Frankfurt - Reisende am Frankfurter Flughafen können vorerst aufatmen: Der Streik des Personals am Vorfeld wird ausgesetzt. Die Gewerkschaft der Fluglotsen (GdF) teilte am Mittwoch mit, dass mit Beginn der Nachtschicht gegen 21 Uhr wieder normal gearbeitet werde. Die GdF will auf das neue Gesprächsangebot des Flughafenbetreibers Fraport eingehen. Ab Donnerstagmorgen wollen sich Arbeitgeber und Gewerkschafter wieder an den Verhandlungstisch setzen. Es solle auf Vorstandsebene ohne Vorbedingungen verhandelt werden, hieß es.
Der Streik werde bis zu einem möglichen Ergebnis weiterer Gespräche mit Fraport oder bis zum Abbruch der Verhandlungen durch eine Tarifpartei ruhen, sagte der GdF-Bundesvorsitzende, Michael Schäfer. Ursprünglich sollte der Ausstand bis Freitagnacht dauern. Rund 200 Flugzeugeinweiser, die auf dem Vorfeld tätig sind, haben den größten deutschen Flughafen seit vergangenen Donnerstag bestreikt. Sie wollen damit Lohnerhöhungen erreichen.
Die Betreibergesellschaft Fraport hatte der Gewerkschaft am Mittwochvormittag ein schriftliches Gesprächsangebot übermittelt. "Wir haben den Inhalt geprüft und Fraport daraufhin unsere Bereitschaft mitgeteilt, Gespräche aufzunehmen", sagte GdF-Chef Schäfer. Fraport-Chef Stefan Schulte hatte erklärt, das Angebot an die GdF enthalte keine grundlegenden Neuerungen. "Wir haben keine Zahlen genannt, da wir Gespräche ohne Vorbedingungen wollen", sagte er. Einzige Forderung an die GdF sei, dass der Streik abgebrochen werde, der auf dem größten deutschen Flughafen schon fünf Tage lang zu Flugausfällen und Verspätungen führt.
Bislang hatte die GdF betont, nur auf Basis des bereits ergangenen Schlichterspruchs mit dem Flughafen verhandeln zu wollen. Fraport hatte den Schlichtervorschlag abgelehnt.
Vor Absage des Streiks waren am Mittwochmorgen für den Tag laut Fraport 165 Flüge annulliert worden. Laut Fraport konnten trotz des Streiks durch den Einsatz von Aushilfskräften zuletzt mehr als 80 Prozent der ursprünglich geplanten 1200 Starts und Landungen abgewickelt werden. Fraport hatte sich auf den Ausstand vorbereitet und intern Personal geschult, das die Aufgaben der Streikenden übernimmt.
mmq/AFP/Reuters
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Staat & Soziales | RSS |
| alles zum Thema Flughafen Frankfurt | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH