Ärztepräsident tritt ab "Nicht gut, wenn die Alten ständig alles machen"

Seit 2011 ist er Vorsitzender der Bundesärztekammer. Ein Jahr will Frank Ulrich Montgomery den Titel noch tragen, dann hat er genug: Die betroffene Generation solle ihre Probleme selbst lösen, sagt er.

Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer
DPA

Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer


Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery gibt sein Amt im kommenden Jahr ab. Beim Ärztetag 2019 werde er nicht wieder antreten, sagte der 65-Jährige der "Welt". "Nicht, weil es mir keinen Spaß mehr machen würde, sondern weil ich fest davon überzeugt bin, dass es nicht gut ist, wenn die Alten ständig alles machen."

Er sei der Überzeugung, "dass es der Medizin guttut, wenn die Generation, die betroffen ist, die Probleme auch selbst löst". Montgomery ist seit 2011 Präsident der Bundesärztekammer. Zuvor war der aus Hamburg stammende Radiologe unter anderem von 1989 bis 2007 auch Vorsitzender des Ärzteverbands Marburger Bund gewesen.

Mediziner fordern mehr Geld bei Sprechzeitenausweitung

Kurz vor dem diesjährigen Ärztetag, der am Dienstag beginnt, hatte die Kassenärztliche Bundesvereinigung auf mehr Geld für Sprechzeiten gedrängt. Die von der Politik geplante Sprechzeitenausdehnung für gesetzlich Versicherte ohne zusätzliche Vergütung sei nicht möglich.

Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery sagte der "Welt" in diesem Zusammenhang, man könne immer etwas verbessern. "Aber es wird niemals so sein, dass jeder Patient seinen Wunschtermin bei seinem Wunscharzt bekommt." Er hatte sich zuletzt für eine stärkere Entlastung der Notaufnahmen eingesetzt.

ans/dpa-AFX



insgesamt 8 Beiträge
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demiurg666 07.05.2018
1.
Ich habe gerade das erstmal über diesen Mann gelesen, habe aber größten Respekt vor seiner Entscheidung. Es wäre schön, wenn Politiker das ähnlich sähen. Müssen über 65jährige wirklich noch über die Zukunft eines Landes entscheiden? Wieso muss ein Schäuble noch in der Politik aktiv sein? Menschen in diesem Alter sind nicht in der Lage zu überblicken was die Zukunft bringt. Auch von dieser Stelle schöne Grüße an Dr. "Neuland" Merkel. Und Herr Gauland zeigt ja ganz offen in was für einer Zeit er sozialisiert wurde. Sind solche Menschen zukunftsweisend? Ich bezweifel es...
chalchiuhtlicue 07.05.2018
2. Montgomery ist kein "Ärztepräsident"!
Warum verwendet SPON wieder und wieder dieses falsche Wort? Montgomery ist der Präsident des Marburger Bundes, einer von mehreren Interessensvertretungen deutscher Ärzte. Nur 1/3 der deutschen Ärzte sind dort Mitglied. Montgomerys Position dort macht ihn nicht zum "Präsidenten" der deutschen Ärzte. Weder hat er eine Hoheit über deutsche Ärzte noch kann er für alle deutsche Ärzte sprechen oder deren Interessen vertreten. Wie wäre es also, liebe SPON-Schreiberlinge, endlich diesen Ärztepräsidentenblödsinn sein zu lassen und euer journalistisches Niveau zumindest mal auf das von BILD-Zeitungsschreiberlingen zu heben?
frankenbaer 07.05.2018
3. Zu 2
Wären Sie bitte so freundlich, Ihr Wissen bzgl. Marburger Bund und Bundesärztekammer auf den neuesten Stand zu bringen. Dann erübrigt sich auch Ihre Tirade.
Bert69 07.05.2018
4.
@ chalchiuhtlicue Sie sollten schoin anständig recherchieren. Was Sie dort behaupten ist schlichtweg falsch: 1. Herr Montgomery ist Präsident der Bundesärztekammer, könnte man wirklich sehr weitläufig als Ärztepräsident bezeichnen. Alle tätigen Ärzte sind Pflichtmitglied in dieser Ärztkammer (eigentlich in den Landesärztekammern). 2. Herr Montgomery ist nicht mehr Präsident des Marburger Bundes. Das war er mal bis 2007. Er ist jetzt nur noch Ehrenvorsitzender. Man könnte in dem Artikel noch erwähnen, dass Herr Montgomery seit 2017 Vorsitzender des Aufsichtsrates der Deutschen Ärzte und Apothekerebank ist.
wulf.blumenstein 07.05.2018
5. merkwürdiges Statement....
So sehr ich es befürworte, dass die "Alten" - ja, ja, ich auch... - den Jüngeren die Gestaltung ihrer Zukunft überlassen, das Schlußzitat von Herrn Montgomery verstehe ich nicht: "Aber es wird niemals so sein, dass jeder Patient seinen Wunschtermin bei seinem Wunscharzt bekommt." Warum soll in Deutschland das nicht gehen, was in anderen Ländern Europas funktioniert. Ich lebe in Belgien - da geht das. Warum auch immer.
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