Agenda 2025: Uns geht's besser, als wir glauben

Von Henrik Müller

Containerterminal in Hamburg: Eine goldene Zukunft braucht ein Europa in der Balance Zur Großansicht
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Containerterminal in Hamburg: Eine goldene Zukunft braucht ein Europa in der Balance

Trotz Zypern-Krise und Euro-Zitterpartie: Deutschland wächst. Die derzeitigen Prognosen sind sogar viel zu pessimistisch. In Wahrheit dürfte die Bundesrepublik vor einem zweiten Wirtschaftswunder stehen.

Der Grundton war dunkel. Schon der erste Satz dröhnte im Generalbass des Niedergangs: "Die deutsche Volkswirtschaft zeigt sich weiterhin in keiner guten Verfassung." Die ökonomischen Probleme "bedingen und verschärfen sich wechselseitig". Die Wachstumsprognose fürs folgende Jahr: ein mickriges Prozent. So stand es im Jahresgutachten der Wirtschaftsweisen, das Ende 2005 veröffentlicht wurde.

Doch dann die Überraschung: Tatsächlich wuchs die deutsche Wirtschaft 2006 um mehr als drei Prozent. Es war der Beginn der neuen deutschen Wachstumsstory.

Wiederholt sich nun die jüngste Wirtschaftsgeschichte?

Auch derzeit sind die Auguren ausgesprochen pessimistisch. Die Deutsche Bank Research traut der deutschen Wirtschaft für 2013 nur 0,3 Prozent Wachstum zu, die Bundesregierung 0,4 Prozent, die EU-Kommission 0,5 Prozent, der Internationale Währungsfonds 0,6 Prozent. Kein Wunder: Die Euro-Krise, die hohen Schulden, die soziale und politische Instabilität in Ländern wie Italien, Griechenland oder Zypern - all das lastet auf den Prognosen. Anders als 2006 ist das außenwirtschaftliche Umfeld derzeit äußerst wackelig.

Doch es ist gut möglich, dass die Vorhersagen viel zu pessimistisch sind. Der manager-magazin-Konjunkturindikator jedenfalls ist im März auf 2,2 Prozent gesprungen.

Kiel Economics, das Institut, das den Indikator für manager magazin berechnet, erklärt den Anstieg mit der stark aufgehellten Stimmung in den Unternehmen, wie sie sich in aktuellen Umfragen zeigt. Ein deutlicher Hinweis auf die Investitions- und Einstellungspläne. Und daher ein sensibler Gradmesser für die bevorstehende Entwicklung.

Mehr als zwei Prozent, und das ist erst der Anfang: Deutschland, das prophezeit eine umfangreiche Studie der Unternehmensberatung McKinsey für manager magazin, steht am Beginn einer langen Wachstumsphase. Durchschnittlich 2,1 Prozent Wachstum bis zum Jahr 2025 - das sei möglich. Erreichbar. Wünschenswert. Voraussetzung sei, dass grobe Fehler vermieden würden.

Frappierend: Während die Euro-Zone insgesamt weiter in der Rezession steckt, während die Arbeitslosigkeit immer mehr Spanier und Griechen verarmen lässt, während auch Frankreich zunehmend in den Abwärtssog gezogen wird, profitiert - strahlend und allein - Deutschland.

Rezession - das ist die Krise der anderen

Kapital fließt ins Land, angelockt von der relativen sozialen und finanziellen Stabilität. Arbeitskräfte strömen in die Bundesrepublik, weil sie in ihren süd- und osteuropäischen Heimatländern keine Perspektive für sich sehen; um 2,2 Millionen soll einer Prognose für manager magazin zufolge die Zahl der Bundesbewohner durch die gestiegene Nettoeinwanderung bis 2017 steigen.

Die makroökonomische Großwetterlage ist aus deutscher Sicht günstig: Linderung des demografisch bedingten Fachkräftemangels dank Immigration, Konsolidierung des Staatshaushalts dank hoher Steuereinnahmen, günstige Investitionsbedingungen dank extrem niedriger Zinsen.

Die europäische Dauerrezession - das ist die Krise der anderen. So mag es scheinen. Aber das wäre zu kurz gedacht.

Das unwürdige Geschacher um Zypern hat wieder mal vorgeführt, dass die Euro-Krise längst nicht überwunden ist. Weitere politische und ökonomische Großanstrengungen sind nötig, um das System zu stabilisieren. Nach wie vor fehlt ein Plan zum konsequenten Abbau der staatlichen und privaten Schulden.

Nach wie vor fehlt eine Vorstellung vom künftigen staatlichen Design des Euro-Landes. Nach wie vor geht kaum etwas voran. Warum? Weil Politik und Wirtschaft nach wie vor darauf vertrauen, dass es die Europäische Zentralbank (EZB) schon richten wird und notfalls Staatsanleihen von Krisenländern in großem Stil kauft. Spätere Inflation nicht auszuschließen.

Deutschland mag derzeit viel besser dastehen, als die üblichen Prognostiker glauben. Aber Realität wird das goldene Zukunftsszenario nur, wenn es gelingt, Europa in der Balance zu halten.

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insgesamt 297 Beiträge
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1. In zehn Jahren wird jeder Bundesbürger
magetasalex 30.03.2013
Zitat von sysopTrotz Zypern-Krise und Euro-Zitterpartie: Deutschland wächst. Die derzeitigen Prognosen sind sogar viel zu pessimistisch. In Wahrheit dürfte die Bundesrepublik vor einem zweiten Wirtschaftswunder stehen. Agenda 2025: Deutschland steht am Beginn einer langen Wachstumsphase - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/agenda-2025-deutschland-steht-am-beginn-einer-langen-wachstumsphase-a-890839.html)
In zehn Jahren wird jeder Bundesbürger als Zweitwagen sich einen Porsche leisten können. - Wer will mir das Gegenteil beweisen können??
2. Schwachsinn
THINK 30.03.2013
Zitat von sysopTrotz Zypern-Krise und Euro-Zitterpartie: Deutschland wächst. Die derzeitigen Prognosen sind sogar viel zu pessimistisch. In Wahrheit dürfte die Bundesrepublik vor einem zweiten Wirtschaftswunder stehen. Agenda 2025: Deutschland steht am Beginn einer langen Wachstumsphase - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/agenda-2025-deutschland-steht-am-beginn-einer-langen-wachstumsphase-a-890839.html)
Es ist eine Schande, dass ein solch schwachsinniger Artikel eines lernunfähigen Neoliberalen veröffentlicht wird.
3. Und wenn wir alle schön
klausbrause 30.03.2013
Zitat von sysopTrotz Zypern-Krise und Euro-Zitterpartie: Deutschland wächst. Die derzeitigen Prognosen sind sogar viel zu pessimistisch. In Wahrheit dürfte die Bundesrepublik vor einem zweiten Wirtschaftswunder stehen. Agenda 2025: Deutschland steht am Beginn einer langen Wachstumsphase - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/agenda-2025-deutschland-steht-am-beginn-einer-langen-wachstumsphase-a-890839.html)
brav sind und keine unbotmäßigen Lohnforderungen stellen, wenn wir die Kürzungen des Sozialstaates ohne zu Murren hinnehmen, wenn wir alle schön fleissig bis 75 arbeiten und auf gar keinen Fall verlangen, dass die Hundts und Klattens sich an der Finanzierung des Gemeinwesens angemessen beteiligen-dann wird es Deutschland so richtig gut gehen. (Und immer schön den Teller leer essen, damit das Wetter gut wird) Oder so. Das mit dem wundern klappt allerdings heute schon ganz gut.
4. Wer ist "uns"?
inhabitant001 30.03.2013
Wer ist "uns"? Sind damit die Arbeitnehmer gemeint deren Reallöhne seit 2000 stagnieren? Ist mit "uns" die untere Hälfte der deutschen Gesellschaft gemeint die seit 2000 sogar ärmer wurde? Wird sich daran irgend etwas ändern wenn die deutsche Wirtschaft etwas stärker wächst als bisher? Wohin will die deutsche Wirtschaft überhaupt exportieren wenn überall die Merkelsche Schrumpfkur angesagt ist? Fragen über Fragen.
5. Glauben
urdemokrat 30.03.2013
heißt nicht wissen. hilft aber der Börse
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Henrik Müller ist stellvertretender Chefredakteur des manager magazin.