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Neuer Börsenriese: Wie Alibaba Chinas Gesellschaft verändert

Von und Xu Zhen

Taobao-Unternehmer: Erste rein kapitalistische Plattform Zur Großansicht
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Taobao-Unternehmer: Erste rein kapitalistische Plattform

Alibaba ist mehr als nur ein Börsenriese. Sein Dienst Taobao ist die erste rein kapitalistische Plattform im chinesischen Internet und ermöglicht Millionen von Chinesen ein besseres Leben. Drei Erfahrungsberichte.

Hamburg - Wenn Alibaba am Nachmittag an der US-Börse debütiert, wird ein turbokapitalistisches Feuerwerk gestartet: Mehr als 22 Milliarden Dollar dürfte der chinesische Internetkonzern einnehmen, mehr als 160 Milliarden Dollar könnte er schlagartig wert sein, mehr als Amazon oder Ebay.

Was bei dem Zahlengeklingel untergeht, ist die wirklich spannende Geschichte über Alibaba: Der Internetriese, der vor 15 Jahren in der Einzimmerwohnung eines gewissen Jack Ma entstand, hat Chinas Gesellschaft so stark verändert wie wohl kein anderes Unternehmen im Land.

Einer der populärsten Dienste im Alibaba-Imperium ist Taobao, eine Plattform, auf der jeder ohne Startgebühr seinen eigenen Laden eröffnen und reich werden kann. Millionen Chinesen sind dank Taobao inzwischen zu globalen Händlern geworden.

Manche, wie der Unternehmer He Hongwei, konnten sich so aus der Armut befreien. Andere, wie Professor Jia Shaohua, kombinieren das Betreiben eines Taobao-Shops mit bestimmten Studiengängen, um armen Chinesen eine Ausbildung zu ermöglichen.

Andere nutzen Taobao, um in einem Land, in dem es kaum Verbraucherschutz gibt, ein halbwegs sicheres Leben zu führen. Viele Mütter etwa kaufen auf Taobao deutsches Milchpulver, damit ihre Kinder mit gesunder Nahrung aufwachsen.

Auch weniger materielle Bedürfnisse werden auf Taobao gestillt. Die Unternehmerin Lulu etwa bietet sich auf der Plattform als virtuelle Freundin an, die man tageweise buchen kann. In rund einem Monat hatte sie mehr als 500 Kunden. Die meisten, sagt sie, sehnten sich nach Mitgefühl und menschlicher Wärme; beides komme in China oft zu kurz.

Wie Alibaba das Leben der Chinesen verändert. Drei Erfahrungsberichte.

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1.
PeterPan95 19.09.2014
"Sein Dienst Taobao ist die erste rein kapitalistische Plattform im chinesischen Internet und ermöglicht Millionen von Chinesen ein besseres Leben." - Yeah, Kapitalismus macht unser aller Leben besser und wir werden blühende Landschaften haben! (Leider werden es sich nur einige wenig leisten können sie zu besuchen...)
2. AliBaba ist eBay nur auf chinesisch, so what?
Bernd Grossmann 19.09.2014
Kaum schmeisst die börsianische Hammelherde ihr Geld einem virtuellen Saftladen hinterher und schon macht DER SPIEGEL wie gewohnt eine Jubelpropagandashow daraus. Was soll das? Alibaba ist wie eBay nur auf Chinesisch. Wenn die ihre Grenzen des Wachstuns auf dem chinesischsprechenden Markt erreicht haben werden sie wie alle online Säftladen als Blase zerplatzen und die börsianische Hammelherde wird panikartig ihr Geld abziehen, das übliche Brimborium. And, so what...?
3.
undog 19.09.2014
Zitat von PeterPan95"Sein Dienst Taobao ist die erste rein kapitalistische Plattform im chinesischen Internet und ermöglicht Millionen von Chinesen ein besseres Leben." - Yeah, Kapitalismus macht unser aller Leben besser und wir werden blühende Landschaften haben! (Leider werden es sich nur einige wenig leisten können sie zu besuchen...)
Online Verkauf für Bauern und kleine Manufakturen bedeutet gerade, dass diese nicht zum Marktplatz reisen müssen. Ferner sind deren TAOBAO Verkaufsseiten kostenlos = keine Provision wie bei ebay, amazon etc.. Die Kapitalismuskritiker müssen endlich einsehen, dass es den Chinesen in der breiten Masse besser geht als im Sozialismus. Deren online (Verkaufs)zugang schaltet alle (kapitalistischen) Zwischenhändler aus und sie stecken sich den (bösen?) Mehrwert allein die Tasche.
4. Funktioniert's auch umgekehrt?
cucco 19.09.2014
Können wir dann den Chinesen die Frauenkirche in Plastik Miniaturen verkaufen zusammen mit Allgäuer Käse - alles per Internet?
5. Die kleinen Chinese werden die Größten sein
Sonia 19.09.2014
Und niemand wird sie mehr aufhalten. China vor Ort angucken ...und sprachlos sein, was ein kommunistisches Einparteiensystem unter wehenden roten Fahnen aufgebaut hat. Das wird gerne überhaupt nicht erwähnt. Was der Jugend dort geboten wird ...hier Utopie und wird Utopie bleiben. Städte, wo alles solarbetrieben funktioniert ..sie probieren es wenigstens aus ..natürlich gibt es das Smokproblem in den riesigen Städten, aber auch das werden die lösen. Eine chin. Kita, man wünscht sich, dort sein Kind hinbringen zu dürfen ...modernste Schulen, eine Sauberkeit, eine Lernfreude der Kinder ...Alibaba wird Facebook wirtschaftlich den Rang ablaufen ..
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