Bericht über französischen Staatsbesuch Airbus bietet China A380-Deal an

Mit einem Besuch in China betätigt sich Frankreichs Präsident Macron als oberster Handlungsreisender seiner Nation. Zur Delegation gehört auch Airbus-Chef Fabrice Brégier, der eine letzte Chance für den A380 sucht.

Airbus-A380 der China Southern Airlines
AFP

Airbus-A380 der China Southern Airlines


Die Zukunft des Airbus-Flaggschiffs A380 ist seit Langem ungewiss. Das Flugzeug gilt als teures Aushängeschild, die Bestellungen bleiben aus - zu groß, zu unpraktisch, ein Spritfresser, argumentieren viele Airlines. Doch so einfach will der europäische Flugzeughersteller mit Sitz in Toulouse die Investitionen für den Riesenjet nicht abschreiben.

Im Zuge der dreitägigen Asienreise von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will der scheidende Airbus-Manager Fabrice Brégier China anbieten, das Land an der Produktion des weltgrößten Passagierflugzeugs zu beteiligen. Voraussetzung sei, dass chinesische Fluggesellschaften auch A380-Maschinen bestellten, schreibt die "Financial Times". Bislang ist China Southern Airlines die einzige Fluggesellschaft in dem Land, die mit A380 fliegt.

Zusätzlich plant Airbus dem Bericht zufolge, seine 2008 in Tianjin geöffnete Produktion zu erweitern. Dort werden Mittelstreckenflugzeuge vom Typ A320 produziert - statt vier sollen es demnach künftig fünf sein.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte vergangene Woche unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtet, bei Macrons Reise könnten Verträge über den Verkauf von bis zu hundert Maschinen unterzeichnet werden. Eine Bestätigung gibt es bislang nicht.

Frankreich will führende Rolle bei "neuer Seidenstraße"

Für Macron ist es der erste Staatsbesuch in China. Zu seiner Delegation gehören rund 50 Wirtschaftsvertreter. Zu Beginn sprach er sich für eine engere Zusammenarbeit Europas mit China aus. Er hob in einer Rede den Klimaschutz und die chinesische Initiative für den Bau einer "neuen Seidenstraße" mit Handelskorridoren nach Europa hervor. Als erste Station wählte Macron auch die alte Kaiserstadt Xi'an in Westchina - den Ausgangspunkt der antiken Seidenstraße.

Macron zeigte sich interessiert an einer französischen und europäischen Beteiligung an der geostrategischen Initiative für die "neue Seidenstraße". Frankreich wolle "eine führende Rolle spielen", sagte er über das 900 Milliarden Dollar schwere Entwicklungsprogramm von Chinas Präsident Xi Jinping. Es sei ein "sehr wichtiges Vorhaben", beide Seiten sollten konkrete Projekte zur Umsetzung identifizieren - ungeachtet der von anderer Seite geäußerten Bedenken über Chinas außenpolitische Ambitionen.

Während China schon wegen der vornehmlich mit chinesischen Milliarden finanzierten Initiative die Führungsrolle beansprucht, plädierte Macron für eine "ausgewogene Partnerschaft, in der die Finanzierungsregeln mit unseren Standards und dem übereinstimmen, was wir gemeinsam anstreben". Mit den Regierungen, Unternehmen und der Zivilgesellschaft verschiedener Partnerländer müsse nach Gelegenheiten für eine Zusammenarbeit gesucht werden, sagte Macron.

Angesichts des großen Handelsdefizits mit China in Höhe von rund 30 Milliarden Euro wollte sich Macron in Peking auch für einen besseren Marktzugang und einen Abbau der Handelsschranken einsetzen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zu Besuch bei Chinas Präsident Xi Jinping
Getty Images

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zu Besuch bei Chinas Präsident Xi Jinping

Menschenrechtsorganisationen forderten Macron auf, auch Fälle von Bürgerrechtlern, die Religionsfreiheit und die Verfolgung der in Nordwestchina lebenden muslimischen Uiguren anzusprechen.

apr/dpa/Reuters



insgesamt 12 Beiträge
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hman2 08.01.2018
1. SPON, was soll das?
"der eine letzte Chance für den A380 sucht." Könnte der Spiegel bitte wieder zu sachlicher Berichterstattung zurückkehren und das Erfinden von Meldungen wieder sein lassen? Niemand hat den A380 je einen "Spritfresser" genannt. Auf den Passagierkilomter gerechnet ist er das nämlich nicht. Und die Entwicklung von New Engine Option (Neo) ist ja in vollem Gange, und wird zunächst im Jet eine Nummer kleiner realisiert, und dann auf die Größe des A380 skaliert.
Knackeule 08.01.2018
2. Lobenswert
Lobenswert, dass Macron sich als oberster Airbus-Verkäufer seiner Nation einsetzt. Ähnliche Aktivitäten waren auch seinerzeit bei F.J.Strauß und Schröder zu beobachten. Es würde auch Madame Merkel als deutsche Regierungschefin gut anstehen, Airbus in ihrem Land in gleicher Weise so zu unterstützen. Leider bei ihr totale Fehlanzeige. Für solche unwichtigen Theman hat sie keine Zeit, sie ist voll damit beschäftigt, ihre Kanzlerschaft und damit weitere 4 Jahre Stillstand zu sichern. Armes Deutschland !
INGXXL 08.01.2018
3. Na ja, das sich die Chinesen
so einen Ladenhüter andrehen lassen glaube ich nicht. Die Produktion wird über kurz oder Lang eingestellt. 4 Triebwerke sind 2 zu viel
mullertomas989 08.01.2018
4. Einfach rund um den Globus Klinken putzen....
... damit man genug Kunden für den A380neo zusammenbekommt. Also: Emirates, Chinesen vielleicht, und dann noch weiter....
vulcan 08.01.2018
5.
Zitat von hman2"der eine letzte Chance für den A380 sucht." Könnte der Spiegel bitte wieder zu sachlicher Berichterstattung zurückkehren und das Erfinden von Meldungen wieder sein lassen? Niemand hat den A380 je einen "Spritfresser" genannt. Auf den Passagierkilomter gerechnet ist er das nämlich nicht. Und die Entwicklung von New Engine Option (Neo) ist ja in vollem Gange, und wird zunächst im Jet eine Nummer kleiner realisiert, und dann auf die Größe des A380 skaliert.
Sie können aber nicht verhehlen, dass Airbus mit dem A380 nicht so den großen Coup gelandet hat, oder? "Letzte Chance" trifft es doch ganz gut; zumal ansonsten das Ende abzusehen ist.
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