Niedrigster Wert seit 1990 Arbeitslosenquote sinkt auf 5,3 Prozent

Die Zahl der Erwerbslosen in Deutschland ist im November um 20.000 gesunken - und liegt damit auf dem niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung 1990.

Arbeiter auf einer Baustelle in Berlin
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Arbeiter auf einer Baustelle in Berlin


Der anhaltende Aufschwung der deutschen Wirtschaft drückt die Arbeitslosigkeit weiter. Im November hatten 2,368 Millionen Frauen und Männer keinen Job - so wenige wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr.

Das waren 20.000 weniger als im Vormonat und 164.000 weniger als ein Jahr zuvor. "Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern steigen auf hohem Niveau weiter kräftig", teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) mit. Derzeit sind 772.000 offene Stellen gemeldet, 91.000 mehr als vor Jahresfrist.

Unter Herausrechnung jahreszeitlicher Schwankungen nahm die Erwerbslosigkeit im November um 18.000 ab. Experten hatten lediglich einen Rückgang von 10.000 erwartet. Die Arbeitslosenquote ging von 5,4 von 5,3 Prozent zurück.

Die offizielle Zahl gibt allerdings nicht den vollständigen Umfang der Arbeitslosigkeit wieder. So sind, wenn man etwa Arbeitslose in Beschäftigungsmaßnahmen oder arbeitsunfähig Erkrankte mitrechnet, im April knapp 3,4 Millionen Menschen ohne Job gewesen. Diese sogenannte Unterbeschäftigung ist allerdings ebenfalls zurückgegangen - und zwar 149.000 im Vergleich zum Vorjahr und um 21.000 zum Vormonat Oktober.

Grund für den Rückgang ist der Konjunkturboom: Die deutsche Wirtschaft dürfte 2017 das achte Jahr in Folge wachsen. Nach Prognose der Industriestaaten-Organisation OECD wird sich der Aufschwung 2018 und 2019 fortsetzen. Die Stimmung in den Unternehmen ist derzeit so gut wie noch nie: Der Ifo-Geschäftsklimaindex erreichte zuletzt ein Rekordhoch. Steigende Konsumausgaben, florierende Exporte, Bauboom und höhere Investitionen tragen den Aufschwung.

beb/Reuters



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