Wirtschaftskrise Arbeitslosigkeit im Euro-Raum steigt auf Rekordhoch

Die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone hat einen Höchststand erreicht. Selbst im eigentlich beschäftigungsfreundlichen Mai ist die Zahl der Erwerbslosen gestiegen. Vor allem in Südeuropa ist die Lage desolat.

Wartende vor einem Arbeitsamt in Madrid: Mehr als jeder Vierte arbeitslos
REUTERS

Wartende vor einem Arbeitsamt in Madrid: Mehr als jeder Vierte arbeitslos


Luxemburg - So viele Menschen haben in der Euro-Zone noch nie erfolglos einen Job gesucht: 19,3 Millionen Frauen und Männer waren im Mai arbeitslos, das sind 67.000 mehr als im April. Die Quote im Währungsraum lag der europäischen Statistikbehörde Eurostat zufolge bei 12,2 Prozent. Die Statistiker korrigierten zugleich den bislang bekanntgegebenen Wert für den April von 12,2 auf 12,0 nach unten.

Die hohe Erwerbslosigkeit ist Folge der lang andauernden Rezession im Währungsraum, in einigen Ländern wie Griechenland schrumpft die Wirtschaft seit Jahren. Obwohl sich die Stimmung etwa in der Industrie zuletzt deutlich aufgehellt hat, sind die Effekte auf dem Arbeitsmarkt noch nicht spürbar. Im Vergleich zum Mai 2012 waren in diesem Jahr 1,34 Millionen Menschen mehr auf Stellensuche. In der gesamten Europäischen Union hatten fast 26,5 Millionen Menschen keinen Job.

Saisonbereinigte Arbeitslosenzahlen (%)

April 2013 Mai 2013
Belgien 8,5
8,6
Deutschland
5,4
5,3
Estland 8,3
:
Irland 13,5
13,6
Griechenland :
:
Spanien 26,8
26,9
Frankreich 10,4
10,9
Italien 12,0
12,2
Zypern 15,8
16,3
Luxemburg 5,6
5,7
Malta 6,1
6,2
Niederlande 6,5
6,6
Österreich 4,8
4,7
Portugal 17,8
17,6
Slowenien 11,1
11,2
Slowakei 14,1
14,2
Finnland 8,3
8,4
Euro-Zone 12,0 12,1

: Daten nicht verfügbar
Quelle: Eurostat

Dabei zeigt sich innerhalb der Währungsunion eine enorme Kluft: Während in den nördlichen Mitgliedstaaten wie Deutschland und Österreich die Arbeitslosenquote im Mai mit 5,3 beziehungsweise 4,7 Prozent vergleichsweise niedrig war, wies Spanien mit 26,9 Prozent die höchste auf. Auch in Griechenland dürfte die Situation ähnlich desolat sein, allerdings stammen die jüngsten Daten aus dem März. Damals lag die Quote bei 26,8 Prozent. In Italien erreichte die Arbeitslosenquote mit 12,2 Prozent den höchsten Wert seit 36 Jahren.

Dagegen ging die Jugendarbeitslosigkeit im gesamten Euro-Raum leicht zurück. Rund 3,53 Millionen Menschen bis 25 Jahre waren auf der Suche nach einem Job - 60.000 mehr als im Vorjahr, aber 14.000 weniger als im April. Die Arbeitslosenquote in dieser Altersgruppe lag bei 23,8 Prozent. Allerdings sind die Unterschiede im Euro-Raum hier noch eklatanter. In Spanien und Griechenland sucht mehr als jeder Zweite in dieser Altersgruppe einen Job, in Deutschland beträgt die Quote lediglich 7,6 Prozent.

Die Preise in der Euro-Zone steigen wieder stärker. Im Juni lag die Teuerungsrate bei 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, das ist ein Anstieg von 0,2 Prozentpunkten seit Mai. Vor allem steigende Energiepreise trieben die Inflation.

fdi/Reuters/dpa-AFX



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insgesamt 60 Beiträge
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Seite 1
frenjes 01.07.2013
1. Ach ja
Zitat von sysopREUTERSDie Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone hat einen Höchststand erreicht. Selbst im eigentlich beschäftigungsfreundlichen Mai ist die Zahl der Erwerbslosen gestiegen. Vor allem in Südeuropa ist die Lage desolat. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/arbeitslosigkeit-in-der-euro-zone-erreicht-im-mai-neuen-rekord-a-908740.html
Liest man eigentlich beim SPON noch die eigenen Artikel? So langsam wird es echt lächerlich! Index der Einkaufsmanager: Bessere Stimmung in Euro-Zone - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/index-der-einkaufsmanager-bessere-stimmung-in-euro-zone-a-908711.html)
Zereus 01.07.2013
2.
Zitat von sysopREUTERSDie Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone hat einen Höchststand erreicht. Selbst im eigentlich beschäftigungsfreundlichen Mai ist die Zahl der Erwerbslosen gestiegen. Vor allem in Südeuropa ist die Lage desolat. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/arbeitslosigkeit-in-der-euro-zone-erreicht-im-mai-neuen-rekord-a-908740.html
Schäuble kann hier nur konstatieren: Wir sind auf einem guten Weg und alle profitieren maßlos. Wann werden diese Eurofanatiker endlich erkennen, dass sie mit ihrer Ideologie nichts anderes machen, als diesen Kontinent mit Vollgas an die Wand zu fahren?
THINK 01.07.2013
3. Schönrechnen
Die Südländern sollten von der deutschen Bundesagentur lernen, wie man die Arbeitslosenzahlen schönrechnet. Dann können Politiker, wie seit vielen Jahren in Deutschland, Erfolgszahlen vermelden, ohne einen einzigen Arbeitslosen in Arbeit gebracht zu haben.
TeslaTraX 01.07.2013
4. Unser Erfolg, deren Armut!
Na so ist es halt, wo Gewinner sind, sind auch Verlierer.... Der Euro stirbt bald sehr schnell. Nach vielen Jahren, immer noch keine Einigkeit in der Politik. Und nur so wird es was ... Es muss eine echte europa regierung geben... nicht nur ein Auslandtelefonkostensenkungsparlament...
rambo-1950 01.07.2013
5. Paranoide Staaten wie z.B. Spanien
tun NULL komma NULL um ihre Situation zu verbessern. Gesamter Profi-Sport in Spanien wie Fußball, Handball, Baskettball hat Steuerschulden in X - Milliardenhöhe. Trotz allem dürfen diese Vereine munter und lustig sinnlos teure Transfers tätigen, ohne, dass hier irgendwer von Regierungsseite widerspricht und vehement Steuerschulden einfordert. Genau diese Länder haben keine Hemmungen bei "Scheiß Deutschen" immerzu Unterstützung einzufordern und.......... Schäuble macht das!
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