Konjunktur Arbeitslosenzahl steigt auf knapp 2,7 Millionen

Die Zahl der Arbeitslosen hat im Dezember auf 2,681 Millionen zugelegt. Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,1 Prozent. Trotzdem gibt es in Deutschland noch immer 82.000 Erwerbslose weniger als vor einem Jahr.

Autoproduktion: Arbeitslosigkeit sinkt im Jahresvergleich
DPA

Autoproduktion: Arbeitslosigkeit sinkt im Jahresvergleich


Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Dezember nur leicht gestiegen. Insgesamt legte sie um 48.000 auf 2,681 Millionen Erwerbslose zu. Die Arbeitslosenquote stieg damit um 0,1 Punkte auf 6,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es jedoch 82.000 Arbeitslose weniger. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg mit.

Dass es im Dezember etwas mehr Arbeitslose gibt als noch im November, habe "allein jahreszeitliche Gründe", sagte Frank-Jürgen Weise, der Chef der Bundesagentur. Saisonkräfte in der Gastronomie, aber auch in der Landwirtschaft, in Gärtnereien und dem Landschaftsbau verlieren in der kalten und dunklen Jahreszeit häufig ihre Stelle. Der milde Dezember verhinderte, dass der Anstieg höher ausfiel.

Im laufenden Jahr wird der deutsche Arbeitsmarkt sich nach Einschätzung von Ökonomen weiter gut entwickeln. "Wenn ich mir die fundamentale Lage anschaue, ist der Arbeitsmarkt weiterhin in einer guten Verfassung", sagt Deutsche Bank-Volkswirt Heiko Peters. Zwar dürfte die Quote in laufenden Jahr erstmals seit 2013 wieder steigen, doch das liege ausschließlich am Zuzug der vielen Flüchtlinge. Ohne diesen würde die Erwerbslosigkeit 2016 erneut sinken, betonen Fachleute. Insgesamt falle der Flüchtlingseffekt eher gering aus.

Am Montag hatte bereits das Statistische Bundesamt positive Zahlen gemeldet. In Deutschland haben demnach so viele einen Job wie nie zuvor: 2015 waren im Schnitt 43 Millionen Menschen erwerbstätig. Auf Rekordniveau kletterte Ende 2015 auch die Nachfrage nach Beschäftigten. Im Dezember gab es in deutschen Betrieben und Behörden so viele freie Stellen wie selten zuvor, berichtete die Bundesagentur für Arbeit am Montag.

ssu/dpa/Reuters

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insgesamt 76 Beiträge
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Seite 1
cherrypicker 05.01.2016
1. Es soll wohl heißen:
Wenn es 82.000 Arbeitslose weniger sind als vor einem Jahr, kann die Arbeitslosenzahl nicht gleichzeitig gestiegen sein. Es sei denn, im Vergleich zum Vormonat, aber diese Zahl ist nicht aussagekräftig und wäre daher ohne Belang; sie wird ja auch im Teaser gar nicht genannt.
tennislehrer 05.01.2016
2. Und jetzt bitte
mal die ungeschönten Zahlen! Da schaut es nämlich ganz anders aus!
toby1525 05.01.2016
3. Gute Nachrichten
... und trotzdem werden sich wie jeden Monat wieder viele finden, die die Zahlen bezweifeln (Verschwörungstheoretiker und andere med. relevante Fälle), oder gar ihre eigenen Zahlen hinzuaddieren. Jeden Monat die gleichen Nörgler, Zweifeler, Gescheiterten und Frustrierten.
karlbrandt 05.01.2016
4. Falsch
Diese geschönten Berichte nerven, ach und danke SPON das ihr alles immer kopiert und nen Artikel draus macht ohne zu recherchieren. Hier z.B. die Zahlen vom November 2015 Tatsächliche Arbeitslosigkeit im November 2015: 3.427.083 Nicht gezählte Arbeitslose gesamt: 793.926 Offizielle Arbeitslosigkeit im November 2015: 2.633.157 Nicht gezählte Arbeitslose aufgeschlüsselt: Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld I und/oder ALG II: 162.703 Ein-Euro-Jobs (Arbeitsgelegenheiten): 83.359 Förderung von Arbeitsverhältnissen: 8.030 Fremdförderung: 111.273 berufliche Weiterbildung: 167.672 Aktivierung und berufliche Eingliederung (z. B. Vermittlung durch Dritte): 168.373 Beschäftigungszuschuss (für schwer vermittelbare Arbeitslose): 3.477 Kranke Arbeitslose (§126 SGB III): 89.039 Quellen: Bundesagentur für Arbeit: Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland. Monatsbericht November 2015, Seite 68. Die dort aufgeführte Altersteilzeit sowie Gründungszuschüsse und sonstige geförderte Selbstständigkeit haben wir in der Tabelle nicht berücksichtigt. Die dort ebenfalls aufgeführten älteren Arbeitslosen, die aufgrund verschiedener rechtlicher Regelungen (§§ 428 SGB III, 65 Abs. 4 SGB II, 53a Abs. 2 SGB II u.a.) nicht als arbeitslos zählen, befinden sich in der Gruppe Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld I oder ALG II. Quelle: http://www.die-linke.de/politik/positionen/arbeitsmarkt-und-mindestlohn/tatsaechliche-arbeitslosigkeit/
georg.vt@gmx.de 05.01.2016
5. Kleiner Fehler
Das sind 82.000 Erwerbslose weniger als vor einem Jahr. Muss das nicht mehr heißen?
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