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Arbeitnehmerschutz: Obama will unbezahlte Überstunden eindämmen

Die Ausbeutung von Arbeitnehmern durch unbezahlte Überstunden will US-Präsident Barack Obama nicht länger hinnehmen. Jetzt soll das Arbeitsschutzgesetz neu formuliert werden.

US-Präsident Obama: Regelung nicht mehr zeitgemäß Zur Großansicht
AFP

US-Präsident Obama: Regelung nicht mehr zeitgemäß

US-Präsident Barack Obama will Arbeitnehmer künftig besser vor unbezahlten Überstunden schützen. Derzeit machten zu viele US-Bürger bei der Arbeit Überstunden, ohne dass sie dafür ausreichend entlohnt würden, schrieb Obama am Montag in der Onlinezeitung "Huffington Post". Sein Ziel sei es, die bestehenden Regeln neu zu formulieren, um künftig sicherzustellen, dass Überstunden auch angemessen bezahlt werden.

Die Regeln seien seit Jahren nicht mehr angepasst worden, schrieb der US-Präsident. "In diesem Land muss ein harter Arbeitstag fair entlohnt werden". "Das ist es, was die Mittelschicht in Amerika ausmacht." Der besondere Schutz solle ab dem kommenden Jahr für Arbeitnehmer mit einem Jahresgehalt von bis zu gut 50.000 Dollar gelten. Derzeit liegt die Grenze bei knapp 24.000 Dollar. Profitieren würden von der Regelung knapp fünf Millionen Arbeitnehmer.

Weitere Details will die Regierung am Dienstag bekannt geben. Doch schon jetzt regt sich energische Kritik. Randy Johnson, Vize-Präsident der amerikanischen Handelskammer warnte vor massiven Jobverlusten. Das Vorhaben sei ein weiterer Beleg dafür, dass die Regierung den Bezug zur Realität verloren habe. Sie belaste Arbeitgeber immer mehr und erwarte, dass dies ohne Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt bliebe.

Obamas Regierung hatte zuletzt mehrere politische Erfolge gefeiert, etwa die Billigung der Gesundheitsreform und der Homoehe durch den Obersten Gerichtshof sowie das durch den Kongress gestärkte Verhandlungsmandat für Obama beim geplanten Freihandelsabkommen mit der EU (TTIP).

Beim Klimaschutz musste der US-Präsident jedoch einen Rückschlag hinnehmen. Der Supreme Court sprach sich am Montag gegen die Regelung der Umweltschutzbehörde EPA aus, die den schädlichen Bleiausstoß von Kohlekraftwerken eindämmen soll.

mik/AFP

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1. Ewiges Rumgeheule
stefanbodensee 30.06.2015
Zitat: '...Randy Johnson, Vize-Präsident der amerikanischen Handelskammer warnte vor massiven Jobverlusten. Das Vorhaben sei ein weiterer Beleg dafür, dass die Regierung den Bezug zur Realität verloren habe. Sie belaste Arbeitgeber immer mehr und erwarte, dass dies ohne Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt bliebe....' zitat ende - ich kanns nicht mehr hören. Alles, was einer ungerechte Behandlung von Arbeitnehmern entgegenwirkt, tut man als Teufelszeug ab - und die Wirtschaft bricht quasi gleich zusammen deswegen. Aolche Kommentare können nur von Leuten kommen, die selbst in besten Verhältnissen leben, sich in ihrem gemachten Nest niedergalssen haben - und nicht mehr wissen, wie es dem armen Schwein von Arbeiter /Angestellten 'dort unten' wirklich geht. Eigentlich will man ja nur für seine Arbeit bezahlt werden, aber selbst das scheint bereits einen Zusammenbruch von Amerika zu bewirken ... irgendwie ... ;-)
2.
deus-Lo-vult 30.06.2015
Na, dann soll er mal in seinem Government mit gutem Beispiel vorangehen!
3. schöner Ansatz
grumpy53 30.06.2015
vielleicht hätte der Mann, wenn er nicht so starken Gegenwind der ewig konservativen Sturköppe erleben würde, doch den ein oder anderen Impuls auf den Weg bringen können. Wie war das in USA, die vielen vielen neuen Arbeitsplätze sind alle prekär und im Niedriglohnsektor. Und nur deshalb entstanden, damit hire und fire noch leichter wird, nur deshalb, weil ordentlich vollzeit-beschäftigte mit "nur" einem oder nur "zwei" Jobs ihr normales Leben nicht mehr finanziert bekommen, sei es, weil Gesundheitskosten oder Schulbildung der Kinder das erfordern. Wo sind eigentlich die Gewerkschaften mit der Frage? Unbezahlte Überstunden, ein klassisches Thema für tarifliche Regelungen. Ach ja, ich bin so naiv, ich weiß.
4. scheinbar
jamesbrand 30.06.2015
funktioniert das Kapitalistensystem nur noch wenn mindestens 30 % der Arbeitnehmer schlecht bezahlt werden.
5. Beispielhaft für Deutschland ...
techkritik 30.06.2015
Das Obama jetzt auch eine längst gängige Gesetzesregelung für die Breite einführt ist nur konsequent. Denn seit Jahrzehnten gilt für einige Branchen (Banken, Versicherungen, Rüstungskonzerne, den öffentlichen Dienst u.s.w.) der FLSA (Fair Labour Standards Act), der die Aufzeichnung von Arbeitszeiten und deren Bezahlung zwingend vorschreibt. Übrigens, ohne Verdienstgrenze! So, das nun auch für die restlichen Branchen einzuführen (wo der FLSA keine Bedeutung hatte) ist nur konsequent. Weiter zeigt es, dass auch in einem sehr markwirtschaftlichen System Gesetze dieser Art notwendig sind. .... übrigens, hat die Bundesregierung hierzulande die Statistiken zur Aufzeichnung unbezahlter Mehrarbeit (vorsichtshalber?!?) vor einigen Jahren abgeschafft. Warum wohl nur?
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Grafikvergleich: Die US-Wirtschaft unter Bush und Obama

Fläche: 9.833.517 km²

Bevölkerung: 318,857 Mio.

Hauptstadt: Washington, D.C.

Staats- und Regierungschef: Barack Obama

Vizepräsident: Joseph R. Biden

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