Milliardenprojekt Ägypten will Suezkanal ausbauen

Eine der wichtigsten Handelsstraßen der Welt soll erweitert werden: Ägypten plant für den Suezkanal eine 72 Kilometer lange zweite Spur. Die Planer rechnen mit Milliardenkosten.

Schiff durchfährt den Suezkanal: Ausbau für drei Milliarden Euro
AFP

Schiff durchfährt den Suezkanal: Ausbau für drei Milliarden Euro


Kairo - Er verkürzt Schifffahrten von Europa nach Asien um Tage und ist daher eine wichtige Handelsroute: Nun will Ägypten den Suezkanal erweitern. Auf einer Länge von 72 Kilometer werde parallel zur bestehenden Wasserstraße ein "neuer Suezkanal" errichtet, sagte der Vorsitzende der Kanalbehörde, Mohab Mamish, auf einer Konferenz in der Hafenstadt Ismailia. Die Kosten des Projekts bezifferte Mamish auf vier Milliarden Dollar (drei Milliarden Euro).

Der Suezkanal ist 163 Kilometer lang. Er erspart die Umfahrung Afrikas auf der Route zwischen Nordatlantik und Asien. Der Kanal wird zurzeit einspurig befahren. An drei Abschnitten des Kanals von insgesamt knapp 80 Kilometer Länge können Schiffe deswegen aufeinandertreffen.

Nach Angaben Mamishs sollen 35 Kilometer neu ausgehoben werden. Auf einer ebenso langen Strecke solle der Kanal erweitert und vertieft werden. Der Kanal ist mit Einnahmen von rund fünf Milliarden Dollar eine der wichtigsten Devisen-Einnahmequellen des nordafrikanischen Landes, insbesondere da der Tourismus unter den politischen Unruhen seit 2011 leidet.

Ägyptens Präsident Abd al-Fattah al-Sisi kündigte an, die Leitung der Baumaßnahmen habe aus Sicherheitsgründen das Militär. Unter ihrer Aufsicht würden bis zu 20 Firmen am Ausbau des Kanals arbeiten.

Seit dem Sturz Mohammed Mursis gibt es vermehrt Anschläge radikaler Islamisten auf der Sinai-Halbinsel in unmittelbarer Nähe zum Suezkanal. Eine Unterbrechung der Schiffsverbindung hätten erhebliche Auswirkungen auf den Warenverkehr und die Ölpreise.

Der Kanal zwischen dem Mittelmeer und dem Roten Meer wurde bereits vor 145 Jahren eröffnet. Er wurde in zehn Jahren harter und meist schlecht bezahlter Arbeit gebaut.

DER SPIEGEL

ade/sun/Reuters

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whs40 05.08.2014
1. Armee als Bauherr?
Ich muss schon schmunzeln wenn ich lese, dass die Leitung beim Militär liegt. Weiss jemand, ob das dann als "non-profit organisation" durchgeht? Da ist doch sicher noch ne Marge drin!? Wem gehört dieser Kanal mit künftiger Erweiterung eigenltich)
muellerthomas 05.08.2014
2.
Zitat von whs40Ich muss schon schmunzeln wenn ich lese, dass die Leitung beim Militär liegt. Weiss jemand, ob das dann als "non-profit organisation" durchgeht? Da ist doch sicher noch ne Marge drin!? Wem gehört dieser Kanal mit künftiger Erweiterung eigenltich)
http://de.wikipedia.org/wiki/Suez_Canal_Authority
Mans Heiser 05.08.2014
3.
Zitat von muellerthomashttp://de.wikipedia.org/wiki/Suez_Canal_Authority
Also dem Militär.
donadoni 05.08.2014
4. Der deutsche Steuerzahler unter Frau Merkel...
....wird auch das finanzieren. Man könnte es als Friedensinvestition für die Welt verkaufen. Und den Frieden wollen doch schließlich alle, am allermeisten wir Deutsche
besserwisser-ffm 05.08.2014
5. Geld verdienen
Zitat von donadoni....wird auch das finanzieren. Man könnte es als Friedensinvestition für die Welt verkaufen. Und den Frieden wollen doch schließlich alle, am allermeisten wir Deutsche
Hätte ich ausreichend Geld, würde ich das selber finanzieren. Hab ich aber nicht. Denn das Projekt erscheint mir mal als Topinverstition! So finanziert das bestimmt ein internationales Bankenkonsortium, wozu bestimmt die eine oder andere deutsche Bank gehören könnte. Mit Frieden hat das allerdings nun gar nichts zu tun, vielmehr mit Geld und dem verdienen des Geldes (im Englischen: Return on Investment).
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