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Studie: Jeder vierte Arbeitslose bekommt kein Geld von der Agentur

Schild der Bundesagentur für Arbeit: Wichtige Gruppe vernachlässigt Zur Großansicht
DPA

Schild der Bundesagentur für Arbeit: Wichtige Gruppe vernachlässigt

Wer Geld vom Staat bekommt, wird besser gefördert - nach diesem Prinzip soll die Bundesagentur für Arbeit einer Studie zufolge vorgehen. Zudem geht jeder vierte Arbeitslose finanziell leer aus.

Berlin - Jeder vierte Arbeitslose, der von der Arbeitslosenversicherung betreut wird, bekommt offenbar kein Geld. Das berichtet die "Welt" unter Berufung auf eine Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Demnach ist diese Gruppe relativ gut qualifiziert und motiviert - und wird dennoch schlechter gefördert als die Bezieher von Arbeitslosengeld.

Keine Unterstützung erhalten beispielsweise Arbeitslose, die innerhalb von zwei Jahren nicht zwölf Monate lang einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgegangen sind und somit keinen Anspruch auf die Leistung haben, aber auch keinen Anspruch auf Hartz IV geltend machen wollen oder können. Betroffen sind laut "Welt" aber auch Arbeitslose, deren zwölfmonatiger Bezug von Arbeitslosengeld ausgelaufen ist, die aber im Versicherungssystem bleiben, weil sie Vermögen haben und deshalb nicht in die Grundsicherung (Hartz IV) rutschen. Im Jahresdurchschnitt 2013 erhielten demnach 234.692 der insgesamt 969.598 Arbeitslosen aus diesen Gründen kein Geld.

Deutlich niedrigere Aktivierungsquote

Obwohl sie den gleichen rechtlichen Anspruch auf Förderung haben, wird diese Gruppe der DGB-Studie zufolge weniger stark gefördert als Arbeitslose, die Geld erhalten. So betrug ihre "Aktivierungsquote" - die Zahl, die Teilnehmer von Maßnahmen zur Arbeitsförderung zu den Arbeitslosen in Relation setzt - 2013 im Schnitt zwölf Prozent. Insgesamt lag die Quote aber bei 17,3 Prozent bei allen Arbeitslosen im Versicherungssystem - das heißt, die Quote liegt bei den Leistungsempfängern mit über 22 Prozent deutlich höher.

Das dürfte laut Zeitung auch daran liegen, dass die Bundesagentur für Arbeit (BA) "ein großes betriebswirtschaftliches Interesse" daran habe, zunächst diejenigen in eine Arbeit zu vermitteln und zu diesem Zweck zu fördern, denen sie Geld zahle - seien sie vermittelt, spare die BA sofort Geld.

Gerade mit Blick auf den Fachkräftemangel sei die Gruppe ohne Arbeitslosengeld wertvoll, und dennoch werde sie vernachlässigt, sagte Sabrina Klaus-Schelletter, die die Studie gemeinsam mit Wilhelm Adamy verfasst hat. "Wer Anspruch auf Arbeitslosengeld hat, der hat oft Vermittlungsvorrang", sagt Adamy. Die Bundesagentur richte sich auch danach, wer in die Versicherung eingezahlt habe.

yes/AFP

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insgesamt 78 Beiträge
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1. Geht mir genauso !
ctwalt 14.07.2014
Nach 24 Jahren Sozialversicherungpflicht habe ich mich selbstständg gemacht. Nach drei jahren war das Thema erledigt und die Dame vom AAmt sagte lapidar: Sie sind nicht bezugsberechtigt. Hartz 4 bekomme ich auch nicht, da meine Partnerin (wir sind NICHT verheiratet) offensichtich verpflichtet ist, mich zu unterstützen. BRAVO Herr Schäuble und andere weltfremde Diätenbezieher, da bleibt mir wohl nur übrig, eine andere Staatsbürgerschaft anzunehmen, wieder nach deutschland einzureisen und Hartz vier zu benatragen. Das zahlt Ihr ja fast jedem, nur keinem Deutschen, der über 20 Jahre lang zigtausende Euro in euer Dreckssystem eingezahlt hat.
2. Freiberufler, Umsteiger und Hausfrauen werden ignoriert
xebudig 14.07.2014
Zitat von sysopDPAWer Geld bekommt, wird besser gefördert - nach diesem Prinzip soll die Bundesagentur für Arbeit einer Studie zufolge vorgehen. Insgesamt geht zudem jeder vierte Arbeitslose finanziell leer aus. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/arbeitslosenversicherung-jeder-vierte-bekommt-kein-geld-a-980846.html
Anekdotische Bericht im persönlichen und beruflichen Umfeld bestätigen dies. Konkret handelt es sich häufig um (zeitweilige) Freiberufler, Berufsumsteiger und Hausfrauen die wieder in den Beruf zurückwollen. Ein hoher Anteil dieser "untypischen Arbeitslosen" hatte in Ihrem alten Beruf, der oft ein paar Jahre zurückliegt, ein hohes Qualifikationsniveau und ist motiviert sich requalifizieren zu lassen. Da sie aber in kein Schema passen ignoriert sie die Agentur für Arbeit gerne.
3.
GrinderFX 14.07.2014
Zitat von ctwaltNach 24 Jahren Sozialversicherungpflicht habe ich mich selbstständg gemacht. Nach drei jahren war das Thema erledigt und die Dame vom AAmt sagte lapidar: Sie sind nicht bezugsberechtigt. Hartz 4 bekomme ich auch nicht, da meine Partnerin (wir sind NICHT verheiratet) offensichtich verpflichtet ist, mich zu unterstützen. BRAVO Herr Schäuble und andere weltfremde Diätenbezieher, da bleibt mir wohl nur übrig, eine andere Staatsbürgerschaft anzunehmen, wieder nach deutschland einzureisen und Hartz vier zu benatragen. Das zahlt Ihr ja fast jedem, nur keinem Deutschen, der über 20 Jahre lang zigtausende Euro in euer Dreckssystem eingezahlt hat.
Sie hätten als Selbstständiger weiter Arbeitslosengeld zahlen oder sich von ihrem Partner "trennen" müssen. Dann hätten/würden sie auch Arbeitslosengeld bekommen.
4.
Snoozel 14.07.2014
Zitat von GrinderFXSie hätten als Selbstständiger weiter Arbeitslosengeld zahlen oder sich von ihrem Partner "trennen" müssen. Dann hätten/würden sie auch Arbeitslosengeld bekommen.
Als wenn das so einfach wäre... es werden auch Freunde/Nachbarn zum Beziehungs- und Vermögensstatus befragt, da zu sagen man habe sich getrennt hilft nicht lange.
5. Glaubt denn jemand,
eisbaerchen 14.07.2014
Zitat von sysopDPAWer Geld bekommt, wird besser gefördert - nach diesem Prinzip soll die Bundesagentur für Arbeit einer Studie zufolge vorgehen. Insgesamt geht zudem jeder vierte Arbeitslose finanziell leer aus. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/arbeitslosenversicherung-jeder-vierte-bekommt-kein-geld-a-980846.html
wirklich, dass die "Agentur für Arbeit" ihren Namen verdient? Das ist nicht anders als vor 20 oder 30 Jahren, es wird im wesentlichen das Geld verwaltet welches an die Arbeitslosen ausgezahlt werden muss...
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