Umfrage Deutsche gehen optimistisch ins Jahr 2014

Konjunktur robust, Arbeitsmarkt stabil, Euro-Krise abgeflaut: Angesichts der wirtschaftlichen Lage schauen viele Deutsche optimistisch aufs neue Jahr. So gut war die Stimmung seit Mitte der Neunziger nicht mehr.

Montage bei Porsche in Zuffenhausen: Große Mehrheit hält ihren Job für sicher
REUTERS

Montage bei Porsche in Zuffenhausen: Große Mehrheit hält ihren Job für sicher


Hamburg/Berlin - Angesichts guter wirtschaftlicher Daten gehen die Deutschen so zuversichtlich in das neue Jahr wie seit langem nicht mehr. Der Anteil der Optimisten sei mit 57 Prozent so hoch wie zuletzt Mitte der neunziger Jahre, teilte das Institut für Demoskopie Allensbach mit. Die große Mehrheit der Befragten sei angesichts der robusten deutschen Konjunktur überzeugt, einen sicheren Job zu haben. Zudem beurteile eine zunehmende Zahl von Menschen ihre wirtschaftliche Position positiv. Die Sorgen wegen der Euro-Krise gingen zurück.

Besonders optimistisch sind der traditionellen Neujahrsumfrage des Instituts zufolge jüngere Deutsche gestimmt. 72 Prozent der 16- bis 20-Jährigen sehen dem neuen Jahr mit Hoffnungen entgegen. Unter den 30- bis 44-Jährigen sind es immerhin noch 63 Prozent, bei den über 60-Jährigen nur noch 46 Prozent. Allensbach befragte vom 1. bis 12. Dezember knapp 1600 Deutsche ab 16 Jahren.

Angesichts des Ergebnisses äußerte sich das Institut auch zuversichtlich über die Konjunkturaussichten für 2014. In der Vergangenheit sei der Optimismus der Bevölkerung ein verlässlicher Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung des kommenden Jahres gewesen. Daher untermauerten die Daten die positiven Prognosen von Ökonomen.

2014 birgt auch wirtschaftliche Risiken

Auch die Wirtschaft selbst rechnet für das kommende Jahr mit guten Geschäften - besonders beim Export. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet für 2014 eine Steigerung von mehr als vier Prozent bei den Ausfuhren. "Das sichert Jobs in Deutschland", sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der "Bild"-Zeitung.

Die Stimmung der Bevölkerung schwankt laut den seit 1949 zunächst nur in Westdeutschland erhobenen Allensbach-Daten stark. Ähnlich hoch wie aktuell war der Optimisten-Anteil etwa zeitweise in den sechziger Jahren, aber auch am Ende der achtziger Jahre, um die Jahrtausendwende und 2010. Tiefe Einbrüche gab es unter anderem Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre, nach 2001 und nach der globalen Finanzkrise 2008.

Trotz der positiven Grundstimmung birgt 2014 jedoch auch eine ganze Reihe wirtschaftlicher Risiken. Dazu gehören etwa der geplante Ausstieg der USA aus ihrer Niedrigzinspolitik, der schon jetzt in Schwellenländern für Kapitalflucht sorgt, sowie die Europawahl, bei der Anti-Euro-Parteien wie die AfD Erfolge verbuchen könnten.

dab/AFP

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insgesamt 76 Beiträge
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TS_Alien 27.12.2013
1. Seelig sind die Unwissenden.
Die Eurokrise hat noch gar nicht richtig begonnen. Bis jetzt haben die Eurostaaten praktisch alle Risiken übernommen, aus der Welt sind die Risiken damit nicht. Wirtschaftliche Daten kann man schönrechnen. Wie es um die Wirtschaft wirklich steht, erkennt man am Inhalt der Lohntüte. Schreit da wirklich jemand "Hurra", außer die Angehörigen der üblichen Berufsgruppen, denen Jahr für Jahr mehr gegeben wird (z.B. Ärzte)? Zumindest haben viele Bürger noch Hoffnungen. Hoffnungen auf was? Auf einen unbefristeten Arbeitsplatz, auf einen Mindestlohn, auf ein Wunder? Etliche Bürger haben noch nicht einmal Hoffnungen. Dazu dürften auch viele Beamte gehören, deren Gehälter seit Jahren real deutlich gesunken sind.
blackstone13 27.12.2013
2. Und unseren täglichen Jubelbericht gib uns heute ...
- die Wirtschaft brummt! - D geht es gut! - Fachkräftemangel! - Kaufrausch! - Exportboom! - Wachstumslokomotive! - Dax auf Rekordniveau! .... Ich kann die Jubelmeldungen nicht mehr hören, liebes SPON. Je öfter ihr das Tag für Tag wiederholt, desto unwahrer wird es.
derhummerunddiehummerin 27.12.2013
3. Anderer Planet?
Wer wird da immer befragt? Das ist mediengemachte Meinung. Niemand blickt angesichts der aktuellen Probleme und dieser unfähigen Regierung mit Zuversicht ins Jahr 2014. Höchstens mit 10 Korn im Kopf. Man kann es aber immer noch versuchen, den Menschen einzureden.
kimba_2014 27.12.2013
4.
Zitat von sysopREUTERSKonjunktur robust, Arbeitsmarkt stabil, Euro-Krise abgeflaut: Angesichts der wirtschaftlichen Lage schauen viele Deutsche optimistisch aufs neue Jahr. So gut war die Stimmung seit Mitte der Neunziger nicht mehr. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/allensbach-deutsche-so-optimistisch-wie-zuletzt-in-den-neunzigern-a-940981.html
1914 gingen auch viele Deutsche optimistisch ins neue Jahr. Man lasse sich von den offiziellen Jubelmeldungen aber nicht blenden, besonders die wirtschaftliche "Erholung" und das angebliche "Abklingen der Eurokrise" bewegen sich nur auf ganz dünnem Eis, erkauft mit noch mehr Schulden.
wurzelbär 27.12.2013
5. Deutsche gehen optimistisch
Die übliche "Meinungsmacherei" zum Jahresende, damit das Volk auch eine eigene Meinung hat. Nur die Tafelnden, Arbeitssuchenden, Verschuldeten, Aufstocker, und wie man die Verarmung in Deutschland noch vielseitig umschreibt, wird an der Tatsache nichts ändern! Deutschland wird " abregiert " ! Die Politik, der Staat - als größter Arbeitgeber und Ausbeuter geben dafür ihr bestes ! "Konjunktur robust, Arbeitsmarkt stabil, Euro-Krise abgeflaut: Angesichts der wirtschaftlichen Lage schauen viele Deutsche optimistisch aufs neue Jahr. So gut war die Stimmung seit Mitte der Neunziger nicht mehr." Man sollte wegen vorsätzlicher, wider den Tatsachen entsprechenden Aussagen, Falschmeldung und Täuschungen dem Volk gegenüber Strafanzeige stellen. Angesichts der wirtschaftlichen Lage schauen viele Deutsche optimistisch aufs neue Jahr, aber nur die, die im Staatsdienst und den Staats und Landesregierungen, Volksverwaltung, Politik, Banken, etc. beschäftigt sind.
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