US-Strafzölle Merkel spricht von "ernster Situation"

Angela Merkel zeigt sich über die verhängten US-Zölle auf Stahl und Aluminium beunruhigt. Sie setzt jedoch weiterhin auf Gespräche: Mit einer Spirale der Gegenmaßnahmen komme man nicht voran.

Angela Merkel
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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Verhängung von US-Zöllen für Stahl und Aluminium als "ernste Situation" bezeichnet. Die Zölle seien nicht sachgerecht, sagte Merkel in Stralsund vor dem CDU-Wirtschaftsrat von Mecklenburg-Vorpommern.

Merkel verwies darauf, dass es weltweit ein gegenseitig vereinbartes System von Einfuhrzöllen gebe. "Was jetzt hier passiert, sind einseitige Aktionen, und die muss man entsprechend beantworten."

US-Präsident Donald Trump hatte in Washington zwei Proklamationen unterzeichnet, wonach Zölle in Höhe von 25 Prozent auf eingeführten Stahl und von 10 Prozent auf Aluminium in Kraft treten sollen.

Die bevorzugte Reaktion auf die Verhängung der Zölle seien jetzt Gespräche, sagte Merkel. Wenn man sich in eine Spirale hineinbewege, komme man nicht voran: "Aber wir müssen unsere eigenen Interessen schützen."

Am Samstag treffen sich die EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström und der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer in Brüssel. Der japanische Handelsminister Hiroshige Seko wird ebenfalls erwartet, hieß es vorab.

Bei dem Gespräch soll es nach Darstellung der EU-Kommission darum gehen, Klarheit über die von US-Präsident Donald Trump verhängten Schutzzölle zu erhalten. Europa dringt zudem darauf, von den Maßnahmen ausgenommen zu werden. Bislang ist das nur für Mexiko und Kanada vorgesehen.

EU-Vizekommissionspräsident Jyrki Katainen kündigte an, dies werde das erste von mehreren Gesprächen.

Beschwerde bei der Welthandelsorganisation

Parallel dazu plane die EU eine Beschwerde bei der Welthandelsorganisation (WTO), hatte Handelskommissarin Malmström zuvor erklärt. Außerdem würden Schutzmaßnahmen für den eigenen Stahl- und Aluminiumsektor getroffen. Und schließlich sei die angekündigte Liste mit US-Produkten in Arbeit, auf die Zölle verhängt werden könnten. "Wir hoffen, das wird nicht nötig."

Die Europäische Union werde nicht unmittelbar mit Gegenmaßnahmen auf die von US-Präsident Donald Trump verhängten US-Strafzölle antworten. Die Reaktion könnte monatelang auf sich warten lassen, sagte Malmström weiter.

brt/dpa

insgesamt 49 Beiträge
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cossy 09.03.2018
1. Diese Merkel,
eine ekelhafte Frau. Konzeptions- und inhaltslos. Leider hat sie die CDU nun auch zur inhaltslosen Partei gemacht, die erst dann richtig aufwachen wird, wenn Merkel weg ist und viele Wähler einfach mal wieder überlegen müssen, wo sie nun ihr Kreuz machen sollen. Dann wird die CDU zur SPD werden in Sachen Wählerstimmen.
vliege 09.03.2018
2. Butterweich
Bei Trump, Erdogan hört man trotz weitreichender Folgen für die Wirtschaft bei dem einen und Nazi Beleidigungen bei dem anderen nur "besorgte" bzw. "fluide" Töne von unserer Kanzlerin. Manche halten das für besonnen, dem wäre auch so wenn die Akteure nicht die Paradebeispiele für Alphamännchen wären. Für diese Art Menschen ist so ein Verhalten ein Zeichen von Schwäche. Bei Putin zeigt Merkel das sie auch anders kann, woran liegt das wohl?
mali123 09.03.2018
3. Wenn die Strafzölle
ihre Wirkung zeigen werden, dann wird man schnell merken, was man angerichtet hat durch die ganze H4 Politik und das Lohndumping. Ich bin kein Fan von Donald Trump, aber das finde ich sehr gut. Nun schon die zweite Nation nach GB die dicht macht. Es wird Zeit die Löhne schnell anzuheben, sonst gibt es bald gar keine Nachfrage mehr nach dt. Produkten. Es ist defintiv besser, wenn die Produkte durch faire und gute Löhne im Innland teurer werden als durch Strafzölle!
spmc-12355639674612 09.03.2018
4. Total daneben, beleidigend und unsachlich!
Zitat von cossyeine ekelhafte Frau. Konzeptions- und inhaltslos. Leider hat sie die CDU nun auch zur inhaltslosen Partei gemacht, die erst dann richtig aufwachen wird, wenn Merkel weg ist und viele Wähler einfach mal wieder überlegen müssen, wo sie nun ihr Kreuz machen sollen. Dann wird die CDU zur SPD werden in Sachen Wählerstimmen.
Ihr Kommentar ist so was von daneben, beleidigend und unsachlich! Sagen Sie mal, merken Sie das beim Tippen nicht? Reagieren Sie Ihre Wut gefälligst woanders ab! Frau Merkel reagiert in dieser Beziehung durchaus vernünftig. Auch ich würde so reagieren, die Einhaltung der vereinbarten internationalen Regeln einfordern und erst einmal schauen, was solche Zölle überhaupt bewirken, bevor ich drastische Gegenmaßnahmen auf den Weg bringe. Und was genau passt Ihnen da nicht?
xxgreenkeeperxx 09.03.2018
5. Mr. Trump sollte nicht unterschätzt werden.
Ich denke es ist klar zu erkennen, was Herr Trump vorhat, nämlich die Mitglieder der EU über seine Strafzölle gegeneinander auszuspielen. Einigen wird er Zollerleichterungen gewähren, aber Deutschland ganz sicher nicht. Und ob da die Methode Merkel, d.h. erst mal und in aller Ruhe abwarten und den Gegner weich reden, die richtige ist wage ich zu bezweifeln. Mr. Trump sitzt allen deutschen Unkenrufen zum Trotz meiner Meinung nach ziemlich fest im US-Präsidenten-Sattel, und darauf zu spekulieren, dass er bald weg ist und sein Nachfolger alles wieder rückgängig macht halte ich für sehr riskant. Außerdem ist Frau Merkel in der EU nicht beliebt. Könnte mir deshalb durchaus vorstellen, dass einige EU-Staaten einen Deal mit Mr. Trump insgeheim anstreben würden und sich dann ebenfalls plötzlich und unerwartet aus der EU verabschieden werden. Mr. Trump mag ja von Weltwirtschaft nicht viel Ahnung haben, aber wie er das maximale aus seinen Geschäfts"partnern" für "sich" rausholen kann, da kennt er sich aus. Deshalb wurde er ja auch gewählt.
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