Kosten für Unternehmen Die Gehälter steigen - und die Arbeitskosten auch

Deutsche Unternehmen müssen für ihre Arbeitnehmer immer mehr Geld ausgeben. Europaweit stiegen die Arbeitskosten zuletzt aber sogar noch etwas stärker.

Fensterputzer in Dresden
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Fensterputzer in Dresden


Die Arbeitskosten in Deutschland sind im dritten Quartal des laufenden Jahres schneller gestiegen als im Vorquartal. Im saison- und kalenderbereinigten Vergleich hätten sie um ein Prozent zugelegt, teilte das Statistische Bundesamt mit. Im Vergleich zum Vorjahresquartal lagen die Kosten rund 2,7 Prozent höher. Das ist der höchste Wert seit einem Jahr.

Im europäischen Vergleich stiegen die Arbeitskosten laut Statistischem Bundesamt im zweiten Quartal mit 2,4 Prozent aber langsamer als im EU-Schnitt (plus 2,8 Prozent). Für den europäischen Vergleich wurden nur die Kosten für Arbeitsplätze in der Industrie sowie in wirtschaftlichen Dienstleistungen berücksichtigt - also ohne den öffentlichen Dienst.

Arbeitskosten von 34,20 Euro pro Stunde in Deutschland

Besonders stark stiegen die Arbeitskosten dabei erneut in den noch nicht so stark entwickelten Volkswirtschaften im Osten der Europäischen Union wie Rumänien oder Lettland. Dort betragen die Kosten jeweils noch weniger als zehn Euro pro Stunde Arbeit. Zum Vergleich: In Deutschland lag der Wert 2017 bei 34,20 Euro - inklusive der Lohnnebenkosten. Nur in fünf europäischen Ländern ist der Wert höher.

Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung wertete den Anstieg als Erfolg. "Wenn die deutschen Arbeitskosten etwas stärker steigen, ist das eine gute Nachricht", sagte der wissenschaftliche Direktor des IMK, Gustav Horn. "Deutschland geht es wirtschaftlich besser, seitdem die Fixierung auf möglichst niedrige Arbeits- und Lohnstückkosten etwas nachgelassen hat."

Das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hatte die steigenden Arbeitskosten in der Vergangenheit dagegen heftig kritisiert. Sie stellten ein erhebliches Risiko für den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen und für Investitionen dar. Allerdings können hohe Arbeitskosten auch ausgeglichen werden, wenn auch die Produktivität höher ausfällt.

apr/dpa/Reuters

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