Wirtschaftskrise Arbeitslosigkeit in Griechenland steigt auf Rekordwert

So viele Griechen wie nie seit Beginn der Statistik sind ohne Job: Trotz Erfolgen im Tourismus ist die Arbeitslosenquote in Griechenland im Mai auf 27,6 Prozent gestiegen. Die Zentralbank des Landes rechnet erst von 2015 an mit einer Besserung.

Arbeitslose in Athen: Mehr als jeder vierte Arbeitsfähige ohne Job
AP/dpa

Arbeitslose in Athen: Mehr als jeder vierte Arbeitsfähige ohne Job


Athen - Der Monat lag zu Beginn einer sehr erfolgreichen Tourismussaison - dennoch ist die Arbeitslosenquote in Griechenland im Mai auf einen Rekord gestiegen. Die Rate kletterte laut der griechischen Statistikbehörde Elstat auf 27,6 Prozent, im April hatte sie noch bei 27,0 Prozent gelegen.

Damit ist die Arbeitslosigkeit in dem südeuropäischen Krisenland mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnittswert in der Euro-Zone, der im Juni bei 12,1 Prozent lag. Besonders betroffen sind weiterhin die jungen Griechen: 64,9 Prozent der 15- bis 24-Jährigen, die nicht studieren oder in Ausbildung stehen, sind arbeitslos.

Das hoch verschuldete Griechenland steckt mittlerweile seit sechs Jahren in einer tiefen Rezession. Dazu beigetragen haben drastische Einsparungen, gerade auch im staatlichen Bereich. Die Regierung in Athen musste sich im Gegenzug für Milliardenhilfen der europäischen Partnerländer und des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu den Maßnahmen verpflichten.

Auch der Strukturwandel in der griechischen Wirtschaft trägt zur Arbeitslosigkeit bei - und nivelliert die positiven Beschäftigungseffekte in einigen Sektoren. "Die gestiegene Beschäftigung im Tourismus kann den Strukturwandel in vielen Wirtschaftsbereichen und die weiterhin niedrige Nachfrage nicht ausgleichen", sagt der Ökonom Nikos Magginas von der griechischen Zentralbank. Allerdings würden die Steigerungen beim Export und die starke Urlaubssaison zumindest den weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit in diesem Jahr dämpfen.

Der Tourismus trägt 17 Prozent zur griechischen Wirtschaftsleistung bei, jeder fünfte Beschäftigte arbeitet in dem Bereich. Die Umsätze werden in diesem Jahr voraussichtlich um zehn Prozent auf elf Milliarden Euro steigen und die Gästezahl wird einen Rekord von 17 Millionen erreichen.

Der IWF wie auch die EU-Kommission erwarten für Griechenland im kommenden Jahr nach Jahren schrumpfender Wirtschaftsleistung wieder ein Mini-Wachstum. Die Arbeitslosigkeit wird aber nach einer Prognose der EU vom Mai mit 27 Prozent in diesem und 26 Prozent im kommenden Jahr weiterhin exorbitant hoch bleiben. Die griechische Zentralbank rechnet gar damit, dass die Arbeitslosenquote einen Spitzenwert von 28 Prozent erreichen und erst im Jahr 2015 fallen wird.

fdi/Reuters/dpa



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 48 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
blue72 08.08.2013
1. ..ja..
..strategie ist klar.. ...besserung 2015 ..wir schwören!! ..bis dahin ruhe und kohle von der EU ...dann doch nicht besser 2015..okay aussitzen , eskalieren...besprechungen...eu stellt forderungen...Aktionismus zu lasten der kleinen arbeitnehmer....eu sagt okay.. gibt wieder aufschub..neue vorraussage 2018 wirds besser..etc. fazit: hauptsache die eliten halten sich im kreis die hände ganz fest ..und stehen zusammen..so das das kapital nur unter ihnen und ihresgleichen bleibt....99,5 % sind aussen vor ( muss ja auch jemand erarbeiten!)
wirklick 08.08.2013
2. Na, vielen Dank
Da weiß man doch, was man den Politikern, dem Euro und der sogenannten Euro-Rettungspolitik zu verdanken hat. Halb-Europa ist inzwischen arbeitslos und alles geht den Bach runter, aber unsere Polit-Akrobaten retten weiter und steuern zielstrebig auf den Abgrund zu. Als Steuerfrau geht Frau Merkel voran. Und das deutsche Stimmvolk wählt sie munter weiter. Na dann.....
cheechago 08.08.2013
3. Realitätsverweigerung ist am Ende
niemand glaubt der Zentralbank für 2015. Laut unserer Euroapkanzlerin ist Griechenland auf einem guten Weg. Sie und Deutschland hat sich aus der Verantwortung gesthlen, ein Bündnis der Angst gegen die "Blutsauger" Krisenstaaten auf Dauer. Euro und Europa? Wir entsetzen uns über die brennende Doppelhaushälfte unseres Nachbarn und denekn, bei uns läufts weiter so. Erkauft wird das Wachstum hier durch Dumpinglöhne (immer mehr Leute haben Arbeit und immer weniger können davon leben) mit dem wir die Konkurrenz in Grund und Boden ausbooten.
Zereus 08.08.2013
4.
Zitat von sysopAP/dpaSo viele Griechen wie nie seit Beginn der Statistik sind ohne Job: Trotz Erfolgen im Tourismus ist die Arbeitslosenquote in Griechenland im Mai auf 27,6 Prozent gestiegen. Die Zentralbank des Landes rechnet erst von 2015 an mit einer Besserung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/arbeitslosigkeit-in-griechenland-erreicht-im-mai-neuen-rekord-a-915516.html
Sehr schön, die Hiobsbotschaften lassen sich offensichtlich doch nicht alle bis zur Wahl hinausschieben - und vielleicht wirds ja sogar noch was mit dem Schuldenschnitt. Weiter so, liebe Griechen!
mehrgedanken 08.08.2013
5. Dürfen die das?
Zitat von sysopAP/dpaSo viele Griechen wie nie seit Beginn der Statistik sind ohne Job: Trotz Erfolgen im Tourismus ist die Arbeitslosenquote in Griechenland im Mai auf 27,6 Prozent gestiegen. Die Zentralbank des Landes rechnet erst von 2015 an mit einer Besserung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/arbeitslosigkeit-in-griechenland-erreicht-im-mai-neuen-rekord-a-915516.html
solche Zahlen veröffentlichen? haben die Schäuble gefragt? der sagt doch immer Griechenland ist auf einem guten Weg... ja wohin denn? Was hier wohl los wäre bei solchen Zahlen. schlimm, absolut schlimm, ein Land verliert eine Generation junger Menschen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.