Forderung von Arbeitsagentur-Chef Flüchtlinge in Ausbildung sollen bleiben dürfen

Arbeitsagentur-Chef Frank-Jürgen Weise fordert einen Abschiebeschutz für Flüchtlinge, die einen Ausbildungsvertrag haben. Der Mangel an Arbeitskräften könnte seiner Forderung Nachdruck verleihen.

Agentur für Arbeit in Erfurt: Schnelle Arbeitserlaubnis gegen Fachkräftemangel
DPA

Agentur für Arbeit in Erfurt: Schnelle Arbeitserlaubnis gegen Fachkräftemangel


Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, hat sich für einen Abschiebeschutz für Flüchtlinge in Ausbildung ausgesprochen. "Wer einen Azubi-Vertrag in der Tasche hat, muss ein Bleiberecht erhalten", sagte er der "Passauer Neuen Presse". Beim Thema Ausbildung müsse es "klare Regeln und Planungssicherheit" geben.

Ein Abschiebeschutz für junge Asylbewerber während der Ausbildung ist einem Pressebericht zufolge als eine Maßnahme im Entwurf für die Abschlusserklärung des Bund-Länder-Spitzentreffens zur Flüchtlingspolitik am Donnerstag enthalten. Zuletzt hatten sich unter anderem auch führende Wirtschaftsvertreter dafür ausgesprochen, Flüchtlingen schneller eine Arbeitserlaubnis zu geben.

Kürzlich hatte etwa Daimler-Vorstandsmitglied Christine Hohmann-Dennhardt in einem Zeitungsinterview angeregt, die Regeln zur Arbeitsaufnahme allgemein zu lockern und Asylbewerbern nach einem Monat zu gestatten, eine Arbeit aufzunehmen. Bislang ist ihnen das nach drei Monaten erlaubt, sofern es für die gewünschte Stelle keine geeigneten Bewerber aus Deutschland oder der EU gibt.

Weise sagte dazu, es gehe bei der Frage der Erteilung von Arbeitserlaubnissen darum, die "richtige Balance" zu finden. "Oft werden die ersten Monate benötigt, um ein Mindestmaß an Sprachkenntnissen sicherzustellen", sagte er der "Passauer Neuen Presse". Generell gelte, dass die Arbeitsmarktchancen von Flüchtlingen sehr ungleich seien. Viele Asylbewerber aus Syrien beispielsweise seien sehr gut ausgebildet und würden perfekt Englisch sprechen.

mik/AFP



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