Grundsicherung Altersarmut kostet Bund immer mehr Geld

Vielen Alten reicht die Rente nicht zum Leben: Die Bundesregierung rechnet mit steigenden Ausgaben für die Grundsicherung von Rentnern in Milliardenhöhe. Mehr als eine Million Menschen über 65 arbeiten weiter.

Rentnerin in Hamburg: Viele Alte sind auf das Sozialamt angewiesen
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Rentnerin in Hamburg: Viele Alte sind auf das Sozialamt angewiesen


Berlin - Die Existenzsicherung für arme Rentner kostet den Staat immer mehr. Das Bundesarbeitsministerium rechnet damit, dass die Kosten für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung von voraussichtlich 5,5 Milliarden Euro in diesem Jahr bis 2018 auf 7,2 Milliarden Euro steigen. Dies ergibt sich laut "Süddeutscher Zeitung" aus der Aufstellung des Haushalts für 2014 und Antworten des Ministeriums auf Fragen der Linken-Bundestagsfraktion.

Ein Sprecher von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sagte, dahinter stecke kein deutlicher Anstieg der Altersarmut. Hauptgrund sei vielmehr die steigende Zahl der Älteren in der Gesamtbevölkerung. Außerdem könnten sich die Kosten auch vergrößern, ohne dass die Zahl der armen Alten entsprechend zunimmt - etwa, weil wegen steigender Mietpreise Unterkünfte teuer werden.

Arme Alte profitieren in aller Regel nicht von der kürzlich beschlossenen Rentenreform der Großen Koalition. Zusätzliche Rentenzahlungen aufgrund der Mütterrente etwa werden im Zweifel von der Grundsicherung abgezogen. Um die Frührente für langjährige Beitragszahler ("Rente mit 63") zu erhalten, fehlen vielen Armen die nötigen Beitragsjahre, etwa weil sie lange arbeitslos waren.

Die meisten arbeiten "aus purer finanzieller Not" weiter

Zusätzlich zu dem Kostenanstieg gibt es auch andere Anzeichen für wachsende Altersarmut: Immer mehr Ältere arbeiten auch jenseits des gesetzlichen Rentenalters weiter. So gab es Ende Juni 2013 bundesweit 829.173 Minijobber über 65 Jahre, knapp 137.000 Minijobber waren sogar älter als 74. Das zeigt eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit, über die die Chemnitzer "Freie Presse" berichtet. Das Papier war von der Vizefraktionschefin der Linken im Bundestag, Sabine Zimmermann, angefordert worden.

Gegenüber dem vergangenen Jahr stieg die Zahl um knapp 36.000, gegenüber 2003 sogar um fast 270.000. Jedoch stieg die Zahl der Minijobs in dieser Zeit auch in der gesamten Bevölkerung deutlich. Zudem ist unklar, wie viele der Minijobber ihren Ruhestand nur deswegen aufschieben, weil sie ihre Existenz sichern müssen.

Denn auch die Zahl der Menschen ab 65 mit einer regulären, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung steigt demnach. Die Statistik weist 183.435 Beschäftigte und damit knapp 19.000 mehr als 2012 aus. Damit besetzt die Altersgruppe ab 65 - inklusive Minijobs - erstmals mehr als eine Million Arbeitsplätze. Nach Ansicht Zimmermanns arbeiten die meisten aber "nicht zum Spaß und Zeitvertreib weiter, sondern aus purer finanzieller Not".

ade/dpa



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insgesamt 169 Beiträge
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Seite 1
rsi 24.06.2014
1. ... kostet den Bund
Solange es nur den Bund, aber nicht den Bürger belastet, ist doch alles in Ordnung
ash26e 24.06.2014
2. Tja keine Partei
kommt am Bedingungslosen Grundeinkommen mehr vorbei!!
Maya2003 24.06.2014
3.
Zitat von sysopDPAVielen Alten reicht die Rente nicht zum Leben: Die Bundesregierung rechnet mit steigenden Ausgaben für die Grundsicherung von Rentnern in Milliardenhöhe. Mehr als eine Million Menschen über 65 arbeiten weiter. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/altersarmut-grundsicherung-fuer-rentner-teurer-fuer-bundesregierung-a-977029.html
Diese Armut ist gewollt und ergibt sich aus der unsozialen Politik die in diesem Lande seit Schröders Rechtsschwenk Mainstream ist. Ganz bewusst werden Millionen Mitbürger "geopfert" um Geschenke an Wohlhbendde, Banken und Industrie zu verteilen - 150 Mrd seit 2003 - und GLEICHZEITIG wird ein Drittel der Gesellschaft von der Politik abgeschriebeen, in Leiharbeit und Niedriglohnjobs abgedrängt, mit Ein-Euro-Jobs schikaniert. Aber Hauptsache "WIR haben die 10000 Marke" beim DAX durchbrochen. "Reformen" mit Weitblick hätten das Problem Altersarmut, in einem der REICHSTEN Länder der Erde, anders angepackt - aber leider versteht sich unsere politische Klasse nur noch als Schutzherr der Kapitalseite. "Entlastung" ist angesagt, damit genügend Spielgeld vorhanden ist. Diese kurzsichtige und asoziale Politik wird sich rächen; nicht heute oder mmorgen, aber unsere Enkel werden uns für Schröders und Merkls Politik noch verfluchen - WIR lassen zu daß sich ein neues Proletariat bildet, mit allen Folgen. Unter "Fortschritt" sollte eigentlich etwas anderes verstanden werden, aber Modelle des 19.Jh. sind ja gerade angesagt. Wer so handelt muß eben uch ddie Konsequenzen erkennen. Vom "Sieg über den Sozialismus" direkt in die frühindustrielle Ausbeutung - UNSER Kapitalismus dient ja ALLEN. Fast allen. Wir verspielen 150 Jahre HART erkämpften sozialen Fortschritt, opfern ihm dem Mammon, dem Gott der 1%.
reinerotto 24.06.2014
4. Kein Wunder
Die "soziale Wohltat", für ALG-II Empfänger keinerlei Zahlungen mehr an die RV abzuführen, schichtet die zukünftige Leistungspflicht um, auf den Bund. Mit dem aktuellen, positiven Effekt der Ersparnis zu Gunsten des Bundes. Eigentlich eine weitere Kreditaufnehme, zu Lasten der Jüngeren, welche durch ihr Steueraufkommen die zukünftigen Zahlungen finanzieren müssen. Weiteres Beispiel der Kurzsichtigkeit der Politik.
GSYBE 24.06.2014
5. Vielen Alten reicht die Rente nicht zum Leben
Schämt Euch!
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