Konjunkturboom Arbeitslosigkeit in Europa auf Zehnjahrestief

Der Konjunkturboom belebt den Jobmarkt. Laut einer Studie war die Arbeitslosigkeit in Europa 2017 wieder so niedrig wie zu Beginn der Weltwirtschaftskrise.

Bauarbeiter in Sevillia
REUTERS

Bauarbeiter in Sevillia


Die Arbeitslosenquote in Nord-, West- und Südeuropa ist dank des anhaltenden Wirtschaftsaufschwungs im vergangenen Jahr so niedrig gewesen wie seit 2008 nicht mehr. Sie sank im Jahresvergleich von 9,2 auf 8,5 Prozent, wie die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) am Montag in Genf berichtete. Sie rechnet mit einer Fortsetzung des Trends: 8,1 Prozent sollen es in diesem Jahr werden, 7,8 Prozent im kommenden.

Auch weltweit sei die Zahl der Arbeitsplätze gewachsen, heißt es in dem ILO-Bericht weiter. Weil aber gleichzeitig viele junge Leute auf den Arbeitsmarkt drängten, sei die Zahl der Arbeitslosen insgesamt leicht gestiegen. Rund 192 Millionen Menschen seien 2017 ohne Arbeit gewesen.

Etwa 1,4 Milliarden Menschen arbeiteten in prekären Verhältnissen, schreibt die ILO. In Entwicklungsländern seien das drei Viertel aller Arbeitenden. 176 Millionen Menschen arbeiteten zwar, seien aber trotzdem bitterarm.

Die ILO-Zahlen für Europa sind nicht mit EU-Zahlen vergleichbar. Die Uno-Organisation fasst unter "Nord-, West- und Südeuropa" mehr als 30 EU- und Nachbarländer zusammen, darunter auch die Schweiz und Norwegen. EU-Staaten wie Polen oder Tschechien führt die ILO in der Kategorie "Osteuropa".

In Spanien und Griechenland rechnet die ILO in diesem Jahr mit der prozentual größten Erholung der Arbeitsmärkte. Die Arbeitslosenquote werde dort voraussichtlich um etwa zwei Prozentpunkte auf 15,4 Prozent in Spanien und 19,5 Prozent in Griechenland sinken.

Die ILO moniert den Trend in Europa, dass Menschen mit höherer Schulbildung zunehmend in Jobs arbeiteten, die eigentlich eine geringere Qualifizierung brauchten. Auch Menschen mit Universitätsausbildung arbeiteten zunehmend in Berufen, die eigentlich nur eine mittlere Qualifikation verlangten.

ssu/dpa-AFX



insgesamt 3 Beiträge
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jozu2 23.01.2018
1. Jetzt noch in Nachhaltigkeit investieren
Schön. Und jetzt ist Zeit in unsere Kinder zu investieren, damit sie die Jobs später nicht nur übernehmen, sondern sogar besser ausfüllen als wir es derzeit tun. Ich meine, dafür müssen wir wir nicht nur nach asiatischem Vorbild Wissen und Fakten in unsere Kinder reinprügeln, sondern die Kreativität fördern. Einsteins Genialität war nicht nur sein Wissen, sondern seine Fähigkeit mit diesem Wissen die alten Denkmuster zu verlassen. Und die Jobs sollten zusehends mehr und mehr unbefristet werden, damit jeder etwas mehr Planungssicherheit in seinem Leben hat.
Valis 23.01.2018
2. Schein
Es haben mehr Menschen eine Beschäftigung. Aber deutlich weniger Menschen können davon Leben. Es ist kein Hexenwerk wenn heute 2 450? Jobber den Job von einem Festangestellten übernehmen. Leiharbeit,Aufstocker,Niedriglohn. Nein, vor Hartz 4 ging es den Leuten deutlich besser!
GoaSkin 21.02.2018
3. dank Hochschulabsolventen muss man nicht mehr ausbilden
Leute mit einem Hochschulabschluss muss ein Unternehmen nicht selbst ausbilden. Hochschulabsolventen für mittlere Positionen einzustellen, ist vor allem bequem. Und dass sich der Nachwuchs genötigt fühlt, einen Hochschulabschluss zu absolvieren, um überhaupt einen Job zu bekommen, macht diesen Kreislauf perfekt.
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