Ärger über Regierung Griechische Top-Steuerfahnder geben auf

Sie sollten den Kampf gegen Steuerhinterziehung anführen, nun haben zwei griechische Ermittler ihren Rückzug erklärt. Die Staatsanwälte klagen darüber, in ihrer Arbeit behindert worden zu sein. Finanzminister Venizelos fordert die beiden auf, Namen zu nennen.


Athen - Zwei Spezialisten der Athener Staatsanwaltschaft für große Steuerhinterzieher sind zurückgetreten. Die Ermittler beklagten sich über "Interventionen" bei ihrer Arbeit und warfen der Regierungskoalition vor, sie loswerden und ersetzen zu wollen. Genauer ausgeführt haben die Staatsanwälte ihre Vorwürfe aber bislang nicht.

Grigoris Peponis und Spyros Mouzakitis waren erst im September eingesetzt worden, um besonders drastische Steuersünden von Bürgern und Unternehmen aufzudecken. Steuerhinterziehung ist ein wichtiger Grund für die dramatische Finanzlage Griechenlands. Experten haben ausgerechnet, dass das Land binnen zehn Jahren kein Finanzproblem mehr hätte, wenn der Staat alle Steuern eintreiben könnte.

Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Untersuchung des Rücktritts an. Finanzminister Evangelos Venizelos und sein Justiz-Kollege Miltiadis Papaioannou riefen die beiden Ermittler auf, diejenigen zu nennen, die Druck auf sie ausgeübt haben.

Steuerbeamte streiken

Auch in den griechischen Steuerbehörden gibt es Ärger: Die Angestellten haben am Donnerstag einen 48-stündigen Streik begonnen. Mit der Arbeitsniederlegung protestieren sie gegen die Sparmaßnahmen der Regierung, die auch Lohnkürzungen im öffentlichen Dienst vorsehen.

Da zu erwarten war, dass viele Anlaufstellen der Steuerbehörden die letzten beiden Werktage des Jahres geschlossen bleiben würden, hatten Hunderte Griechen am Mittwoch versucht, in letzter Minute mit ihren Anliegen durchzukommen. Wegen einer Erhöhung der Kfz-Steuer etwa wollen viele im kommenden Jahr auf ihre Autos verzichten.

cte/dpa/dapd



insgesamt 73 Beiträge
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Seite 1
chiefclancywiggum 29.12.2011
1. Prof. Dr. Dr. hc. mult.
Zitat von sysopSie sollten den Kampf gegen Steuerhinterziehung anführen, nun haben zwei griechische Ermittler ihren Rückzug erklärt. Die Staatsanwälte klagen darüber, in ihrer Arbeit behindert worden zu sein. Finanzminister Venizelos fordert die beiden auf, Namen zu nennen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,806244,00.html
Aussichtslos! Alle Nicht- Griechen können eigentlich nur hoffen, dass Griechenland in naher Zukunft durch ein riesiges Erdbeben zerstört und vom Mittelmeer verschluckt wird. Ansonsten gibt es keine Hoffnung auf Veränderung in dieser Bananenrepublik ohne Bananen!
Kurt2.1 29.12.2011
2. #1
Zitat von sysopSie sollten den Kampf gegen Steuerhinterziehung anführen, nun haben zwei griechische Ermittler ihren Rückzug erklärt. Die Staatsanwälte klagen darüber, in ihrer Arbeit behindert worden zu sein. Finanzminister Venizelos fordert die beiden auf, Namen zu nennen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,806244,00.html
Eine weitere Nagelprobe. Wie sehr lässt sich der griechische Staat von Kriminellen erpressen und in Geiselhaft nehmen? Sicher gab es Morddrohungen. Der griechische Staat darf nicht einknicken. Hier muss ein Exempel statuiert werden.
ottohuebner 29.12.2011
3. kauft griechische bananen ...........
Zitat von chiefclancywiggumAussichtslos! Alle Nicht- Griechen können eigentlich nur hoffen, dass Griechenland in naher Zukunft durch ein riesiges Erdbeben zerstört und vom Mittelmeer verschluckt wird. Ansonsten gibt es keine Hoffnung auf Veränderung in dieser Bananenrepublik ohne Bananen!
es ist hoffnungslos. da sollen job geschaffen werden. natuerlich mit eu-geldern. da wird erwartet das der norden europas bezahlt, bezahlt und bezahlt. nur die griechen selbst machen NICHT/WENIG definitiv nicht genug. griechenland muss die eu verlassen. sofort, bevor wir alle pleite sind.
zoon.politicon 29.12.2011
4. Einfache Lösung
Zitat von sysopSie sollten den Kampf gegen Steuerhinterziehung anführen, nun haben zwei griechische Ermittler ihren Rückzug erklärt. Die Staatsanwälte klagen darüber, in ihrer Arbeit behindert worden zu sein. Finanzminister Venizelos fordert die beiden auf, Namen zu nennen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,806244,00.html
Ganz einfach: die nächste Finanzspritze der EU erst auszahlen, wenn die entsprechenden Steuern in Griechenland eingetrieben worden sind. Dann würde der kleine Mann auf der Strasse in Griechenland den nötigen Druck machen.
galaxyaner 29.12.2011
5. Neues Jahr neues Glück...
Alles beim Alten, Griechenland verlässt sich auf die Zahlungen der EU und tut selber nichts oder nur viel zu wenig. War doch vorherzusehen, dass die Steuereintreiberei nicht funktioniert. Erstens sind von den Steuerhinterziehern viel zu viele noch selber an der Macht und ein Vogel pickt dem anderen kein Auge aus und zweitens sind die Milliarden der Reichen doch schon lange in Schweiz. Angie, zahl doch noch ein bisschen mehr, bitte, den reichen Griechen geht es noch nicht gut genug. Aber was soll man sich GEdanken machen, so geht es ja auch in good old Germany zu. Siehe Hessen, wo die Steuerbeamten, die nicht zurücktreten als Psychopaten gestempelt werden und in den Krankenurlaub geschickt werden, damit der gute Herr Koch und seine Kohorten weiter Steuern hinterziehen können.
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