Altersarmut Bundesbürgern droht Renten-Schock

Viele Deutsche müssen sich auf eine schmale Rente einstellen: Laut Bundesregierung sinkt das Niveau der Altersversorgung bis 2025 um zehn Prozent. Die Linkspartei fordert eine gesetzliche Mindestrente.

Arbeiter in Berlin: Was wird von den Beiträgen für die Rentenversicherung übrig bleiben?
dapd

Arbeiter in Berlin: Was wird von den Beiträgen für die Rentenversicherung übrig bleiben?


Berlin - Schon jetzt arbeiten deutlich mehr über 65-jährige Deutsche als noch vor zehn Jahren. 660.000 Rentner haben einen Minijob, teilte die Bundesregierung kürzlich mit, ein Zuwachs von 60 Prozent. Dieser Trend dürfte sich in den nächsten Jahren noch verstärken. Denn wer heute in die Rentenversicherung einzahlt, muss sich darauf einstellen, im Alter weniger zu bekommen als jemand, der heute in Ruhestand geht.

Das Niveau der gesetzlichen Rente wird laut Bundesregierung bis zum Jahr 2025 um zehn Prozent sinken. Das berichtet die "Passauer Neue Presse". Die Zeitung beruft sich auf eine Antwort des Arbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion. Während das aktuelle Sicherungsniveau bei 50,8 Prozent vor Steuern liege, werde es im Jahr 2025 nur noch 45,2 Prozent betragen, heißt es. Unter dem Sicherungsniveau versteht man das Verhältnis zwischen der Rente, die ein Durchschnittsverdiener nach 45 Jahre erhält, und dem aktuellen Durchschnittseinkommen.

Die Linke warnt, dass sich die Renten in den vergangenen Jahren massiv der staatlichen Grundsicherung angenähert hätten. Während langjährig Versicherte 1992 noch das Doppelte der Sozialhilfe zur Verfügung gehabt hätten, sei dieser Wert bis auf 135 Prozent im vergangenen Jahr gesunken.

Der Parteichef der Linken fordert deshalb eine gesetzliche Mindestrente: "Die Renten sind im freien Fall", sagte Klaus Ernst der Zeitung. "Es muss eine verbindliche Untergrenze geben, die Altersarmut verhindert." Niemand dürfe im Alter weniger als 850 Euro im Monat haben.

cte/dpa

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insgesamt 571 Beiträge
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Jahiro, 31.08.2011
1. Gähn, wo ist die "News" ?
Alle die heute 30/ 40 oder jünger sind, wissen, dass es für sie mal eine Einheitsrente geben wird, die nur unwesentlich über Hartz IV liegen wird. Die einzelnen Schritte dahin sind dementsprechend nicht so wirklich spannende Nachrichten !
hornbeam, 31.08.2011
2. Bionisch
850.- bekommt eine Bekannte von mir nach einem Leben ohne Arbeistlosigkeit und 35 Jahren Einzahlung. Hauptsachen den Banken, Großaktionären und Millionären geht es gut.
AusVersehen 31.08.2011
3. Billiglöhner
Zitat von sysopViele Bürger müssen sich auf eine schmale Rente einstellen: Laut Bundesregierung sinkt das Niveau der Altersversorgung bis 2025 um zehn Prozent. Die Linkspartei fordert eine gesetzliche Mindestrente. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,783512,00.html
So sieht das Ende vom Lied der schönen Billiglohnwelt aus. Die Bundesregierung schafft es systematisch, die breite Basis der Bevölkerung, die ihr leben lang hart gearbeitet haben, ärmer und ärmer zu machen, zum Vorteil einiger weniger. Der sogenannten "Leistungsträger". Die dann, wie im Falle der Banken noch die Milliarden in den A.... geschoben bekommen. Rettet ruhig nochmal die armen Banken und die Schuldensünder der EU, unser Volk kann noch sehr viel mehr ertragen!
analyst2 31.08.2011
4. Schock?
Zitat von sysopViele Bürger müssen sich auf eine schmale Rente einstellen: Laut Bundesregierung sinkt das Niveau der Altersversorgung bis 2025 um zehn Prozent. Die Linkspartei fordert eine gesetzliche Mindestrente. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,783512,00.html
Jeder der sich mit dem Thema beschäftigt müsste wissen was da auf uns zukommt. Keine Rücklagen gebildet,Rentengelder verbraten und den Bürger an die Versicherungen verkaufen,so funktioniert perfekter Lobbyismus. Ich rate den Entscheidungsträgern sich schon einmal sportlich zu betätigen,damit sie im Ernstfall schnell genug laufen können.
S.Resch 31.08.2011
5. Wohin soll das noch führen?
Warum sollte man noch arbeiten gehen und in die Rentenkasse einzahlen, wenn der Unterschied zwischen einer Person, die ein Leben lang im Niedriglohnsektor arbeitete und deshalb um die Grundsicherung herum Rente erhält und einer Person, die nichts einzahlte und auch die Grundsicherung erhält? Und der Vorteil eingezahlt zu haben wird immer geringer. Gerecht ist das nicht.
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