Paris/Madrid - Gute Nachrichten für die Finanzministerien von Frankreich und Spanien: Beide Länder liehen sich am Donnerstag zu verringerten Zinsen frisches Geld. Bei einer robusten Nachfrage sanken die Renditen teilsweise deutlich. Auch die jüngste Herabstufung durch die Rating-Agentur Fitch bleib damit ohne größere Auswirkungen. Am Montag hatte bereits Italien zu deutlich verbesserten Konditionen Anleihen platziert.
Frankreich platzierte drei langlaufenden Anleihen am Markt. Dabei musste der Staat den Anlegern weniger Zinsen bieten als noch zu Jahresbeginn - also vor dem Verlust seiner Höchstbewertung. Insgesamt nahm Frankreich mit den drei Papieren 7,962 Milliarden Euro auf und erreichte damit fast die angestrebte Summe von acht Milliarden Euro.
Eine neue zehnjährige Anleihe spülte dem französischen Staat knapp 5,7 Milliarden Euro in die Kasse. Die zu zahlende Rendite sank von 3,29 Prozent bei einer vergleichbaren Auktion Anfang Januar auf 3,13 Prozent. Das Verhältnis von Nachfrage zu Angebot lag bei 1,71. Noch stärker war die Nachfrage bei den anderen beiden Anleihen mit acht- und sechsjähriger Laufzeit. Hier lag die Nachfrage zum Teil mehr als viermal so hoch wie das Angebot.
Die viertgrößte Euro-Wirtschaft Spanien, die zusammen mit Italien derzeit unter besonderer Beobachtung von Investoren steht, konnte sich ebenfalls ohne Probleme frisches Kapital beschaffen. Drei neue Anleihen mit Fälligkeit 2015, 2016 und 2017 spülten dem Staat insgesamt 4,56 Milliarden Euro in die Kasse. Das anvisierte Zielvolumen wurde damit sogar leicht übertroffen. Die Nachfrage war zum Teil mehr als dreimal so hoch wie das Angebot. Die Zinsen, die Spanien den Investoren bieten musste, gingen im Vergleich zu Auktionen im Januar und Dezember deutlich zurück. In der Spitze lag der Rückgang bei zwei Prozentpunkten.
Als Hauptursache des verstärkten Interesses an europäischen Staatsanleihen gilt eine dreistellige Milliardenspritze der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese stellte im Dezember den Geschäftsbanken der Euro-Zone Kredite im Gesamtwert von fast 500 Milliarden Euro über den ungewöhnlich langen Zeitraum von drei Jahren zu Verfügung - und das nach aktuellem Stand zum Mini-Zins von 1,0 Prozent.
Dieses Geld investieren die Institute nun offenbar verstärkt in Anleihen. "Die Peripherieländer profitieren von der enormen Liquiditätsflut der EZB", sagt der Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.
dab/dpa/Reuters
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