EU-Agrarsubventionen Das sind die Top-Empfänger in Deutschland

Kritiker sehen sie als Grundproblem veralteter Agrarpolitik, für Bauern sind sie eine wichtige Einnahmequelle: EU-Subventionen für die Landwirtschaft. Neue Daten zeigen, wer in Deutschland die Top-Empfänger sind.

Apfelplantage in Thüringen
imago/Steve Bauerschmidt

Apfelplantage in Thüringen

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Behörden, öffentliche Institutionen und große Erzeugergemeinschaften haben im vergangenen Jahr in Deutschland die höchsten Einzelzahlungen bei EU-Agrarsubventionen bekommen. Das geht aus Daten hervor, die die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) veröffentlicht hat und die der SPIEGEL und der NDR Niedersachsen ausgewertet haben. Die 15 Top-Subventionsempfänger erhielten 2017 zusammen 86 Millionen Euro - von insgesamt 6,5 Milliarden Euro. Neun der Top-Empfänger sind in öffentlicher Hand. Darunter sind Ministerien, Umweltämter und eine Naturschutzstiftung. Sie erhalten Geld vor allem für Hochwasser- und Küstenschutz, ländliche Entwicklung und Naturschutz.

Top-Empfänger von EU-Agrarsubventionen in Deutschland 2017

Empfänger Zweck EGFL in Mio. Euro ELER in Mio. Euro Summe in Mio. Euro
Landesamt für Umwelt, Potsdam Hochwasserschutz 13,25 13,25
Landesbetrieb für Küstenschutz, Husum Küsten- und Hochwasserschutz 12,52 12,52
Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern Küsten- und Hochwasserschutz, Entwicklung ländlicher Raum 9,12 9,12
Landesbetrieb für Hochwasserschutz, Magdeburg Hochwasserschutz 6,75 6,75
Landgard Obst + Gemüse GmbH, Straelen Beihilfe für Erzeugerorganisation Obst/Gemüse 5,64 5,64
Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt Hochwasserschutz 5,63 5,63
Pfalzmarkt für Obst und Gemüse eG, Mutterstadt Beihilfe für Erzeugerorganisation Obst/Gemüse 4,74 4,74
Landwirtschaftsministerium Thüringen Entwicklung ländlicher Raum, Investitionshilfe 4,48 4,48
Landwirtschaftsministerium Sachsen Entwicklung ländlicher Raum 4,09 4,09
Erzeugerorganisation für Obst und Gemüse, Schwerin Beihilfe für Erzeugerorganisation Obst/Gemüse 3,81 3,81
Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg Entwicklung ländlicher Raum 3,62 3,62
Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein Basisprämie je Hektar, Förderung kleiner Betriebe, umweltfreundliche Bewirtschaftung, Investitionshilfe, Wald- und Gewässerschutz 0,44 2,78 3,22
Erzeugergroßmarkt Langförden-Oldenburg eG Beihilfe für Erzeugerorganisation Obst/Gemüse 3,1 3,1
Arla Foods, Dänemark Ankauf von Produkten zur Preisstabilisierung 3,09 3,09
Elbe-Obst Erzeugerorganisation r.V. Beihilfe für Erzeugerorganisation Obst/Gemüse 3,06 3,06

*EGFL: Europäischer Garantiefonds für die Landwirtschaft
**ELER: Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums
Quelle: www.agrar-fischerei-zahlungen.de (Stand 26. Mai 2018)

In der Datenbank zu den EU-Agrarzahlungen kann jeder Bürger selbst recherchieren, welcher Betrieb in Deutschland welchen Betrag bekommen hat. Laut der Datenbank wurden an mehr als 310.000 Empfänger EU-Agrargelder ausbezahlt. 125 von ihnen erhielten mehr als eine Million Euro.

Unter den Top 15 sind auch fünf Erzeugerorganisationen für Obst und Gemüse. Darin schließen sich Produzenten zusammen, um das Angebot zu bündeln und Vermarktungs- und Produktionskosten zu senken. Diese Erzeugerorganisationen bekommen Geld für Investitionen, wie etwa Lagereinrichtungen.

Auch die dänisch-schwedische Molkereigenossenschaft Arla gehört mit 3,09 Millionen Euro zu den Top-Subventionsempfängern in Deutschland. Der Großteil des Geldes diente Stützungskäufen, mit denen die EU den Milchmarkt stabilisieren will.

Die EU verteilt die Subventionen auf zwei Töpfe

Die Agrarausgaben machen mit etwa 58 Milliarden Euro jährlich aktuell fast 40 Prozent des EU-Budgets aus. Die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) hat auch deshalb einen so großen Stellenwert, weil sie seit mehr als 50 Jahren der einzig voll gemeinschaftlich finanzierte Politikbereich der EU ist. Sie wurde ins Leben gerufen, als die Versorgung mit erschwinglichen Lebensmitteln nicht selbstverständlich war und Landwirtschaft durch Technik revolutioniert wurde. Heute geht es mehr darum, das Sozialleben in teils abgehängten Gebieten und die Natur im ländlichen Raum intakt zu halten.

EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger will ab 2021 im Agraretat deutlich kürzen. Bei den Verhandlungen wird es vor allem darum gehen, wo gekürzt wird. Denn die EU verteilt ihre Agrarausgaben auf zwei Fördertöpfe:

  • Der Europäische Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) stellt jährlich etwa 45 Milliarden Euro bereit und kommt hauptsächlich Landwirten und Unternehmen mit Direktzahlungen oder Stützungsmaßnahmen zugute. Je nach Tätigkeit und Bedarf gibt es in diesem Topf 19 verschiedene Maßnahmen, für die Geld beantragt werden kann. Laut Bundeslandwirtschaftsministerium betrugen die Direktzahlungen 2016 im Schnitt 289 Euro pro Hektar.
  • Der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) ist mit 14 Milliarden Euro jährlich deutlich kleiner. Das Geld ist vor allem für Umwelt-, Klima- und Tierschutz sowie ländliche Entwicklung gedacht. Auch Biobetriebe erhalten daraus zusätzliche Förderung. Aus dem Topf werden zudem Infrastrukturmaßnahmen wie etwa der Breitbandausbau gefördert. EU-Geld gibt es hier nur, wenn Bund, Länder und Kommunen auch Mittel beisteuern.

Mehr als die Hälfte der Empfänger bekommt Geld aus beiden Töpfen. Landwirte erhalten etwa Direktzahlungen aus dem EGFL und auch Zahlungen aus dem ELER. Letztere bekommen sie, wenn sie etwa bei Umweltschutzmaßnahmen mitmachen oder schwer zu bewirtschaftende Flächen wie Hanglagen haben.

Staatliche Stellen erhalten vor allem Geld aus dem ELER-Topf, weil sie Umweltschutzmaßnahmen und Strukturpolitik umsetzen.

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Subventionen: So funktioniert die EU-Agrarpolitik

In der obigen Top-15-Empfängertabelle sind alle EU-Zahlungen zusammengefasst, egal aus welchem der beiden Fördertöpfe sie kamen.

Vereinfacht gesagt profitieren von den Direktzahlungen aus dem EGFL-Topf vor allem Einzelbetriebe, während mit dem ELER-Geld eher gesamtgesellschaftliche Anliegen finanziert werden.

Die größten Empfänger von Direktzahlungen

Aus der Datenbank lässt sich auch herausfiltern, welche Empfänger im vergangenen Jahr die höchsten Direktzahlungen aus dem EGFL-Fördertopf für Einzelbetriebe bezogen haben. An der Spitze stehen Erzeugerorganisationen, öffentliche Stellen tauchen hier unter den Top-Empfängern nicht auf.

Top-Empfänger von EU-Direktzahlungen in Deutschland 2017

Empfänger Zweck EGFL in Mio. Euro ELER in Mio. Euro Summe in Mio. Euro
Landgard Obst + Gemüse GmbH, Straelen Beihilfe für Erzeugerorganisation Obst/Gemüse 5,64 5,64
Pfalzmarkt für Obst und Gemüse eG, Mutterstadt Beihilfe für Erzeugerorganisation Obst/Gemüse 4,74 4,74
Erzeuger­organisation für Obst und Gemüse, Schwerin Beihilfe für Erzeugerorganisation Obst/Gemüse 3,81 3,81
Erzeuger­großmarkt Langförden-Oldenburg eG Beihilfe für Erzeugerorganisation Obst/Gemüse 3,1 3,1
Arla Foods, Dänemark Ankauf von Produkten zur Preisstabilisierung 3,09 3,09
Elbe-Obst Erzeuger­organisation r.V. Beihilfe für Erzeugerorganisation Obst/Gemüse 3,06 3,06
Garten­bauzentrale Papenburg eG Beihilfe für Erzeugerorganisation Obst/Gemüse 2,6 2,6
HVG Hopfen­verwertungs­genossenschaft eG, Wolnzach Beihilfe für Erzeugerorganisation Hopfen, Absatzförderung 2,36 2,36
Vitfrisch Gemüse-Vertrieb eG Beihilfe für Erzeugerorganisation Obst/Gemüse 1,9 1,9
Pilzland Vertriebs GmbH, Visbek Beihilfe für Erzeugerorganisation Obst/Gemüse 1,83 1,83
Agrar-Produkte eG Spornitz Basisprämie je Hektar, Förderung kleiner Betriebe, umweltfreundliche Bewirtschaftung, Entlastung von Kreditkosten 1,706 0,048 1,754
Obst- und Gemüse Absatz­genossen­schaft, Bruchsal Beihilfe für Erzeuger­organisation Obst/Gemüse 1,64 1,64
Stadtgut Berlin Süd Vrieling KG Basisprämie je Hektar, Förderung kleiner Betriebe, umweltfreundliche Bewirtschaftung, Entlastung von Kreditkosten 1,635 0,078 1,713
Friesland Campina, Köln Förderung für Schulmilchprogramm 1,6 1,6
Agrar­unternehmen Barnstädt eG Basisprämie je Hektar, Förderung kleiner Betriebe, umweltfreundliche Bewirtschaftung, Entlastung von Kreditkosten, Naturschutz 1,578 0,031 1,609
Südzucker AG Basisprämie je Hektar, Förderung kleiner Betriebe, umweltfreundliche Bewirtschaftung, Naturschutz 1,567 0,298 1,866
Markt­gemeinschaft Altes Land Beihilfe für Erzeuger­organisation Obst/Gemüse 1,52 1,52
Markt­gemeinschaft Bodenseeobst Beihilfe für Erzeugerorganisation Obst/Gemüse 1,52 1,52
Landwirtschaft Golzow Betriebs-GmbH Basisprämie je Hektar, Förderung kleiner Betriebe, umweltfreundliche Bewirtschaftung 1,499 1,499
Agrar­genossenschaft Rhönperle eG Basisprämie je Hektar, Förderung kleiner Betriebe, umweltfreundliche Bewirtschaftung, Entlastung von Kreditkosten, Naturschutz 1,466 1,05 2,516

*EGFL: Europäischer Garantiefonds für die Landwirtschaft
**ELER: Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums
Quelle: www.agrar-fischerei-zahlungen.de (Stand 26. Mai 2018)

Mitunter ist es schwierig, herauszufinden, wie viele Subventionen letztlich an welchen Empfänger gehen. Denn gerade große Unternehmen oder Investoren haben mehrere Standorte oder Betriebe, für die sie jeweils einzeln Subventionen bekommen.

Unter den Top 20 sind auch fünf landwirtschaftliche Großbetriebe - sie bewirtschaften alle riesige Flächen in Ostdeutschland. Die Landwirtschaft Golzow Betriebs-GmbH etwa ging aus einer ehemaligen Vorzeige-LPG in der früheren DDR hervor.

In ihren Broschüren zur Agrarpolitik verweist die EU gern darauf, dass die Subventionen vor allem den Durchschnittslandwirten helfen sollen. Doch auch profitable Großbetriebe und Konzerne bekommen Förderung.

Millionen für Arla und Südzucker

Die Molkerei Arla steht mit gut drei Millionen Euro im Ranking der Direktzahlungen auf Platz fünf. Das genossenschaftliche Unternehmen betont, dass seine Erträge an die Landwirte als Eigentümer gehen.

Mit Südzucker landet einer der größten Nahrungsmittelkonzerne Deutschlands auf Platz elf der Empfänger von Direktzahlungen. Das börsennotierte Unternehmen bezog 2017 rund 1,6 Millionen Euro aus dem EGFL-Topf. Hinzu kamen noch fast 300.000 Euro aus dem ELER-Fördertopf für die Entwicklung des ländlichen Raums. 2016 bekam Südzucker Subventionen in Höhe von 1,82 Millionen Euro. Der Konzern machte in den vergangenen beiden Geschäftsjahren unterm Strich jeweils einen Gewinn von mehr als 300 Millionen Euro. Das Unternehmen teilte auf Anfrage mit, es erhalte die Zahlungen für die Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Flächen im Umfeld der eigenen Zuckerfabriken. "Seit 1836 ist das Bewirtschaften von landwirtschaftlichen Betrieben für Südzucker ein Traditionsbereich mit dem Schwerpunkt Versuchswesen."

Am Beispiel der Großmolkerei Deutsches Milchkontor (DMK) zeigt sich aber, dass Subventionen nicht stetig fließen. 2016 war das Unternehmen mit 21,6 Millionen Euro der mit Abstand größte Subventionsempfänger. Extrem niedrige Milchpreise machten den Bauern und Molkereien zu schaffen. Die EU griff mit Stützungskäufen und Beihilfe zur Lagerhaltung ein. 2017 hatte sich der Milchmarkt wieder erholt - die DMK erhielt nur noch Subventionen in Höhe von 344.000 Euro.

Ein gigantisches Prämienwirrwarr

Kritiker monieren, dass mit dem derzeitigen Subventionssystem aber vor allem die Flächenzahl honoriert wird. So erhalten Landwirte in Deutschland aus dem EGFL-Topf eine Basisprämie, die je nach Region zwischen 154 bis 191 Euro pro Hektar liegt. Ab 2019 soll sie bundesweit bei rund 175 Euro pro Hektar liegen.

Auch die sogenannte Umverteilungsprämie, die mit einem Zuschlag für die ersten Hektare vor allem kleine und mittlere Betriebe fördern soll, kommt Großbetrieben zugute. So kassiert etwa Südzucker mit 1985 Euro sogar noch 30 Euro mehr Umverteilungsprämie als ein 60-Hektar-Betrieb in Bayern.

Bauern mögen den Begriff Subventionen nicht

Laut Zahlen des Bundeslandwirtschaftsministeriums erhielten die landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe in Deutschland im Wirtschaftsjahr 2016/2017 im Durchschnitt 33.817 Euro an Direktzahlungen und Zuschüssen. Dies entsprach 408 Euro pro Hektar. Neben EU-Geldern sind hier etwa auch Zins- und Investitionszuschüsse und Agrardieselvergütung einberechnet.

Viele Bauern mögen den Begriff Subventionen nicht. Sie sprechen lieber von Ausgleichszahlungen und verweisen auf die Konkurrenz von Riesenfarmen in den USA oder Kanada, wo auf riesigen Flächen und unter laxeren Auflagen günstiger produziert wird. Kritiker wiederum sehen die Subventionen als Grundlage dafür, dass auch EU-Länder günstig Nahrungsmittel in afrikanische und asiatische Länder exportieren und die dortigen Kleinbauern zugrunde gehen.

Kritiker des aktuellen Systems fordern, die EU solle ihre Zahlungen viel stärker danach ausrichten, wie Landwirte arbeiten, was sie anbauen und wie Tiere gehalten werden. Immerhin hat die EU erste Schritte in diese Richtung unternommen. Mit der sogenannten Greeningprämie können Landwirte Extrageld aus dem EGFL-Topf bekommen, wenn sie etwa im Winter als Erosionsschutz Zwischenfrüchte anbauen oder an den Feldern Blühstreifen für Insekten säen.


SPIEGEL ONLINE wird in den kommenden Tagen in einem Schwerpunkt ausführlich über Agrarsubventionen berichten. Es erwarten Sie Artikel, in denen Sie auf Übersichtskarten sehen können, wohin EU-Agrargelder fließen. Zudem haben wir recherchiert, welche Zahlungen Betriebe bekommen, die durch Negativschlagzeilen aufgefallen sind.


Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, d ie Landwirtschaft Golzow Betriebs-GmbH gehöre einem Investor aus Niedersachsen. Das ist falsch. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.



insgesamt 50 Beiträge
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Seite 1
demiurg666 28.05.2018
1. Überschrift
Größtenteils Empfänger im Osten Deutschlands, da wo auch die Anfertigung gegen die EU am größten ist. Man ist an Polen als größten finanziellen Nutznießer einer, der sich dann dennoch nicht solidarisch zeigt, genau wie die neuen Bundesländer. Sollen sie weiter AFD und NPD wählen, die Lage in Osten wir dadurch nur noch prekärer. Ich persönlich möchte nicht mehr für Ostdeutschland die Zeche zahlen.
M. Vikings 28.05.2018
2. Küsten- und Hochwasserschutz auf den ersten Plätzen.
Da das meist unbedingt notwendige Ausgaben sind, ist die Statistik in dem Sinne sehr zu begrüssen. Aber Subventionen sind das sicher nicht. Subventionen sind als wirtschaftspolitische Eingriffe in das Marktgeschehen definiert. Will man damit die tatsächlichen Subventionen relativieren?
wasistlosnix 28.05.2018
3. Alte Zöpfe
werden nicht gerne abgeschnitten. Am Beispiel Südzucker wird deutlich das Subventionen oder staatliche Gelder falsch investiert werden. Die Subventionen haben den Unternehmensgewinn um 0,3% erhöht. Unternehmen die Gewinne machen sollten keine staatlichen Gelder bekommen. Es ist deren ureigenstes Interesse neues zu Entwickeln und Gewinne sollten nicht nur den Aktionären dienen.
thoms1957 28.05.2018
4. Es ist doch schon alles gesagt!
Aber bitte, warum nicht noch einmal: Die Folgen dieses Systems sind mittlerweile kontraproduktiv und bewirken mehr Schlechtes als Gutes. Subventionen dienen in erster Linie dem Erhalt bestehender Strukturen - konkurrenzfähige Produktion für den Weltmarkt. Der Preis: verseuchte Seen und Grundwasserkörper, Monokulturen in Form regelrechter Agrarwüsten, Tierproduktion jenseits ethischer Rechtfertigungsmöglichkeit. Kurz gesagt, für ein wenig Wertschöpfung werden oft schlechte Arbeitsbedingungen, finanzielle Abhängigkeiten der Landwirte von den Banken, Verschmutzung der Umwelt und Verlust an biologischer Vielfalt in Kauf genommen - unterstützt mit Milliarden an Steuermitteln. Völlig absurd das ganze System. Umsteuern in Richtung biologische Landwirtschaft unterstützt durch Subventionen wäre mir da wesentlich lieber. Natürlich brauchen wir Landwirtschaft - aber eine bessere.
jkbremen 28.05.2018
5. Unglaublich aber leider wahr
Gegen die Zuwendung von Subventionen für Küstenschutz kann man ja wenig sagen. Aber so verdächtige Zusatztitel wie ‚ Entwicklung des ländlichen Raums‘ sind verkappte Subventionen für die Landwirtschaft für alle möglichen Dinge. Das irrste ist aber dass Großerzeuger mit großen Beträgen subventioniert werden, damit sie die Insekten totspritzen, mit Giften aller Art und Gülle unser Trinkwasser belasten und durch Einsatz von Reserveantibiotika unsere Gesundheit gefährden. Der unter widrigsten Bedingungen wirtschaftende Bergbauer, der kleine naturnah produzierende Landwirt, der Schäfereibetrieb der Landschaftsschutz betreibt geht leer aus oder bekommt mangels Bürokraft zu wenig Unterstützung. Für dieses System stehen CDU, CSU und auch SPD - und ändern wollen die allesamt nix. Trostlos.
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