Amerikas Jobmarkt US-Arbeitslosenquote steigt auf 26-Jahres-Hoch

Der Jobmarkt wird in den USA zu einem ernsten Problem. Die Arbeitslosenquote stieg im August auf den höchsten Wert seit 1983. Einziger Lichtblick: Der Stellenabbau konnte gebremst werden. Das sehen auch die Anleger an der Wall Street so.

Skyline von Atlanta: Mancher hatte auf eine Überraschung gehofft
dpa

Skyline von Atlanta: Mancher hatte auf eine Überraschung gehofft


Washington - Trauriger Rekord auf dem US-Arbeitsmarkt: Die Erwerbslosenquote ist im August auf 9,7 Prozent gestiegen - und hat damit den höchsten Stand seit 26 Jahren erreicht. Im Vormonat hatte die Quote mit 9,4 Prozent noch deutlich darunter gelegen.

Experten bezeichneten den Arbeitsmarkt als Unsicherheitsfaktor für die Konsumnachfrage. Mit einer Trendwende sei vor Jahresende nicht zu rechnen, sagte Ralf Umlauf von der Helaba. Solange der Jobabbau anhalte, bleibe der Arbeitsmarkt ein Bremsklotz für die Konjunktur, sagte Joseph Trevisani von FX Solutions.

"Die Zahlen von der US-Arbeitsmarktfront sind gemischt ausgefallen", urteilte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. "So mancher hat mit einer positiven Überraschung gerechnet." Immerhin, so hob er hervor, halte der Positivtrend in puncto Arbeitsplätze an, "denn es werden zunehmend weniger Arbeitsplätze abgebaut, was allerdings mit den staatlichen Konjunkturprogrammen zusammenhängt".

Fast sieben Millionen Jobs seit Ausbruch der Krise weggefallen

So konnten die Statistiker trotz des Rekordhochs im August immerhin in einer Hinsicht eine leichte Entspannung ausmachen. Insgesamt fielen 216.000 Stellen weg, wie das Arbeitsministerium in Washington am Freitag mitteilte. Damit fiel der Rückgang so gering aus wie seit einem Jahr nicht mehr. Analysten hatten den Verlust von 225.000 Stellen erwartet.

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist entscheidend für die Konsumausgaben, die wiederum rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung in den USA ausmachen. Seit Ausbruch der Rezession in den USA Ende 2007 sind der Krise bereits 6,9 Millionen Arbeitsplätze zum Opfer gefallen.

Der deutsche Aktienmarkt nahm den US-Arbeitsmarktbericht eher freundlich auf. Nach vier Tagen mit Verlusten stieg der Leitindex Dax Chart zeigen um mehr als ein Prozent auf zeitweise 5372 Zähler. Der MDax Chart zeigen rückte um 1,4 Prozent auf 6745 Punkte vor. Der TecDax Chart zeigen gewann 1,3 Prozent auf 694 Zähler. Auch die Wall Street reagierte freundlich: Der Dow Jones Chart zeigen verzeichnete leichte Gewinne von 0,24 Prozent. Der marktbreite S&P-500-Index legte um 0,27 Prozent zu.

mik/Reuters/dpa/dpa-AFX

Mehr zum Thema


Forum - Meldungen zur Konjunktur - blicken Sie noch durch?
insgesamt 824 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Galaxia, 06.08.2009
1.
Zitat von sysopNeue Anzeichen für eine Erholung der deutschen Wirtschaft: Die Industrie konnte im Juni deutlich zulegen - ihre Auftragseingänge stiegen um 4,5 Prozent, weit stärker als von Volkswirten erwartet. Bei all den Meldungen zur Konjunktur - blicken Sie noch durch?
Im Artikel heisst es ja "Gefragt waren demnach vor allem Maschinen und Fahrzeuge." Und bei Fahrzeugen konkret ist hier sicherlich dies auf die Umwelt-Abwrackprämie zurückzuführen. Daher man muss relativieren und durch diese "Prämie" wurde nur etwas aufgeschoben. Sinn solcher Meldungen ist wohl der Gedanke, das einige meinen man kann etwas schön reden. Die Verpackung macht auch was her, nur ändert das nichts daran wenn der Inhalt faul ist. Deutschland kann nur einen nachhaltigen Aufschwung schaffen, wenn es seine Energietechnologie umstellt.
Bettelmönch, 06.08.2009
2.
Zitat von sysopNeue Anzeichen für eine Erholung der deutschen Wirtschaft: Die Industrie konnte im Juni deutlich zulegen - ihre Auftragseingänge stiegen um 4,5 Prozent, weit stärker als von Volkswirten erwartet. Bei all den Meldungen zur Konjunktur - blicken Sie noch durch?
Nein, aber das zeigt, daß die Konjunktur komplexer ist als viele Expertenmeinungen suggerieren.
BTW, 06.08.2009
3.
Zitat von sysopNeue Anzeichen für eine Erholung der deutschen Wirtschaft: Die Industrie konnte im Juni deutlich zulegen - ihre Auftragseingänge stiegen um 4,5 Prozent, weit stärker als von Volkswirten erwartet. Bei all den Meldungen zur Konjunktur - blicken Sie noch durch?
Drastisch mehr Auftraege ? Ist ja voll krass. "Im Jahresvergleich ... lag das Minus im Juni bei 25,3 Prozent nach minus 29,4 Prozent im Vormonat"
mbberlin, 06.08.2009
4.
Zitat von sysopNeue Anzeichen für eine Erholung der deutschen Wirtschaft: Die Industrie konnte im Juni deutlich zulegen - ihre Auftragseingänge stiegen um 4,5 Prozent, weit stärker als von Volkswirten erwartet. Bei all den Meldungen zur Konjunktur - blicken Sie noch durch?
Blickt ihr beim Spiegel nocht durch?
Wolfghar 06.08.2009
5.
Zitat von sysopNeue Anzeichen für eine Erholung der deutschen Wirtschaft: Die Industrie konnte im Juni deutlich zulegen - ihre Auftragseingänge stiegen um 4,5 Prozent, weit stärker als von Volkswirten erwartet. Bei all den Meldungen zur Konjunktur - blicken Sie noch durch?
Ich blicke sicher nicht durch, aber ich misstraue auch allen Volkswirten mit Parteibuch und den INSM Gefühlsermittlungsinstituten bei ihrer politischen Stimmungsmache. Was bedeuten 4,5% mehr Aufträge bei einem Einbruch von bis zu 70% teilweise? Ein Aufschwung? Was für eine demagogische Desinformation! Mit Wahrheit und Ehrlichkeit wollen diese Leute sicher nichts zu tun haben. Aber wenn es jetzt wieder neue Aufträge gibt kann man ja endlich die Löhne weiter senken um die Stellen zu halten.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.