Drohende Umweltschäden in Amazonasregion Brasilien gibt riesigen Naturpark für Bergbau frei

Er ist größer als Dänemark und soll enorme Goldvorkommen bergen: In einem brasilianischen Naturpark wird durch ein Dekret von Präsident Temer künftig Bergbau erlaubt. Opposition und Umweltschützer sind höchst alarmiert.

Abholzung von Regenwald im Bundesstaat Para
REUTERS

Abholzung von Regenwald im Bundesstaat Para


Die brasilianische Regierung erlaubt in einer bisher geschützten Region künftig Bergbau. Das sieht ein Dekret von Präsident Michel Temer vor.

Der Nationalpark Reserva Nacional do Cobre e Associados (Renca) in den nördlichen Bundesstaaten Amapa und Para umfasst rund 46.000 Quadratkilometer und ist damit größer als Dänemark. Dort werden große Vorkommen an Gold und anderen Mineralien vermutet.

"Das Ziel der Maßnahme ist es, neue Investitionen anzuziehen, Wohlstand für das Land sowie Arbeitsplätze und Einkommen für die Gesellschaft zu schaffen", zitiert die Nachrichtenagentur Reuters eine Mitteilung des zuständigen Ministeriums für Bergbau und Energie. All dies geschehe "auf der Grundlage von Nachhaltigkeitsregeln". Mehrere Naturschutzreservate und die Gebiete von Indigenen innerhalb der Region würden weiterhin geschützt.

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Der oppositionelle Senator Randolfe Rodrigues bezeichnete die Entscheidung laut "O Globo" jedoch als "größten Angriff auf die Amazonasregion in den vergangenen 50 Jahren". Auch Maurício Voivodic, Brasilien-Chef der Umweltschutzorganisation WWF, zeigte sich alarmiert. Bergbau in der Region werde zu einer "demografischen Explosion, Abholzung, der Zerstörung von Wasserressourcen, dem Verlust von Biodiversität und dem Entstehen von Landkonflikten" führen.

dab

insgesamt 79 Beiträge
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Nordstadtbewohner 24.08.2017
1. Bergbau vs. Tagebau
Die Kritiker dieses Vorhabens sollten sich ein wenig beruhigen. Der dort geplante Bergbau zerstört nicht die Wälder und Seen, da er unter Tage stattfindet. Wenn man den sauber durchzieht, bedeutet das keine Eingriffe in Flora und Fauna. Dazu kommt, dass die Erschließung neuer Abbaugebiete in Brasilien den Wohlstand anhebt, was für alle Menschen dort zum Vorteil gereicht. Ich denke, man sollte solche Projekte nüchtern betrachten, gerade wenn mal wieder Oppositionspolitiker und vorgebliche Umweltschützer lautstark polemisieren.
neurobi 24.08.2017
2. Korrupte Politik
Man muss leider feststellen, dass die Politk in Brasilien in einem Maße korrupt ist, die die Verhältnisse in Westeuropa geradezu paradiesische erscheinen lassen. Herr Temer hat seine Vorgängerin mit Korruptionsvorwürfen aus dem Amt gedräng, vielleicht nicht mal zu Unrecht. Allerdings war schon damals klar, dass er selbst seine beiden Vorgänger in dieser Beziehung locker in die Tasche stecken wird. Wie man an diesem Vorgang erkennen kann, er ist Korruption in Person.
Morpheus Nudge 24.08.2017
3.
Das ist zwar schrecklich, aber evtl. sollten sich andere Nationen nicht allzuweit aus dem Fenster lehnen mit angreifender Kritik, denn drei Finger zeigen auf sie selbst, wenn sie mit einem auf Basilien zeigen.
josipawa 24.08.2017
4. Gut ist das nicht,
ein jeder Quadratmeter vernichteter Regenwald bindet kein Kohlenstoffdioxid mehr, das auch wir ausstoßen und Sauerstoff wird auch keiner produziert. Das ist also ein greifbares Ergebnis des Umweltgipfels in Rio 92, man braucht nicht glauben, dass es bei uns anders wäre. Aktivisten und sonstige Engagierte werden in Projekten beschäftigt, ansonsten geht alles seinen gewohnten Gang, wir beziehen ja auch viel Strom aus Braunkohle und fahren mit großen Autos spazieren.
josipawa 24.08.2017
5. Gut ist das nicht,
ein jeder Quadratmeter vernichteter Regenwald bindet kein Kohlenstoffdioxid mehr, das auch wir ausstoßen und Sauerstoff wird auch keiner produziert. Das ist also ein greifbares Ergebnis des Umweltgipfels in Rio 92, man braucht nicht glauben, dass es bei uns anders wäre. Aktivisten und sonstige Engagierte werden in Projekten beschäftigt, ansonsten geht alles seinen gewohnten Gang, wir beziehen ja auch viel Strom aus Braunkohle und fahren mit großen Autos spazieren.
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