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Quote bei zwölf Prozent: Arbeitslosigkeit im Euro-Raum erreicht neuen Rekord

Es ist ein trauriger Rekord für die Euro-Zone: Erstmals seit Einführung der Gemeinschaftswährung hat die Arbeitslosigkeit zwölf Prozent erreicht. Die Unterschiede zwischen Nord- und Südeuropa sind inzwischen aber gewaltig, Deutschland, Österreich und Luxemburg stehen am besten da.

Wartende vor einem Arbeitsamt in Madrid: Die Jungen leiden am meisten Zur Großansicht
REUTERS

Wartende vor einem Arbeitsamt in Madrid: Die Jungen leiden am meisten

Luxemburg - Die Arbeitslosenquote in der Euro-Zone hat den höchsten Stand seit Einführung der Gemeinschaftswährung erreicht. Im Februar lag sie nach Angaben der Statistikbehörde Eurostat bei 12,0 Prozent. Auch für Januar wurde die Quote nachträglich auf diesen Wert nach oben korrigiert.

Damit waren in den 17 Ländern der Währungsunion insgesamt gut 19 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit. In der gesamten Europäischen Union haben mehr als 26 Millionen Menschen keinen Job.

Saisonbereinigte Arbeitslosenzahlen (%)
Januar 2013 Februar 2013
Belgien 8,2
8,1
Deutschland
5,4
5,4
Estland 9,9
:
Irland 14,2
14,2
Griechenland :
:
Spanien 26,2
26,3
Frankreich 10,7
10,8
Italien 11,7
11,6
Zypern 13,7
14,0
Luxemburg 5,4
5,5
Malta 6,7
6,6
Niederlande 6,0
6,2
Österreich 4,8
4,8
Portugal 17,5
17,5
Slowenien 9,6
9,7
Slowakei 14,6
14,6
Finnland 8,1
8,1
Euroraum 12,0 12,0
: Daten nicht verfügbar
Quelle: Eurostat
Deutlich zeigt sich eine Spaltung zwischen dem Norden und dem krisengeschüttelten Süden: Während Österreich mit 4,8 Prozent, Deutschland mit 5,4 Prozent und Luxemburg mit 5,5 Prozent Arbeitslosigkeit am besten dastehen, sind Griechenland und Spanien mit jeweils mehr als 26 Prozent sowie Portugal mit 17,5 Prozent am härtesten von der Arbeitslosigkeit betroffen.

Größte Leidtragende der Krise auf dem südeuropäischen Arbeitsmarkt sind junge Menschen. In Griechenland hat inzwischen mehr als jeder zweite unter 25 Jahren keine Arbeit (58,4 Prozent). In Spanien liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 55,7 Prozent, in Portugal bei 38,2 Prozent und in Italien bei 37,8 Prozent.

Am geringsten ist die Jugendarbeitslosigkeit mit 7,7 Prozent in Deutschland, gefolgt von Österreich mit 8,9 Prozent und den Niederlanden mit 10,4 Prozent. Im Durchschnitt lag die Jugendarbeitslosigkeit in der Euro-Zone im Februar bei 23,9 Prozent und damit leicht unter dem Wert des Vormonats.

Die Industrie der Euro-Länder macht derzeit wenig Hoffnung auf Besserung: Der Markit-Einkaufsmanagerindex fiel im März um 1,1 auf 46,8 Punkte und liegt damit weiterhin unter der Marke von 50 Zählern, die Wachstum signalisiert. Die Unternehmen begründeten die schlechte Lage mit sinkenden Aufträgen aus dem In- und Ausland. Zwar zog die Nachfrage aus Asien und den USA an. Dies genügte jedoch nicht, um die nachlassende Nachfrage in der Euro-Zone auszugleichen.

dab/AFP/AP

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insgesamt 251 Beiträge
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1. Tun wir das?
Mimimat 02.04.2013
Zitat von sysopREUTERSEs ist ein trauriger Rekord für die Euro-Zone: Erstmals seit Einführung der Gemeinschaftswährung hat die Arbeitslosigkeit zwölf Prozent erreicht. Die Unterschiede zwischen Nord- und Südeuropa sind inzwischen aber gewaltig, Deutschland, Österreich und Luxemburg stehen am besten da. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/arbeitslosigkeit-in-der-euro-zone-erreicht-rekord-von-zwoelf-prozent-a-892016.html
Wenn wir die ganzen "Umschuler" und "Praktikanten" mitrechnen, die derzeit zum 3. Mal lernen, wie man eine Bewerbung schreibt, die 1-€-Jobber, welche die Rasenkanten an einer Straße erst entfernen, um dann neuen Rasen zu säen oder die ganzen Aufstocker die für weniger als den H IV-Satz arbeiten, dann sind es auch bei uns deutlich mehr Arbeitslose.
2.
gbk666 02.04.2013
Da hilft nur weiteres festhalten am Euro..dann wird alles besser.
3.
dowhepole 02.04.2013
Das Traurige ist nicht dieser Rekord an sich, das Traurige ist, dass man von politischer Seite weder gegensteuert, noch darüber diskutiert, was das eigentlich für die Zukunft von Gesellschafts- und Wirtschaftsmodellen bedeutet, wenn die Arbeitslosigkeit und in Folge wohl auch die Sockelarbeitslosigkeit immer weiter steigt.
4. Dauert keine 5 Jahre mehr
hermes69 02.04.2013
und wir haben einen innereuropäischen Krieg. Daran habe ich keinen Zweifel mehr.
5. Danke an Herrn Schröder
tropfstein 02.04.2013
Da können wir uns bei den Architekten der Agenda 2010 bedanken! Schade dass die Partei von Gerhard Schröder und Franz Müntefering heute nichts mehr davon wissen will und immer mehr in Poulismus abdriftet.
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Die Säulen des Sozialsystems
Arbeitslosenversicherung
Jeder Arbeitnehmer in Deutschland ist Pflichtmitglied der Arbeitslosenversicherung. Die Hauptleistung der Versicherung ist das Arbeitslosengeld I (ALG I), das einen Teil des ehemaligen Nettoeinkommens ersetzt und bis zu ein Jahr nach Verlust einer Stelle gezahlt wird. Für ältere Arbeitslose gelten Ausnahmen. Läuft die Zahlung des ALG I aus, ohne dass eine neue Stelle gefunden wurde, wird anschließend Arbeitslosengeld II (ALG II) gezahlt. Das Instrument - auch bekannt als Hartz IV - wurde im Jahr 2005 geschaffen, als die ehemalige Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengelegt wurden. Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung beträgt derzeit 3,0 Prozent des Bruttolohns. Arbeitgeber zahlen diesen Satz auch für jeden Beschäftigten.
Krankenversicherung
Es gibt zwei Arten von Krankenversicherungen - die Gesetzliche (GKV) und die Private (PKV). Rund 90 Prozent der Erwerbstätigen sind in der GKV pflichtversichert. Der Beitragssatz beträgt aktuell 15,5 Prozent für alle Versicherten. Zusätzlich können die Krankenkassen vom Einkommen unabhängige Beiträge erheben. Seit Anfang 2009 fließen alle Beiträge in einen Gesundheitsfonds, aus dem sie an die Kassen verteilt werden. Der Zugang zur PKV steht nur Selbstständigen und Arbeitnehmern oberhalb einer Einkommensgrenze offen.
Rentenversicherung
Die Beiträge werden durch ein Umlageverfahren finanziert, bei dem die Berufstätigen die Leistungen der Rentner zahlen. Anhand der eingezahlten Beiträge wird die künftige Rentenhöhe errechnet. Zurzeit liegt der Beitragssatz bei 19,6 Prozent. Im Januar 2013 sinkt der Beitrag auf 18,9 Prozent. Das gesetzliche Renteneintrittsalter wird derzeit stufenweise von 65 Jahren auf 67 Jahre heraufgesetzt.
Pflegeversicherung
Die Pflegeversicherung ist die jüngste der Sozialversicherungen in Deutschland. Sie ist eine Grundversicherung, die einen Teil der Pflegekosten abdeckt.

Wer bekommt Hartz IV?
Die Politik führt eine heftige Debatte über die Weiterentwicklung von Hartz IV - doch wer bezieht die Arbeitslosenhilfe eigentlich? SPIEGEL ONLINE hat demografische Merkmale zusammengetragen.
Schulbildung
Schulabschluss Anteil in Prozent
Noch Schüler 4,2
Schule beendet ohne Abschluss 8,4
Sonder-/ Förderschule 1,2
Hauptschule 47,2
Realschule 29
Fachhochschule 1,9
Abitur 7,5
Werte gerundet, fehlende Anteile zu 100 Prozent: keine oder falsche Angaben; Quelle: IAB "Panel Arbeitsmarkt und soziale Sicherung"
Berufsbildung
Berufsbildung Anteil in Prozent
Schüler an allgemeinbildender Schule 4,4
Kein beruflicher Abschluss 37,5
Anlernausbildung, Hilfsjob 4,3
Lehre, betriebliche Ausbildung 36,6
Berufsfachschule 6,4
Meister, Techniker 3,2
Berufsakademie 0,8
Diplom (FH), Bachelor 2,2
Diplom (Uni) oder BA 3,0
Werte gerundet, fehlende Anteile zu 100 Prozent: keine oder falsche Angaben; Quelle: IAB "Panel Arbeitsmarkt und soziale Sicherung"
Migrationshintergrund
Migrationshintergrund Anteil in Prozent
Kein Migrationshintergrund 60
Selbst zugezogen 29,8
Mindestens ein Elternteil zugezogen 6,1
Mindestens ein Großelternteil zugezogen 2,2
Werte gerundet, fehlende Anteile zu 100 Prozent: keine oder falsche Angaben; Quelle: IAB "Panel Arbeitsmarkt und soziale Sicherung"
Behinderung
Behinderung Anteil in Prozent
Amtlich festgestellt 10,3
Nicht amtlich festgestellt 86,7
Antrag gestellt 2,9
Werte gerundet, fehlende Anteile zu 100 Prozent: keine oder falsche Angaben; Quelle: IAB "Panel Arbeitsmarkt und soziale Sicherung"
Schwerwiegende gesundheitliche Einschränkung
Schwerwiegende gesundheitliche Einschränkung Anteil in Prozent
Ja 27,8
Nein 71,9
Werte gerundet, fehlende Anteile zu 100 Prozent: keine oder falsche Angaben; Quelle: IAB "Panel Arbeitsmarkt und soziale Sicherung"
Verweildauer
Viele Arbeitslose beziehen laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung über einen längeren Zeitraum Hartz IV. Im Dezember 2007 waren demnach 78 Prozent der Leistungsempfänger mindestens zwölf Monate ununterbrochen im Leistungsbezug. Bei rückläufigen Empfängerzahlen sank die Zahl der Langzeitbezieher kaum. ssu

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