Krisenfolgen: Arbeitslosenquote in Euro-Zone steigt auf Allzeithoch

Trauriger Rekord für die Euro-Länder: Noch nie waren so viele ihrer Bürger auf Jobsuche. Die Arbeitslosenquote steigt auf den höchsten Wert seit Beginn der Datenerhebung. Die EU-Kommission warnt, die Zahlen in manchen Ländern seien "inakzeptabel hoch".

Arbeitssuchende im Baskenland: In Spanien ist die Lage am düstersten Zur Großansicht
REUTERS

Arbeitssuchende im Baskenland: In Spanien ist die Lage am düstersten

Luxemburg/Brüssel - Die Wirtschaftskrise in Europa hat Folgen für den Arbeitsmarkt. Neue Zahlen der Statistikbehörde Eurostat zeigen jetzt, wie dramatisch die Lage mittlerweile ist: Demnach waren in den 17 Ländern der Euro-Zone im April 17,4 Millionen Menschen ohne Job. Um jahreszeitliche Einflüsse bereinigt entspricht das einer Arbeitslosenquote von elf Prozent - der höchste Wert seit Beginn der Datenerhebung für die Währungsunion im Jahr 1995.

Am düstersten ist die Lage in Spanien, das mitten in der Rezession steckt: Dort schnellte die Arbeitslosenquote auf 24,3 Prozent hoch. In Griechenland, das bereits am Tropf internationaler Geldgeber hängt, lag sie zuletzt bei knapp 22 Prozent. In Italien kletterte die Quote auf 10,2 Prozent und erreichte den höchsten Stand seit 2004.

Deutschland kommt in der aktuellen Eurostat-Statistik mit einer Arbeitslosenquote von 5,4 Prozent wie schon seit längerem recht gut weg. Nur in Österreich, Luxemburg und den Niederlanden ist ein noch geringerer Anteil ohne Beschäftigung.

Neue Daten zur Lage der Industrie in der Euro-Zone machen kaum Hoffnung auf Besserung: Der Einkaufsmanagerindex für den Sektor sackte im Mai auf den tiefsten Stand seit Mitte 2009. Im ersten Quartal rettete ein starkes Wachstum der deutschen Wirtschaft den Euro-Raum zwar noch vor einer Stagnation. Für 2012 sagt die EU-Kommission den 17 Euro-Ländern jedoch einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 0,3 Prozent voraus.

Die EU-Kommission bezeichnete das Niveau der Arbeitslosigkeit in einigen Ländern als "inakzeptabel hoch". "Diese neuen Arbeitslosenzahlen spiegeln die Dringlichkeit der Lage wider und zeigt, und dass wir dynamischere Arbeitsmärkte schaffen müssen", sagte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde.

Die Kommission hatte die EU-Staaten jüngst ermahnt, mehr für die Schaffung von Arbeitsplätzen zu tun. Zwar kämen die meisten Regierungen gut mit ihren Sparanstrengungen voran. Allerdings dürfe dies nicht zu Lasten des Wirtschaftswachstums gehen. Europas Staats- und Regierungschefs diskutieren über Wege, das Wachstum anzukurbeln. Die EU dringt auf Reformen der Rentensysteme und will die Besteuerung der Arbeit drücken.

dab/dpa/Reuters

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insgesamt 53 Beiträge
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1. .
kuddel37 01.06.2012
Zitat von sysopTrauriger Rekord für die Euro-Länder: Noch nie waren so viele ihrer Bürger auf Jobsuche. Die Arbeitslosenquote steigt auf den höchsten Wert seit Beginn der Datenerhebung. Die EU-Kommission warnt, die Zahlen in manchen Ländern seien "inakzeptabel hoch". Arbeitslosenzahl in Euro-Zone erreicht Allzeithoch - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,836502,00.html)
Solange die Arbeitslosenquote in Deutschland nicht steigt, kann es Deutschland erstmal egal sein wie es in anderen Ländern aussieht. Nur sollte Deutschland sich besser abschotten, um eine Einreise von nicht benötigten Arbeitslosen aus anderen Ländern abzuwehren.
2. Der EU-Zonen-Trick funktioniert!
neu_ab 01.06.2012
Sobald hier im Lande die Arbeitslosenzahlen anscheinend schrumpfen, kann immer noch die EU-Arbeitslosenkarte gespielt werden. Ein weiteres gutes Argument, aus diesem Verein auszutreten. Denn wie der Stand momentan ist, verbrät Deutschland ein Vielfaches von dem, was durch gesunkene nationale Arbeitslosigkeit eingespart wurde.
3. qed
e-cdg 01.06.2012
Zitat von sysopTrauriger Rekord für die Euro-Länder: Noch nie waren so viele ihrer Bürger auf Jobsuche. Die Arbeitslosenquote steigt auf den höchsten Wert seit Beginn der Datenerhebung. Die EU-Kommission warnt, die Zahlen in manchen Ländern seien "inakzeptabel hoch". Arbeitslosenzahl in Euro-Zone erreicht Allzeithoch - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,836502,00.html)
Deutschland sollte die Euro-Zone verlassen, bevor sie uns mit nach unten zieht !!
4. Der Vandal-Neoliberalismus und der Schrott-Euro...
Mr. XXX 01.06.2012
Zitat von sysopTrauriger Rekord für die Euro-Länder: Noch nie waren so viele ihrer Bürger auf Jobsuche. Die Arbeitslosenquote steigt auf den höchsten Wert seit Beginn der Datenerhebung. Die EU-Kommission warnt, die Zahlen in manchen Ländern seien "inakzeptabel hoch". Arbeitslosenzahl in Euro-Zone erreicht Allzeithoch - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,836502,00.html)
fressen ihre Kinder. Oder wie Georg Diez komentierte: Ins falsche Leben gefallen (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/kerouacs-briefwechsel-mit-ginsberg-und-larry-clark-ausstellung-a-836418.html) Niemand hat uns erklärt, warum eigentlich der Neoliberalismus 2.0 funktionieren sollte, nachdem sich der Neoliberalsmus 1.0 schon 1930 als gescheiterte Utopie entzaubert hat -also ganze 60 Jahre vor dem realexistierenden Sozialismus. Tendenz: Zuspitzung der Verhältnisse bis zum Total-Kollaps.
5. Erwerbsarbeitsmarktfassade bricht zusammen!
Thomas Weber 01.06.2012
Zitat von sysopTrauriger Rekord für die Euro-Länder: Noch nie waren so viele ihrer Bürger auf Jobsuche. Die Arbeitslosenquote steigt auf den höchsten Wert seit Beginn der Datenerhebung. Die EU-Kommission warnt, die Zahlen in manchen Ländern seien "inakzeptabel hoch". Arbeitslosenzahl in Euro-Zone erreicht Allzeithoch - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,836502,00.html)
Auch die Arbeitslosigkeit ist Ausdruck der Systemkrise. Den Finanzkrisen der Gegenwart liegt auch die Krise und Umwälzung der Arbeit und Erwerbsarbeit vor allem in den Industrieländern, zunehmend und durch die Demographie verstärkt, auch in allen anderen Ländern der Welt zugrunde. Die durch Arbeit strukturierten - Bindung der Sozialsysteme, Steuersysteme, Grundversorgung, Ethik, Haushaltsstruktur an Erwerbsarbeit - Gesellschaften sind immer weniger in der Lage, ihren Bevölkerungen ausreichende Erwerbsarbeit zur Verfügung zu stellen, um ihre innere Struktur aufrecht zu erhalten. Sie erhalten diese innere Struktur immer mehr durch Ersatzmaßnahmen, die freilich zu Verschuldungen der Haushalte führen. Bei genauerem Hinsehen liegen die Ursachen der Verschuldungen in den fälschlich als Sozialleistungen bezeichneten, in Wirklichkeit aber Ersatzmaßnahmen bildenden Aktivitäten zur Stabilisierung der Erwerbsarbeitsmarktfassade zur Befriedung und Ruhigstellung der Bevölkerungen. Prekariat und wachsende Ungleichheiten führen in Gesellschaften mit autoritären und nichtdemokratischen Systemen zu Aufständen mit anschließender Beseitigung dieser Systeme. Das ist das, was u.a. in diesen Monaten in Nordafrika geschieht. Prekariat und wachsende Ungleichheiten führen in Demokratien zuerst zu Demonstrationen, Streiks und Protesten mit Abstimmungsniederlagen und Abwahlen der jeweiligen Regierungen - unabhängig davon, ob es bürgerliche oder linke Regierungen sind. Im nächsten Schritt, wird die Krise der Arbeit auch in den Demokratien zur Systemkrise werden. Unter Gesichtspunkten der Stabilisierung gibt es zu Feuerwehrmaßnahmen auf den Finanzmärkten keine plausible Alternative. Zu kritisieren ist auch, dass neben diesen Feuerwehraktivitäten keine wirklcihen Vorstellungen entwickelt und erkennbar gedacht werden, wie der Brand im Haus der Finanzsysteme auf Dauer in Schach gehalten bzw. sogar gelöscht werden kann. An dieser Stelle könnte das Grundeinkommen eine Antwort auf die Grundursachen der Finanzkrisen, nämlich die Krise der bisherigen Arbeitsgesellschaft, die letzlich noch auf Vorstellungen der Ethik einer bäuerlichen Subsistenzwirtschaft beruhen und in keiner Weise den Verhältnissen einer sich globalisierenden und digitalisiernden Welt entsprechen, sein. Finanzkrisen, Arbeit, Arbeitsgesellschaft, Demokratie, Grundeinkommen - Am besten, Sie dchten auf der Stelle selber nach (http://thomasweber.blog.de/2011/06/19/finanzkrisen-arbeit-arbeitsgesellschaft-demokratie-grundeinkommen-11340188/)
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