Steuererklärung: Länder wollen Freibetrag für Arbeitnehmer anheben

Die Steuererklärung soll für rund eine Million Deutsche leichter werden: Laut einem Zeitungsbericht wollen die Bundesländer den sogenannten Pauschbetrag auf 1150 Euro erhöhen. Arbeitnehmer müssten Werbungskosten bis zu dieser Höhe dann nicht mehr einzeln nachweisen.

München - Die Pläne der Bundesländer dürften deutsche Arbeitnehmer freuen: Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" wollen sie Vorschläge einreichen, wie sich die Steuererklärung vereinfachen lässt.

Zentrales Vorhaben sei die Anhebung des sogenannten Arbeitnehmer-Pauschbetrages um 150 Euro auf dann 1150 Euro, berichtet die Zeitung unter Berufung auf eine entsprechende Vorlage der Länder. Davon würden rund eine Million Arbeitnehmer profitieren. Ein entsprechender Vorschlag soll noch an diesem Donnerstag von der Finanzministerkonferenz beraten werden.

Ein höherer Arbeitnehmer-Pauschbetrag vereinfacht die Steuererklärung erheblich. Dadurch entfällt der Nachweis der einzelnen Ausgaben für Mittel, die ein Arbeitnehmer für seine Arbeit braucht. Hat der Steuerpflichtige Werbungskosten, die unter dem zulässigen Höchstbetrag liegen, kann er trotzdem den Höchstbetrag angeben - und muss entsprechend weniger Steuern zahlen.

Bereits im vergangenen Jahr war der Betrag um 80 Euro auf 1000 Euro angehoben worden. Er war aber in Gesetzgebungsverfahren noch immer als zu niedrig bezeichnet worden.

Pauschale für häusliches Arbeitszimmer

Neben der Anhebung des Pauschbetrags wollen die Länder noch weitere Vorschläge machen. So soll auch für die Nutzer eines häuslichen Arbeitszimmers die Steuererklärung vereinfacht werden. Künftig soll es Arbeitnehmern möglich sein, eine monatliche Pauschale von 100 Euro beim Finanzamt als Aufwand anzugeben.

Bisher mussten die Steuerpflichtigen die anteilig auf das Arbeitszimmer entfallenen Kosten für Miete, Finanzierung, Strom und Heizung nachweisen. Das bedeutete für sie einen hohen Aufwand - ebenso wie für die Mitarbeiter der Finanzämter.

Damit die Steuererleichterungen keine Löcher in die staatlichen Kassen reißen, wollen die Länder an anderer Stelle die Einnahmen erhöhen, schreibt die Zeitung. Handwerkerrechnungen unter 300 Euro sollen künftig nicht mehr von der Steuer abgesetzt werden können. Das trifft eine verhältnismäßig hohe Zahl von Steuerzahlern. Nach Daten der Länder lagen 2008 rund 56 Prozent der geltend gemachten Arbeitskosten für Handwerker unter dieser Schwelle.

ssu/dpa-AFX

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insgesamt 14 Beiträge
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1.
antilobby 26.04.2012
Wie kann das passieren, dass die Länder sich der Ideologie der bösen, bösen FDP anschließen und Steuersenkungen fordern? Ist irgendwo wieder Wahlen angesagt?
2.
spon-facebook-10000071094 26.04.2012
Da werden wir Pendler doch mal wieder nach Strich und Faden... an der Nase herumgeführt und dürfen jetzt schon wieder MEHR Steuern zahlen. Danke FDP, für noch weniger Netto vom Brutto!
3. schön wärs
ilaw 26.04.2012
Zitat von sysopDie Steuererklärung soll für rund eine Million Deutsche leichter werden: Laut einem Zeitungsbericht wollen die Bundesländer den sogenannten Pauschbetrag auf 1150 Euro erhöhen. Arbeitnehmer müssten Werbungskosten bis zu dieser Höhe dann nicht mehr einzeln nachweisen. Steuererklärung: Länder wollen Freibetrag für Arbeitnehmer anheben - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,829828,00.html)
Hier spielt die Presse mit dem Ball der Politik. Von dieser sogenannten Vergünstigung profitieren nur Arbeitnehmer welche tatsächliche Werbungskosten unter 1150 € haben. Warum fehlt der Hinweis das sich für Arbeitnehmer mit Werbungskosten über 1150 € keine Steuervergünstigung ergibt. Aber mit Erhöhung der Pauschale kann man ja dann gerne einen Verzicht auf Erhöhung der Pendlerpauschale rechtfertigen. Alles Augenwischerei!
4. .
Jom_2011 26.04.2012
Dann boomt die Schwarzarbeit noch mehr. Bei einer 300 Eu-Rechnung hat der "Endkunde" schon 60 Eu "gespart".
5.
saarpirat 26.04.2012
Zitat von antilobbyWie kann das passieren, dass die Länder sich der Ideologie der bösen, bösen FDP anschließen und Steuersenkungen fordern? Ist irgendwo wieder Wahlen angesagt?
Wieso denn Steuersenkungen? Der Freibetrag wird angehoben, was zu begrüßen ist. Dafür sind Handwerkerrechnungen unter 300 EUR nicht mehr absetzbar, was für viele eher den gegenteiligen Effekt haben dürfte. Fazit: Es wird einfacher, aber nicht unbedingt billiger.
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