Frühjahrsaufschwung Im März 88.000 Menschen weniger arbeitslos

Das beginnende Frühjahr hat die Arbeitslosenquote wieder stärker fallen lassen. Die Zahl der Arbeitslosen sank im März um 0,2 Punkte auf 5,5 Prozent. Das entspricht 2,458 Millionen Menschen.

Brückenbaustelle in Hamburg
DPA

Brückenbaustelle in Hamburg


Mit dem Ende des Winters finden viele Menschen auf Baustellen, in Gärtnereien und der Gastronomie wieder einen Job - und das schlägt sich laut Bundesagentur für Arbeit auch in den Arbeitslosenzahlen nieder. Mit 2,458 Millionen Menschen waren demnach im Vergleich zum Vormonat 88.000 Menschen weniger arbeitslos. Die Arbeitslosenquote sei um 0,2 Punkte auf 5,5 Prozent gesunken, teilte die Behörde mit.

Die offizielle Zahl gibt allerdings nicht die tatsächliche Größe der Arbeitslosigkeit wieder. So waren, wenn man etwa Arbeitslose in Beschäftigungsmaßnahmen oder arbeitsunfähig Erkrankte mitrechnet, im März 3,44 Millionen Menschen ohne Job (Februar: 3,513 Millionen). Saisonbereinigt sank diese sogenannte Unterbeschäftigung gegenüber dem Vormonat um 22.000.

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung seien weiter gesunken, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bleibe auf Wachstumskurs, sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele. Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften befinde sich nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau. Bei der Bundesagentur waren im März rund 778.000 offene Stellen gemeldet - 86.000 mehr als vor einem Jahr.

Wachstum bei offenen Stellen stagniert

Bei der Zahl der offenen Stellen zeichnet sich allerdings ein Ende des in den vergangenen Jahren teils rasanten Wachstums ab. Seit Dezember 2017 sei die Nachfrage nach Arbeitskräften nicht mehr gewachsen, teilte die Bundesagentur unter Berufung auf ihren Stellenindex BA-X mit.

Dass der Rückgang bei der Zahl der Arbeitslosen nicht noch stärker ausfiel, liegt Fachleuten zufolge wiederum am kalten Winter. Vor allem Baufirmen seien im März von der ungewöhnlich langen Kälteperiode überrascht worden. In den beiden Vorjahren habe oft bereits im März wieder auf Baustellen gearbeitet werden können. Dennoch sank die Zahl der Jobsucher auch saisonbereinigt - auf 2,373 Millionen. Damit waren etwa 19.000 Männer und Frauen weniger ohne Arbeit als im Februar.

Für das Gesamtjahr 2018 bleiben die Ökonomen trotzdem optimistisch. "Volle Auftragsbücher und das starke Wachstum der Weltwirtschaft lassen erwarten, dass der Jobboom auch im Frühjahr kein Ende finden wird", sagte der Chefvolkswirt der staatlichen Förderbank KfW, Jörg Zeuner. Auch andere Experten sehen keinen Anlass, ihre Arbeitsmarktprognosen für 2018 zu senken.

Während die Zahl der Arbeitslosen sinkt, ist der Anteil der Erwerbstätigen weiter gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stieg die Zahl im Februar auf 44,3 Millionen. Das entspricht einem Plus von 45.000 gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 618.000 Erwerbstätige mehr.

Der anhaltende Anstieg bei den Erwerbstätigen gehe allein auf mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zurück, teilte die Bundesarbeitsagentur mit. Diese hat nach Berechnungen der Behörde von Dezember auf Januar saisonbereinigt um 89.000 zugenommen. Damit hatten hochgerechnet 32,47 Millionen Menschen in Deutschland zuletzt einen regulären Job - 762.000 mehr als ein Jahr zuvor.

apr/dpa

TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.