Folgen der Finanzkrise Zahl der Arbeitslosen steigt weltweit um fünf Millionen

202 Millionen Menschen waren im vergangenen Jahr weltweit ohne Job - fünf Millionen mehr als noch 2012. Laut einer Uno-Studie erholt sich die Wirtschaft zu langsam von den Folgen der Finanzkrise. Besonders betroffen sind demnach Jugendliche.

Jobsuchende in Manila: Die Wirtschaft erholt sich nur langsam von der Finanzkrise
REUTERS

Jobsuchende in Manila: Die Wirtschaft erholt sich nur langsam von der Finanzkrise


Genf - Die Zahl der Arbeitslosen weltweit nimmt zu: 2013 waren rund fünf Millionen Menschen mehr ohne Job als noch im Jahr zuvor, teilte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) am Montag in Genf mit. Grund dafür sei, dass sich die Wirtschaft nach der Finanzkrise 2008 durchschnittlich zu langsam erholt habe. Insgesamt seien jetzt 202 Millionen Menschen ohne Job, heißt es im jüngsten ILO-Arbeitsmarktbericht. Dies entspreche einer durchschnittlichen Arbeitslosenrate von sechs Prozent.

Besonders gravierend ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen: 74,5 Millionen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren haben demnach keinen Arbeitsplatz - eine Million mehr als noch 2012. Das entspricht laut ILO einer weltweiten durchschnittlichen Rate von 13,1 Prozent. Nach dem Bericht der Uno-Sonderorganisation lebten zudem 839 Millionen Menschen und ihre Familien im vergangenen Jahr von weniger als 1,50 Euro pro Tag.

"Politisches Umdenken ist dringend geboten. Es sind stärkere Anstrengungen nötig, um die Schaffung von Arbeitsplätzen zu beschleunigen und um Unternehmen zu unterstützen, die Arbeitsplätze schaffen", sagte ILO-Generaldirektor Guy Ryder.

Die Studie wurde von der ILO mit Blick auf die Jahreskonferenz des Weltwirtschaftsforums (WEF) veröffentlicht, die am Mittwoch in Davos beginnt. Daran nehmen Top-Manager und Spitzenpolitiker aus aller Welt teil - unter ihnen mehr als 40 Staats- und Regierungschefs. Vor allem die Regierungen der entwickelten Länder könnten und müssten mehr tun, damit mehr Menschen eine Arbeit haben, forderte die ILO.

Die Beratungen in Davos stehen unter dem Motto "Die Neugestaltung der Welt: Konsequenzen für Gesellschaft, Politik und Wirtschaft". Insgesamt werden rund 2500 Teilnehmer aus fast hundert Ländern erwartet. Sie wollen nach Lösungen für brennende internationale Probleme suchen. Eines davon wird die weltweit wachsende Kluft zwischen Arm und Reich sein.

aar/dpa/Reuters



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insgesamt 18 Beiträge
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GoaSkin 20.01.2014
1. weltweit nur 202 Millionen?
Man könnte ja d schon fast meinen, dass es Arbeitslosigkeit nur in Europa gäbe.
CHANGE-WECHSEL 20.01.2014
2. und wieder grüßt das ADACGate
Man weiß nicht mal, wie viele Menschen überhaupt auf der Erde wohnen. Woher will man dann wissen, wie viele arbeitslos sind. Die Zahl beläuft sich wohl eher bei 2 Milliarden. Der ADAC schönt die Zahlen nach oben und ILO schönt die Zahlen nach unten. Doch "schönen" ist ein falscher Ausdruck wie SteuerSünder. Es ist alles schlicht und einfach ungeschönter Betrug.
againstusa 20.01.2014
3. optional
Bild lässt grüßen. Wahrscheinlich ist die Rate um ein paar % Punkte gesunken, zum Vorjahr.
banker1 20.01.2014
4. schuldig
"Folgen der Finanzkrise"....., wahrscheinlich ist die Finanzkrise auch am jährlichen Zuwachs der Weltbevölkerung um 78 Mio Menschen Schuld....... alles sehr oberflächlich im spon
reutter 20.01.2014
5. Die ILO-Zahlen
sind insoweit zuverlässig, als sie die gemeldeten Zahlen aus den angeschlossenen Staaten in der Summe wiedergeben; allerdings zählen die Staaten unterschiedlich. Es können also nur Mindestzahlen sein. In der Zeitreihe kann man mindestens die Tendenz nach oben oder unten erkennen. Insofern weiß ich nicht, was das Gezweifel an SPON soll. Allerdings kann man auch mindestens einen Schuldigen benennen: Black Rock.
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