialen Folgen".

"Alles wird teurer, ich verdiene kaum noch etwas, und dann soll ich mehr Steuern zahlen, um das Land zu retten? Wie soll denn das gehen?", fragt Schiffsbauer Meletis. Seine Kumpel in der kleinen Kantine an der Pier in Perama werden lauter. Sie alle sind arbeitslos, verzweifelt, aufgebracht. Wütend auf die Politiker, die das Land in den Dreck gefahren haben. Hier gibt es keine Sympathien für irgendeine Partei, auch nicht mehr für die Gewerkschaften. "Die organisieren die Streiks doch nur aus Eigeninteresse", brüllt Panajiotis Peretridis, "mich interessiert nur noch mein Tagelohn, meine Partei ist der Brotlaib. Ich will meinem Land ja helfen, gib mir Arbeit, und ich zahle Steuern! Aber hier wird unsere Ehre als erstklassige Facharbeiter, als Familienväter, als Griechen in den Schmutz gezogen!"

"Wenn du meiner Familie das Brot wegnimmst, dann mache ich dich fertig, das müssen die Regierenden wissen", sagt Meletis. "Und nennt uns dann nicht Anarchisten! Wir sind Familienväter und verzweifelt. Hier brodelt es wie in einem Dampfkessel. Und der wird irgendwann explodieren."

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 226 Beiträge
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1. Wow
shokaku 18.08.2010
70% Wirtschaftsleistung aus dem privaten Konsum? Viel deutlicher kann man nicht mehr ausdrücken, dass dort munter Geld ausgegeben werden konnte, welches vorher erst gar nicht erwirtschaftet werden musste.
2. Jedoch auch eine Explosion
zappuser 18.08.2010
kann den Niedergang nicht stoppen. Griechenlands Schicksal droht auch Deutschland, wenn das Leben auf Pump und auf Kosten der kommenden Generationen fortgesetzt wird. Man kann den Linken nur hinter die Ohren schreiben, daß die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, so schwer es fällt, für einen weiteren Erhalt eines akzeptablen Lebensstandards essentiell ist.
3. ...
raly 18.08.2010
da müssen die jetzt durch. Gibt keine andere Möglichkeit!
4. schnorch
jimi hendrix 18.08.2010
Felsenfest hat man mir versichert, daß im Osten der Sozialismus gescheitert ist - und nicht etwa eine ideoligisch verblendete Diktatur. Der Sieg des Kapitalismus war eine Tatsache. Jetzt wissen wir: der Kapitalismus funktioniert auch nicht. Kann man sogar ausrechnen. Möglicherweise liegt es doch an etwas anderem; an der Überbevölkerung vielleicht? Was probieren wir jetzt? Eine kapitalistische Gesellschaft mit einer sozialistischen Regierung und einem Diktator als Präsident? So ähnlich wie in China? Wo die gescheiterten Kommunisten sitzen und die siegreichen Kapitalisten mit dem nötigen Kapital versorgen? Nein, ich denke wir erklären die Sache zum Betriebsunfall und machen weiter wie bisher. Phrasendrescher aller Welt - auf gehts - schiebt euch gegenseitig den schwarzen Peter zu.
5. Titel werden überschätzt!
duanehanson 18.08.2010
Zitat von sysopGeschäfte machen massenweise dicht, die Arbeitslosigkeit klettert auf bis zu 70 Prozent: In Griechenland wird erst jetzt das ganze Ausmaß der Krise sichtbar. Das radikale Sparpaket der Regierung stürzt die Wirtschaft in eine tiefe Rezession, selbst brave Familienväter drohen mit einem Aufstand. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,712089,00.html
Na toll und was schlägst du anstatt vor? Weiter so wie bisher? Leben in Saus und Braus, wie Zeus in Griechenland und die dummen Deutschen bezahlen das? Dafür kann man schon mal streiken ...
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Rettungspaket für Griechenland
Volumen
Griechenland erhält bis 2012 Notfallkredite in Höhe von maximal 110 Milliarden Euro vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und den Euro-Ländern. Im ersten Jahr werden alle Euro-Länder bilaterale Hilfen über insgesamt bis zu 30 Milliarden Euro bereitstellen.
Die Kosten für die Euro-Länder
Den größten Anteil bei der Griechenland-Hilfe der Euro-Staaten steuert Deutschland bei: Mit rund 22,4 Milliarden Euro über drei Jahre trägt die Bundesrepublik etwa 28 Prozent des Gesamtpakets. Allein 2010 entfallen auf Deutschland 8,4 Milliarden Euro. Die deutschen Kredithilfen sollen von der Staatsbank KfW fließen. Die zweitgrößte Summe zahlt Frankreich mit knapp 17 Milliarden Euro, danach folgt Italien mit 14,7 Milliarden Euro. Der Internationale Währungsfonds (IWF) will vom gesamten Programm etwa ein Drittel übernehmen, das wären damit bis zu 15 Milliarden Euro.

Wo das Geld für Griechenland herkommt
Internationaler Währungsfonds 30 Milliarden Euro
Deutschland 22,3 Milliarden Euro
Frankreich 16,8 Milliarden Euro
Italien 14,7 Milliarden Euro
Spanien* 9,8 Milliarden Euro
Niederlande 4,7 Milliarden Euro
Belgien 2,9 Milliarden Euro
Österreich 2,3 Milliarden Euro
Portugal 2,1 Milliarden Euro
Finnland* 1,5 Milliarden Euro
Irland 1,3 Milliarden Euro
Slowakei* 0,8 Milliarden Euro
Slowenien* 0,4 Milliarden Euro
Luxemburg 0,2 Milliarden Euro
Zypern 0,2 Milliarden Euro
Malta 0,1 Milliarden Euro
* In diesen Staaten steht die Zustimmung des Zustimmung des Parlaments noch aus.
Zinshöhe
Die Zinsen für Kredite der Euro-Länder liegen etwas über jenen der IWF-Darlehen, die Berechnungsweise folgt den Regeln des Fonds jedoch weitgehend. Für einen dreijährigen Kredit müsste Griechenland rund fünf Prozent Zinsen zahlen. Anleihen mit variablen Zinsen hätten als Basissatz den Dreimonats-Euribor. Für festverzinsliche, länger laufende Anleihen würde der Euribor (Zinssatz, den europäische Banken voneinander beim Handel von Termineinlagen verlangen) auf die entsprechende Laufzeit hochgerechnet.

Zusätzlich wird ein Aufschlag von 300 Basispunkten erhoben sowie weitere 50 Basispunkte zur Deckung von Verwaltungskosten. Kredite mit Laufzeiten über drei Jahre würden zusätzliche 100 Basispunkte kosten. Auf diese Weise soll der Zins kein Subventionselement enthalten, und die Euro-Länder würden nicht gegen das Verbot der gegenseitigen Schuldenübernahme im EU-Vertrag verstoßen.

Sparauflagen
Griechenland muss nach Angaben seines Finanzministeriums 30 Milliarden Euro sparen, um die Bedingungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Euro-Länder für die Kredithilfen zu erfüllen. Das Sparprogramm der Regierung in Athen umfasst Gehaltskürzungen für Staatsbedienstete, einen Einstellungsstopp im staatlichen Sektor auf unbestimmte Zeit, Rentenkürzungen und Steuererhöhungen.
Bedingungen und Risiken
Die Auszahlung der Hilfen ist an die Einhaltung der Sparmaßnahmen geknüpft, die zwischen Internationalem Währungsfonds (IWF), Euro-Gruppe, Europäischer Zentralbank (EZB) und der Regierung in Athen vereinbart wurden. Der IWF kontrolliert vierteljährlich. Die Gefahr einer Staatspleite ist für Griechenland noch nicht völlig gebannt. Gelingt es der dortigen Regierung nicht, ihr Sparprogramm durchzusetzen, gerät die Geschäftsgrundlage für das Rettungspaket in Gefahr. Verläuft die griechische Wirtschafts- und Haushaltsentwicklung schlechter als angenommen, entsteht zudem neuer Hilfebedarf.
Risiken für den deutschen Steuerzahler
Die deutschen Kredite werden vom Bund garantiert - der übernimmt also das Ausfallrisiko. Werden die Kredite von Griechenland plangemäß zurückgezahlt, könnte Deutschland sogar an den Zinsen verdienen. Denn die Staatsbank KfW kann Kredite zu niedrigeren Zinssätzen aufnehmen und verleiht das Geld dann zu erhöhten Sätzen an Athen. Erst nach drei Jahren dürfte klar sein, ob Griechenland das Geld zurückzahlen kann - falls nicht, muss der deutsche Steuerzahler einspringen.

Das griechische Sparprogramm
Wie viel Griechenland sparen möchte
Bis 2013 möchte die Regierung in Athen insgesamt 30 Milliarden Euro einsparen. Alleine in diesem und im kommenden Jahr will das Land insgesamt 7,6 Milliarden Euro weniger ausgeben. Das Sparpaket ist Bedingung für die Bereitstellung der Hilfskredite der Euro-Staaten und des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von insgesamt 110 Milliarden Euro.

Das Haushaltsdefizit soll schrittweise von derzeit rund 15,4 Prozent auf 2,6 Prozent des BIP im Jahr 2014 gedrosselt werden - und damit unter die EU-Schuldengrenze. Wegen der erforderlichen Neuaufnahme von Krediten wird der griechische Schuldenberg aber voraussichtlich bis zunächst 2013 auf rund 190 Prozent des BIP ansteigen.

Folgen für den Staat und seine Bediensteten
Die öffentlichen Investitionen werden um 1,5 Milliarden Euro zurückgefahren. Die Verkleinerung des Staatsapparats soll eine weitere Milliarde Euro einsparen. Das 13. und 14. Monatsgehalt für Staatsbedienstete ist gestrichen worden, wobei niedrige Gehaltsgruppen einen Ausgleich in Höhe von jährlich 1000 Euro erhalten.

Zudem soll im öffentlichen Dienst nur jede fünfte Stelle, die frei wird, neu besetzt werden. Spätestens im Herbst 2011 sind darüber hinaus weitere Stellenstreichungen geplant.

Folgen für Rentner
Die höchsten Pensionen sind gekürzt worden, zudem erhalten Pensionäre weniger Urlaubs-, Weihnachts- und Ostergeld. Das Renteneintrittsalter ist erhöht worden: 40 Jahre lang müssen Arbeitnehmer künftig Beiträge einzahlen, um die volle Rente zu erhalten.
Steuererhöhungen
Griechenland hat die Mehrwertsteuer von 19 auf 23 Prozent erhöht. Auch die Steuern auf Alkohol, Tabak und Benzin sind gestiegen. Die Regierung erhebt zudem eine Ökosteuer, auch Glücksspiele und Unternehmensgewinne werden besteuert. Für illegale Bauvorhaben ist eine Strafsteuer fällig. Insgesamt sollen die Erhöhungen in den kommenden zwei Jahren 7,8 Milliarden Euro in die Kassen spülen.
Folgen für die griechische Wirtschaft
Durch die radikalen Einsparungen rechnet das griechische Finanzministerium zunächst mit einem Verlust der Kaufkraft und damit mit einem Rückschlag für die Wirtschaft. Prognosen sagen in diesem Jahr einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um vier Prozent voraus, 2011 soll das BIP demnach um weitere 3,0 Prozent schrumpfen. Erst für 2012 rechnen die Experten wieder mit einem leichten Wachstum.
Fotostrecke
Griechenland: Sparpaket verabschiedet

Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 10,858 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Prokopis Pavlopoulos

Regierungschef: Alexis Tsipras

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