Kandidatin für CDU-Vorsitz Kramp-Karrenbauer plädiert für "große Steuerreform"

Die USA haben die Steuern gesenkt, Großbritannien plant Entlastungen nach dem Brexit. CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp Karrenbauer will, dass Deutschland nachzieht - um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Annegret Kramp-Karrenbauer (Archiv)
CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Annegret Kramp-Karrenbauer (Archiv)


CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich für eine "große Steuerreform" ausgesprochen. "Wir werden auf absehbare Zeit eine Steuerreform brauchen", sagte sie am Mittwoch auf einer Veranstaltung der "Süddeutschen Zeitung" in München. Dies sei mit Blick auf die Digitalisierung nötig, etwa um die Steuervermeidung von Konzernen zu verhindern, aber auch, um neue Anreize zu schaffen. "Wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen, muss man das angehen", sagte Kramp-Karrenbauer.

Die 56-Jährige tritt beim Parteitag der CDU im Dezember für den Parteivorsitz und damit für die Nachfolge der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel an. Sie gilt neben dem früheren Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn als aussichtsreichste Kandidatin.

Die deutsche Wirtschaft verlangt seit Langem umfangreiche Steuersenkungen für Unternehmen, auch mit Blick auf Steuerreformen in den USA und anderen Ländern. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte Plänen über eine Steuerreform eine Absage erteilt.

beb/dpa



insgesamt 57 Beiträge
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haarer.15 14.11.2018
1. Ach Frau Kramp-Karrenbauer ...
Dieses ewige Argument von Wettbewerbsfähigkeit... Dabei steht D im Europavergleich ohnehin sehr gut da. Die Überschüsse im Außenhandel sind jetzt doch eher kontraproduktiv. Steuersenkungen für Unternehmen, aber der Bürger schaut in die Röhre ? Geht gar nicht. Wenn der Soli abgeschafft wird, dann profitieren hier am meisten eh die Unternehmen und die Elite, die Geringverdiener kaum bis gar nicht. Im übrigen stellt sich die Frage, wann Frau Merkel in ihrer langen Ära je eine große Struktur-Reform zustandegebracht hat. Wo bitte denn ?
Malto Cortese 14.11.2018
2.
Na endlich wird die Merkelsteuer (+ 3 Punkte Mwst.) zurückgenommen. Oder sollte doch eher wieder an die Entlastung leistungsloser Kapitaleinkommen gedacht sein? Vorsicht: wer AKK wählt, wählt CDU.
Jan B. 14.11.2018
3.
Ja bitte, entlastet die armen Unternehmen. Besonders Großunternehmen und Konzerne ächzen unter der "Steuerlast" die nach Briefkastenfirmen und anderen Steuervermeidungstricks noch übrig bleibt.
eugler 14.11.2018
4. Ungeheuerlich
Konzernzahlen bereits in Deutschland niedrigste Steuern. Ist Zeit Bürgern und Kleinstunternehmen Steuervergünstigungen zu ermöglichen und große Unternehmen endlich an den sozialen Kosten zu beteiligen, die sie in den nächsten Jahren über Digitalisierung einsparen werden. Frau Kramp-Karrenbauer ist entweder fernab real jeder Realität oder sie versucht bewusst Konzernen über das Thema Angst größere Gewinne zu verschaffen. Ich weiß nicht was schlimmer ist, aber beides ist völlig inakzeptabel.
stefan.martens.75 14.11.2018
5. Kapitalismus im Endstadium
Es ist echt unfassbar! Unternehmen und Aktienbesitzer zahlen schon heute deutlich weniger Steuern als Arbeiter und Angestellte. Und die Lösung des Problems soll jetzt sein diesen Unterschied noch weiter zu forcieren? Die höchsten und einträglichsten Quellen des Geldes weiter von der Gemeinschaft zu isolieren und sie praktisch von der Finanzierung der Gesellschaft zu lösen? Ein echt kranker Wettbewerb der Staaten ist da am laufen!
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