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01. Juni 2012, 08:40 Uhr

Sorge um Wachstum

Stimmung in Chinas Industrie verschlechtert sich

Die Signale für eine deutliche Abkühlung der Konjunktur in China mehren sich. Ein wichtiges Stimmungsbarometer für die Industrie fiel auf den tiefsten Stand seit Beginn des Jahres. Die Neuaufträge sanken.

Peking - Die Euro-Zone kämpft gegen die Schuldenkrise, die USA sind wirtschaftlich angeschlagen und nun stockt auch noch das Wachstum in China. Die Stimmung in der Industrie dort ist deutlich schlechter geworden. Der amtliche Einkaufsmanager-Index für Großunternehmen fiel nach Angaben der nationalen Statistikbehörde im Mai auf 50,4 Punkte. Das ist der bisher niedrigste Wert im laufenden Jahr. Immerhin liegt der Index noch über der Marke von 50 Punkten, die Wachstum signalisiert.

Auch im chinesischen Mittelstand trübt sich die Stimmung ein. Dort erfasst die britische Großbank HSBC mit ihrem Einkaufsmanager-Index die Lage. Das Barometer fiel auf 48,4 Punkte und damit weit stärker, als von Experten geschätzt.

Andere Daten aus China signalisieren ebenfalls, dass das Wachstum in der weltweit zweitgrößten Marktwirtschaft trotz aller Stützungsmaßnahmen der Regierung stockt. Laut der amtlichen Statistik sind die Neuaufträge gesunken und die Lagerbestände ungewöhnlich schnell gewachsen.

China liefert sich Handelskrieg mit USA

Experten rechnen damit, dass sich das Wachstum in China im zweiten Quartal auf das Jahr hochgerechnet auf 7,9 Prozent verlangsamt. Damit würde es erstmals seit 2009 unter die Marke von acht Prozent fallen. Für das Gesamtjahr gingen Analysten zuletzt von einem Plus von 8,2 Prozent aus. Das wäre der schwächste Anstieg seit 1999.

Die chinesische Regierung kämpft derzeit an mehreren Fronten. Sie muss die Inflationsgefahr im Land eindämmen und zugleich dafür sorgen, dass strategisch wichtige Wachstumsbranchen erhalten bleiben. Besonders der Markt für erneuerbare Energien ist umkämpft. Die USA drohen mit Strafzöllen auf Produkte aus China, betroffen sind unter anderem Windkraft- und Solaranlagen. US-Firmen und auch europäische Unternehmen beklagen, dass chinesische Konkurrenten mit Förderung der Regierung in Peking Dumping-Preise bieten und so freien Wettbewerb unterbinden.

Auch Investoren stehen China zunehmend kritisch gegenüber. Weil die Wirtschaft dort einen historischen Wandel vollzieht und dadurch auch Gehälter steigen, verliert der Standort für viele Unternehmen an Attraktivität.

mmq/Reuters

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