Höchster Stand seit 1999: Frankreich bekommt Arbeitslosigkeit nicht in den Griff

Die Arbeitslosenquote in Frankreich ist mit 9,9 Prozent im dritten Quartal auf den höchsten Stand seit 13 Jahren gestiegen. Unter den jungen Franzosen zwischen 15 und 24 Jahren hatte sogar jeder vierte keinen Job. Eine Besserung ist nicht in Sicht.

Arbeitsloser sucht Job in Straßburg: Zehn Prozent Arbeitslose in Frankreich Zur Großansicht
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Arbeitsloser sucht Job in Straßburg: Zehn Prozent Arbeitslose in Frankreich

Paris - Die Hiobsbotschaft war erwartet worden: Die französische Arbeitslosenquote ist im dritten Quartal weiter gestiegen und nähert sich mittlerweile den Rekordwerten von Ende der neunziger Jahre. Nach Angaben des Statistikamtes Insee vom Donnerstag waren zwischen Juli und September rund 2,8 Millionen Menschen ohne Job. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 9,9 Prozent und ist der höchste Stand seit 13 Jahren. Die Daten werden nach der Berechnungsmethode der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ermittelt.

Volkswirte hatten für das dritte Quartal sogar einen noch stärkeren Anstieg der Arbeitslosenquote erwartet, auf glatte zehn Prozent. Besonders stark betroffen sind Frankreichs Jugendliche. Fast jeder Vierte hat keinen Job: Diese Arbeitslosenquote stieg merklich von 23,6 auf 24,9 Prozent.

Für das zweite Quartal revidierte das französische Statistikamt die Arbeitslosenquote von 9,7 Prozent auf 9,8 Prozent nach oben. Mit Einbeziehung der französischen Überseegebiete habe die französische Arbeitslosenquote im dritten Quartal bei 10,3 Prozent gelegen. Damit liegt die Quote nach der ILO-Methode etwa doppelt so hoch wie in Deutschland mit aktuell 5,3 Prozent.

Die jüngsten Arbeitsmarktdaten aus Frankreich zeigen nach Einschätzung der National Bank aus Essen eine "gefährliche" Entwicklung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone. "Die Arbeitslosenquote dürfte weiter stark steigen", befürchten die Experten. Frankreich habe in der Wirtschaftsstruktur vielfach ähnliche Probleme wie die Länder der südeuropäischen Peripherie. Das Land sei bei der Entwicklung der Lohnstückkosten neben Italien mittlerweile zum Schlusslicht in der Euro-Zone mutiert.

Der seit Mai amtierende Präsident François Hollande gerät damit weiter unter Druck. Er will Industriejobs erhalten, muss aber gleichzeitig Ausgaben kürzen und Steuern erhöhen, um das Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen. An den Finanzmärkten steht Frankreich derzeit aber gut da. Trotz schlechter Konjunkturaussichten fielen die Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen erstmals unter die Marke von zwei Prozent.

nck/dpa/Reuters

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insgesamt 16 Beiträge
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1. Totschweigen bei uns
smartphone 06.12.2012
Das muß im Sinne Transparenz notiert werden . Alleine ALG 1 ( 2,8 2,8 versteckt "untergebracht" ) und 6 Mio ALG2 macht schon weit über 11 Mio hierzulande. Dann locker 2-3 Mio ,die mit 400 Euro Jobs etc ja "vollarbeitend sind , gelle ... Effektiv haben wir es mit einem Komplettversagen von Spd/Grün - Stichwort Agenda 2010 ( das sollte der Wähler nicht vergessen ,wer den Hauptstoß für die Volksverarmung gelegt hat ) und natürlich die jetzige Koalition, die seit u.a. seit Kohl das Land runiniert hat ( und zwar so ,daß "es" unauffällig ist )
2. Sozial ist was Arbeit schafft
Palmstroem 06.12.2012
Zitat von sysopDie Arbeitslosenquote in Frankreich ist mit 9,9 Prozent im dritten Quartal auf den höchsten Stand seit 13 Jahren gestiegen. Unter den jungen Franzosen zwischen 15 und 24 Jahren hatte sogar jeder vierte keinen Job. Eine Besserung ist nicht in Sicht. Arbeitslosenquote in Frankreich steigt auf höchsten Stand seit 1999 - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/arbeitslosenquote-in-frankreich-steigt-auf-hoechsten-stand-seit-1999-a-871325.html)
Warum geht es Deutschland weit besser als Frankreich! Es ist schlicht ein ideologischer Gegensatz, der dazu führt. In Deutschland haben wir trotz Krise die geringste Arbeitslosigkeit seit zwanzig Jahren, die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in ganz Europa, gefüllte Sozialkassen und die höchsten Steuereinnahmen aller Zeiten. Der Erfolg liegt in der Wirtschaft und der Schaffung von Arbeitsplätzen begründet. Arbeitsplätze sind die beste Sozialleistung. die man bieten kann. Sie bringen nicht nur dem Arbeitnehmer Einkommen und Anerkennung, sondern haben auch für den Staat einen Doppeleffekt - Einnahmen statt Ausgaben. In Frankreich glaubt man dagegen weit stärker an den Staat - der alles regelt . Mindestlohn, 35 Std. Woche, Kündigungsschutz, Steuererhöhungen, Transferleistungen - alles ganz schön, aber damit schafft man keinen einzigen Arbeitsplatz. Im Gegenteil, man erschwert damit gerade für die Jungen den Einstieg in einen Beruf. Frankreich sollte daher die Deutschen vor RotGrüner-Ideologie a la Hollande als Beispiel warnen. Arbeitsplätze sind allemal sozialer als Transferleistungen.
3. Und wieder ein Stueck Puzzle
papayu 06.12.2012
das in die 1000 kleinen Puzzles passt. Wann wird das Puzzle fertig? Noch vor September 2013? Je laenger man sucht, desto mehr findet man. Gestern Finnland, vorgestern Spanien, vorvorgestern Italien . Vorher Griechenland, am Rande Zypern und Malta, von den Ostblocklaendern ganz zu schweigen. Da frage ich mich, wer will eigentlich die Pleite ansagen???? Keiner traut sich. Die Jugendlichen bekommen keinen Job, da die Billigloehner sie alle besetzt haben und es nicht genug "ARBEIT' gibt!! Bitte Frau Merkel, erklaeren Sie mir das und dem Deutschen Volk, was sich eigentlich noch erreichen wollen. Eine Kanzlerin ohne Volk??? Seit langem sehe ich auch keine BIP Zahlen mehr, Warum?? Was geschieht, wenn das Subkartenhaus zusammenbricht. bekomme ich dann keine Rente mehr, kann meine Miete nicht mehr zahlen, werde obdachlos und stehe an den Tafeln. Werden dann die Supermaerkte geraeumt, ist schon ein Notprogramm geschaffen wie auf den Philippinen? Kommt dann die Armee und verteilt Lebensmittel und Decken??
4. Leider falsch
Progressor 06.12.2012
Zitat von PalmstroemWarum geht es Deutschland weit besser als Frankreich! Es ist schlicht ein ideologischer Gegensatz, der dazu führt. In Deutschland haben wir trotz Krise die geringste Arbeitslosigkeit seit zwanzig Jahren, die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in ganz Europa, gefüllte Sozialkassen und die höchsten Steuereinnahmen aller Zeiten.
Die Arbeitslosigkeit in D ist zwar geringer als vor 20 Jahren, nicht aber die Unterbeschäftigung. Die ist gleich geblieben, egal ob Sie 5, 10 oder 20 Jahre zurückschauen. Die erhöhten Steuereinnahmen erklären sich aus der Inflation und den Exportüberschüssen die irgend wann letzten Endes in Kausalitätsablauf zu uns als Verlustabschreibung zurückkommen werden. Der einzig wirkliche verbleibende strukturelle Vorteil sind deutsche Produkte die es entweder gar nicht oder nicht in der benötigten Qualität sonst auf dem Weltmarkt gibt.
5. Geduld gefragt
sozius 06.12.2012
Weder der artikel noch die zitierten Experten noch die Foristen erwähnten bisher, dass in Frankreich gerade die Regierung gewechselt hat und die neue Regierung bereits ein 20-Mrd.-Programm für mehr Wettbewerbsfähigkeit beschlossen hat. Also: erstmal abwarten, was das bringt. Wirtschaftspolitik braucht Zeit, auch bei uns (siehe Agenda).
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Hauptexportgüter: Atomreaktoren, Boiler, Maschinen (11,4%), Kraftfahrzeuge (9,1%), Luftfahrzeuge, Raumfahrzeuge und Teile (8,6%), Elektrogeräte und Elektronik (8,2%) (2010)

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Import: 663,242 Mrd. US$

Hauptimportgüter: Brennstoffe und Schmiermittel (16,4%), Atomreaktoren, Boiler, Maschinen (11,1%), Kraftfahrzeuge (9,2%), Elektrogeräte und Elektronik (8,6%) (2010)

Hauptlieferländer: Deutschland (16,9%), Volksrepublik China (8,0%), Belgien (7,8%), Italien (7,2%), Spanien (6,0%), USA (5,7%) (2010)

Landwirtschaftliche Produkte: Weizen, Zuckerrüben, Mais, Gerste, Vieh, Milchprodukte, Wein

Rohstoffe: Erdöl , Erdgas, Eisenerz, Kupfer, Zink

Gesundheit, Soziales, Bildung

Öffentliche Gesundheitsausgaben (am BIP): 11,2%

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Öffentliche Ausgaben für Altersversorgung (am BIP): 12,4%

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Energie, Umwelt, Tourismus

Energieproduktion: 136,6 Mio. Tonnen Öleinheiten (ÖE)

Energieverbrauch: 266,5 Mio. t ÖE

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CO2-Emission: 371,5 Mio. t

Energieverbrauch/Kopf: 4279 kg ÖE

Verwendung des Süßwassers: Landwirtschaft 12%, Industrie 69%, Haushalte 18%

Zugang zu sauberem Trinkwasser: 100% der städtischen und ländlichen Bevölkerung

Tourismus: 76,800 Mio. Besucher

Einnahmen aus Tourismus: 58,480 Mrd. US$

Militär

Allgemeine Wehrpflicht: nein

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Nützliche Adressen und Links

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