Bürokratie-Problem Bundesagentur fordert neue Hartz-Reform

Arbeitsagenturen, Jobcenter, Kommunen: Zehn Jahre nach Einführung der Hartz-Gesetze sind noch immer verschiedene Institutionen für Arbeitslose zuständig. Bundesagentur-Vorstand Alt will das Durcheinander nun beenden - und fordert eine weitere Reform.

Agentur für Arbeit in Wiesbaden: "Eindeutig keine glückliche Regelung"
DPA

Agentur für Arbeit in Wiesbaden: "Eindeutig keine glückliche Regelung"


Berlin - Vor zehn Jahren begannen die Hartz-Reformen, bis heute sind sie umstritten. Nun fordert die Bundesagentur für Arbeit (BA) eine neue Reform. Die Hilfen für Hartz-IV-Empfänger müssten institutionell gebündelt und verbessert werden, sagte BA-Vorstand Heinrich Alt der "Frankfurter Rundschau". Das Nebeneinander von Arbeitsagenturen, Jobcentern und rein kommunalen Anlaufstellen habe sich "aus Sicht der Arbeitgeber und Arbeitnehmer als wenig überzeugend" erwiesen und sei intransparent.

Auf kommunaler Ebene fehle der Überblick über den bundesweiten Arbeitsmarkt, kritisierte Alt weiter. Auch müssten sich Jugendliche auf der Suche nach einer Lehrstelle und sogenannte Aufstocker, denen der Arbeitslohn nicht zum Leben reicht, an mehrere Stellen wenden. Das sei "eindeutig keine glückliche Regelung".

Mit den Hartz-Reformen wurden unter anderem Sozial- und Arbeitslosenhilfe zum sogenannten Arbeitslosengeld II oder Hartz IV zusammengelegt. Seit dessen Einführung im Jahr 2005 hätten Bund und Kommunen insgesamt gut 355 Milliarden Euro für Langzeitarbeitslose ausgegeben, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf eine Aufstellung des Bundesarbeitsministeriums.

Zwischen Januar 2005 und Dezember 2012 kosteten Arbeitslosengeld II und Sozialgeld demnach insgesamt 178,7 Milliarden Euro. Die Kosten für Unterkunft und Heizung summierten sich auf 106,8 Milliarden Euro. Für Leistungen zur Eingliederung in Arbeit wie etwa Umschulungen und Weiterbildungskurse wurden 38,8 Milliarden Euro gezahlt. Die Verwaltungskosten für Hartz IV beliefen sich auf 31,3 Milliarden Euro.

dab/dpa-AFX

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 74 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
fatherted98 01.03.2013
1. Nette Idee....
...aber wieder einmal ein Hinweis darauf das die H4 Behörden hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt sind...Ihre "Kunden" würden sich vielleicht freuen, wenn man sich so sehr für sie einsetzen würde wie für Bürokratische Reformen.
zompel 01.03.2013
2. Immer diese
Zitat von sysopDPAArbeitsagenturen, Jobcenter, Kommunen: Zehn Jahre nach Einführung der Hartz-Gesetze sind noch immer verschiedene Institutionen für Arbeitslose zuständig. Bundesagentur-Vorstand Alt will das Durcheinander nun beenden - und fordert eine weitere Reform. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/arbeitslose-bundesagentur-will-neue-hartz-reform-a-886243.html
gierigen Deutschen. 355 MRD Euro. Denen muesste es doch so gut gehen
glitterflie 01.03.2013
3. Ich wurde...
... Zwei Monate vor möglicher Arbeitslosigkeit zur Agentr f. A. zitiert. Jetzt raten sie mal, wie effektiv diese Maßnahme war... Richtig, überhaupt nicht. Man hat das Gefühl, als diene man der Beschäftigungstherapie dieser Leute... Denn sinnvoll war das Gespräch nicht.
900 01.03.2013
4. Auf gar keinen Fall ...
darf ein staatliches Programm oder ein Status Hartz oder Riester heißen! Das ist Anmaßung, sich auf die Stufe stellen zu wollen, wo das Verwenden von Familiennamen gebräuchlich ist (Brownsche Röhre, Meißnersche Rückkopplungsschaltung ...).
ww-bc 01.03.2013
5. Die Reform der Reform der Reform...
Die Bundesagentur für Arbeit ist ein gutes Beispiel für eine Steuergeld-Vernichtungsmaschine und eine Zumutung für Betroffene, Steuerzahler und Wähler. Mit aller Gewalt und Tücke versucht dieser Verwaltungswasserkopf sein Überleben und einen hohen Mitarbeiterbestand zu sichern - koste es, was es wolle...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.